Gelbsucht Baby Grenzwerte Tabelle?

Gelbsucht Baby Grenzwerte Tabelle

Gestationsalter (Wochen) Phototherapie (Gesamt-Serum-Bilirubin, mg/dl ) Austauschtransfusion (Gesamt-Serum-Bilirubin, mg/dl )
< 28 5–6 11–14
28 bis < 30 6–8 12–14
30 bis < 32 8–10 13–16
32 bis < 34 10–12 15–18

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Wie hoch darf der Gelbsuchtwert bei Neugeborenen sein?

Neugeborenengelbsucht: Behandlung – Eine Neugeborenengelbsucht muss dann behandelt werden, wenn die Bilirubinkonzentration im Blut 18 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) übersteigt (Ikterus gravis). Dann besteht nämlich die Gefahr, dass sich ein sogenannter Kernikterus entwickelt: Dabei lagert sich das Bilirubin in den sogenannten Ganglienzellen des Stammhirns von Neugeborenen ein.

Fototherapie : Bei der Lichttherapie wird das Baby mit blauem Licht der Wellenlänge 460 nm (Nanometer) bestrahlt. Dieses spaltet das indirekte Bilirubin, das von der Leber erst noch umgewandelt werden muss, in die direkte Form. Sie wird über den Urin ausgeschieden, was die Leber entlastet. Die Fototherapie kann unter anderem die Netzhaut schädigen, weshalb die Augen des Neugeborenen mit einer speziellen Brille geschützt werden müssen. Austauschtransfusion : In besonders schweren Fällen der Neugeborenengelbsucht wird das gesamte Blut des Säuglings mithilfe von Bluttransfusionen ausgetauscht. Das kann den weiteren Abbau roter Blutkörperchen verhindern. Stillen : Das vermehrte Füttern und Trinken soll die Darmtätigkeit anregen und so das Bilirubin in der Galle verstärkt abtransportieren.

Ärzte im Krankenhaus kümmern sich um die Behandlung einer Neugeborenengelbsucht. Wie lange ein Baby in der Klinik bleiben muss, hängt davon ab, wie schnell sich die Bilirubinwerte wieder normalisieren.

Wie hoch ist ein normaler Bilirubinwert?

Wie kann man Bilirubin senken? – Ein erhöhter Bilirubin-Wert kann durch eine Urin- oder eine Blutprobe festgestellt werden. Bei einem Bluttest liegt ein herkömmlicher Bilirubin-Wert zwischen 3,4 und 20,0 micromol/L (0,2 bis 1,2 mg/dL).4 Ein niedriger Bilirubin-Wert löst üblicherweise keine Symptome aus.

Niedriges Bilirubin kann durch übermäßigen Koffeinkonsum oder nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) wie Aspirin herbeigeführt werden. Menschen, bei denen der Bilirubin Wert erhöht ist, sollten ärztlichen Rat aufsuchen. Ein zu hoher Bilirubin-Wert kann reduziert werden, indem man die zugrunde liegende Ursache behandelt.

Darüber hinaus helfen eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol.5 * Fühlst Du Dich unwohl? Mach eine Symptomanalyse mit de rkostenlosen Ada-Ap p.

Welcher Bilirubin Wert ist kritisch?

Bilirubin: Gallenfarbstoff als Krankheitsmarker Gallenfarbstoff als Krankheitsmarker Von Christina Hohmann Der Gallenfarbstoff Bilirubin hat keine Funktion im Körper, er ist nur ein Abbauprodukt. Doch eine Erhöhung des Bilirubinwertes im Blut kann Auskunft über verschiedene Erkrankungen geben.

Etwa fünf Milliarden Erythrozyten bewegen sich durch den menschlichen Körper und transportieren Sauerstoff in alle Gewebe. Diese Armee von roten Blutkörperchen hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Ein Erythrozyt lebt im Schnitt 120 Tage und wird dann in der Milz abgebaut. Dabei fällt der Blutfarbstoff Hämoglobin, genauer gesagt der für die Sauerstoffbindung verantwortliche Häm-Anteil, als unverwertbarer Rest an.

Er wird über die Zwischenstufe Biliverdin zu Bilirubin abgebaut. Täglich entstehen etwa 300 mg des gelben Gallenfarbstoffs, wovon 80 Prozent aus dem Abbau von Hämoglobin und der Rest aus anderen Hämproteinen wie Cytochrom oder Myoglobin stammt. Bilirubin ist wasserunlöslich.

  1. Im Blut wird es daher gebunden an das Protein Albumin bis zur Leber transportiert, wo es in die Zellen aufgenommen und verstoffwechselt wird.
  2. Der größte Teil wird mit Glucuronsäure konjugiert und in dieser wasserlöslichen Form mit der Galle in den Darm sezerniert.
  3. Im Dickdarm entstehen aus Bilirubin schrittweise die Stoffe Urobilinogen und Sterkobilinogen.

Letzteres wird im Darm in Sterkobilin umgewandelt, das für die braune Farbe des Kots verantwortlich ist. Bilirubin und seine Metaboliten werden zu etwa 15 bis 20 Prozent im Darm wieder resorbiert und gelangen über das Blutsystem zurück zur Leber, was als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet wird.

Ein kleiner Teil des Bilirubins wird über die Niere ausgeschieden. Urobilinogen wird dort zu Urobilin reduziert und in den Harn abgegeben, der dadurch seine gelbe Farbe erhält. Bei der Bestimmung des Bilirubinwertes aus dem Blutserum sind verschiedene Fraktionen zu unterscheiden. Als indirektes Bilirubin bezeichnen Mediziner die unkonjugierte, wasserunlösliche, an Albumin gebundene Form.

Entsprechend heißt die konjugierte, wasserlösliche Form direktes Bilirubin. Als Delta-Bilirubin wird der wasserlösliche, an Albumin kovalent gebundene Gallenfarbstoff bezeichnet. Ermittelt wird der Gesamtgehalt des Bilirubins im Serum, der alle Fraktionen umfasst.

Er liegt normalerweise unter 21 µmol/l. Zusätzlich wird das direkte Bilirubin separat bestimmt. Das indirekte Bilirubin kann dann als Differenz zwischen dem Gesamtgehalt und dem direkten Bilirubin errechnet werden. Bei erhöhten Werten des Gesamtbilirubins (Hyperbilirubinämie) kann sich der Farbstoff in der Lederhaut des Auges und in der Haut einlagern, was als Gelbsucht oder Ikterus bezeichnet wird.

Eine erkennbare Gelbsucht tritt bei Erwachsenen auf, wenn der Bilirubinspiegel mehr als 2,5 mg/dl beträgt. Bei Neugeborenen ist dies erst bei Werten über 4 mg/dl der Fall. Erhöhte Bilirubinspiegel können verschiedene Ursachen haben. So kann das Problem in der Leber liegen.

  • Dies ist zum Beispiel bei einer Störung des Bilirubinstoffwechsels der Fall.
  • Bei der autosomal-dominant vererbten Krankheit Morbus Meulengracht ist die Aufnahme des unkonjugierten Bilirubins in die Leberzellen gestört; beim autosomal-rezessiv vererbten Criggler-Najjar-Syndrom ist die Glucuronidierung zu gering.

Bei beiden Erkrankungen ist der Anteil des indirekten Bilirubins erhöht. Das direkte Bilirubin ist dagegen bei den beiden erblichen Stoffwechselstörungen Dubin-Johnson-Syndrom und Rotor-Syndrom erhöht. Eine Hyperbilirubinämie kann auch auf Beeinträchtigungen der Leberfunktion etwa eine Hepatitis, Leberzirrhose, Fettleber oder Cholestase (Gallenstauung) zurückgehen.

  • Bei Leberschäden sind auch die Werte der anderen Leberenzyme (siehe dazu, PZ 12/08) erhöht.
  • Bei einem verstärkten Abbau von Erythrozyten (Hämolyse), zum Beispiel bei Stoffwechselerkrankungen, als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei großen Blutergüssen, kann es ebenfalls zu einer Gelbsucht kommen.

Gelbsucht bei Neugeborenen Bei Neugeborenen ist ein erhöhter Bilirubinspiegel normal, denn der Bilirubinstoffwechsel weist im Vergleich zu Erwachsenen einige Besonderheiten auf. So haben Neugeborene eine höhere Erythrozytenkonzentration. Außerdem leben die roten Blutkörperchen nur 70 statt 120 Tage.

Zusätzlich ist die Leber des Kindes noch unreif. Die Glucuronyltransferase, die Bilirubin in den Hepatozyten glucuronidiert, ist noch nicht in vollem Ausmaß aktiv, weshalb das anfallende Bilirubin nicht ausgeschieden werden kann. Ein Anstieg des Bilirubinwertes in den ersten Lebenstagen ist somit normal.

Etwa 60 Prozent der Säuglinge zeigen eine Neugeborenengelbsucht (Icterus neonatorum), die am fünften Tag ihren Höhepunkt erreicht und dann wieder nachlässt. Normalerweise verläuft sie harmlos. Wenn aber Risikofaktoren wie Blutergüsse, angeborene Stoffwechselerkrankungen oder eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind vorliegen, kann der Bilirubinwert so stark ansteigen, dass der Farbstoff die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

  1. Im Gehirn lagert er sich in die Basalganglien ein und kann sie dauerhaft schädigen (Kern-Ikterus).
  2. Ab einer Bilirubinkonzentration von mehr als 15 mg/dl bei Termingeborenen und ab 10 mg/dl bei Frühgeborenen wird meist eine Fototherapie eingeleitet.
  3. Die Kinder sind in einem speziellen Brutkasten blauem Licht der Wellenlänge 425 bis 475 nm ausgesetzt.

Dadurch wird das in der Haut eingelagerte Bilirubin in wasserlösliche Formen umgewandelt, die ohne Glucuronidierung in der Leber mit dem Kot oder Urin ausgeschieden werden können. : Bilirubin: Gallenfarbstoff als Krankheitsmarker

Wie lange dürfen Babys gelb sein?

– Die „normale” Gelbsucht bei Säuglingen beginnt in der Regel um den 3. Lebenstag herum, erreicht ein Maximum am 5. Lebenstag und normalisiert sich meist bis zum 10. Lebenstag. Liegt eine andere Erkrankung zugrunde, ist die Dauer der Gelbsucht ganz von der Art der Behandlung abhängig.

Eine Gelbsucht ist für die meisten Neugeborenen nicht gefährlich, Mach dir also nicht allzu viele Sorgen, wenn sich das Gesicht deines kleinen Lieblings gelb verfärben sollte. Dennoch ist es wichtig, umgehend einen Arzt / eine Ärztin aufzusuchen. Dann bist du auf der sicheren Seite, falls du erste Anzeichen einer Gelbsucht bei deinem Schatz entdeckst.

Zur Entstehung dieses Artikels: Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und öffentlichen Quellen wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), dem Ärzteblatt oder den „Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”.

Wie oft Stillen bei Gelbsucht?

Bei hohen Bilirubin-Konzentrationen bekommt das Neugeborene eine Fototherapie (© Paul Hakimata) Neugeborenen-Gelbsucht (Ikterus), bei der sich die Haut vorübergehend gelb verfärbt, kommt zu einem gewissen Grad bei allen Babys vor. Der Ikterus stellt einen natürlichen Umstellungsprozess auf das Leben außerhalb des Mutterleibes dar.

Die stärkste Ausprägung der Gelbsucht wird meistens zwischen dem 3. und 7. Tag nach der Geburt beobachtet. Der Ikterus geht innerhalb der ersten Wochen, spätestens nach 3 Monaten vorüber. Die Gelbsucht wird durch den gelbbraunen Gallenfarbstoff Bilirubin verursacht, der beim Abbau von roten Blutkörperchen entsteht.

Man spricht daher auch von Hyperbilirubinämie. Extrem hohe Bilirubin-Konzentrationen sind für die Hirnentwicklung schädlich (Kernikterus) und können zu einer bleibenden Behinderung führen. In Deutschland treten bei ~700.000 Geburten etwa 5–7 Kernikterus-Fälle pro Jahr auf.

Um der Entwicklung von Kernikterus vorzubeugen, werden Neugeborene beobachtet und bei Bedarf frühzeitig durch eine Fototherapie behandelt, bei der Bilirubin durch blaues Licht in eine unschädliche Form umgewandelt wird. Auf diese Weise lassen sich langfristige Schäden zuverlässig vermeiden. Manche Neugeborenen haben ein erhöhtes Risiko zu übermäßig erhöhten Bilirubin-Werten, darunter u.a.

frühgeborene oder dehydrierte Babys, untergewichtige oder sehr kleine Neugeborene (Small for Gestational Age, SGA), bei einem großen Bluterguss z.B. nach einer Vakuum-Extraktion oder bei einer AB0-Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind.

Auch Kinder von Müttern mit Diabetes oder Übergewicht zählen zur Risikogruppe, bzw. generell bei einem verzögerten Milcheinschuss, Eine verzögerte Ausscheidung vom Mekonium, dem ersten, stark Bilirubin-haltigen Stuhl, und ein zu starker Gewichtsverlust in den ersten Tagen nach der Geburt aufgrund einer verzögerten und zu geringen Nahrungsaufnahme, erhöhen ebenfalls die Gefahr.

Bei diesen Risikogruppen ist es besonders wichtig auf die Ausscheidungen zu achten und diese zu protokollieren (siehe den Artikel Stuhlgang und Urin eines neugeborenen, gestillten Babys und die Vorlage für das Ausscheidungsprotokoll, siehe auch Bekommt mein Baby genug Muttermilch? ).

Erstes Stillen direkt innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt, auch nach Kaiserschnitt Das Baby bereits bei den ersten Stillzeichen anlegen, insgesamt mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden, d.h. alle 1–3 Stunden vom Anfang einer Stillmahlzeit bis zum Anfang der nächsten Stillmahlzeit oder noch sehr viel häufiger, auch mehrmals die Stunde ist wunderbar Auf ein gutes Anlegen mit effektivem Saugen und Milchtransfer achten und auch vom Fachpersonal überprüfen lassen Das Baby sollte nichts anderes außer Muttermilch erhalten, insbesondere keinen Tee oder Wasser mit/ohne Zucker (Säuglingsnahrung wird manchmal gegeben, wenn die Milchbildung der Mutter z.B. aufgrund von zu späten und seltenen Brustentleerungen noch nicht ausreichend in Gang gekommen ist, siehe den Artikel Die Milchmenge steigern: Wie man mehr Milch bilden kann )

Babys mit übermäßiger Gelbsucht werden lethargisch, schläfrig und trinkschwach und müssen zum Stillen alle zwei Stunden geweckt werden, damit sie die 8–12 Stillmahlzeiten am Tag erhalten (s. auch Ein schläfriges Baby zum Stillen wecken ). Die Stillmahlzeiten und die Uhrzeiten sollten neben den Ausscheidungen ebenfalls protokolliert werden, um sicherzustellen, dass das Baby häufig genug trinkt.

Wenn das Baby nicht oft oder effektiv genug trinkt, muss die Milchbildung über zusätzliche Entleerung der Milch per Hand oder Pumpe aufrechterhalten und gesteigert werden (z.B. nach jeder Stillmahlzeit oder 8- bis 12-mal in 24 Stunden), die gewonnene Milch soll dem Baby gegeben werden – idealerweise mit alternativen Fütterungsmethoden, d.h.

per Löffel, Becher, Ernährungssonde oder Brusternährungsset (siehe auch den Artikel Stillschwierigkeiten im Frühwochenbett: erste Hilfsmaßnahmen ). In aller Regel reichen die sorgfältige Ernährung des Babys mit Muttermilch und eine Fototherapie aus, um die Bilirubinwerte zu senken.

Bei der traditionellen Form (siehe Bild oben) wird das Baby von oben mit Blaulicht bestrahlt. Für diese Therapieform müssen die Augen mit einer Klappe geschützt werden, außerdem wird das Baby vorübergehend von der Mutter getrennt. Auch in diesem Fall sollte das Baby etwa alle zwei Stunden gestillt werden (vom Beginn einer Stillmahlzeit bis zum Beginn der nächsten Stillmahlzeit) und nach dem Stillen unverzüglich unter die Lampe gelegt werden. Bei neueren Therapieformen liegt das Baby auf einem transportablen Bili-Teppich oder in einem Bili-Schlafsack. Das Licht kommt von unten, das Baby wird zugedeckt. Auf diese Weise sind keine Augenklappen erforderlich und das Baby kann bei der Mutter bleiben. Auf dem Bili-Teppich kann das Baby sogar gestillt werden. Seit Neuestem gibt es auch ambulante Fototherapien, diese werden jedoch nur von einzelnen Ärzten durchgeführt. Bei einer ambulanten Fototherapie erhält die Familie eine Bilirubinlampe mit einer Lichtdecke mit nach Hause. Diese Therapieform ist besonders günstig, weil Mutter und Kind nicht voneinander getrennt werden müssen und mehr Körper- und Hautkontakt praktizieren können als bei einem Aufenthalt in der Kinderklinik. Auf diese Weise werden die Mutter-Kind-Bindung und das Stillen gefördert.

Es hängt vom Krankenhaus bzw. dem behandelnden Kinderarzt ab, welche Apparaturen zur Fototherapie zur Verfügung stehen. Mit etwas Durchsetzungsvermögen können die Mütter manchmal erreichen, dass sie für die Phototherapie nicht von ihren Babys getrennt werden.

Bei Blaulicht-Apparaturen, die von oben bestrahlen, kann sich die Mutter auch mit unter die Lampe legen und sich mit einer Sonnenbrille vor den Strahlen schützen. Währenddessen kann sie mit ihrem Baby Haut an Haut kuscheln, was die Bindung und die Bildung der Stillhormone unterstützt, und ggf. sogar stillen.

In vielen Krankenhäusern ist es ungewöhnlich, dass Mutter und Kind während der Phototherapie zusammenbleiben. Fragt die Mutter, ob das möglich wäre, erhält sie tendenziell eine negative Antwort. Wenn sie stattdessen als selbstbewusste Kundin des Krankenhauses darauf besteht, von ihrem Kind nicht getrennt zu werden, und danach fragt, wie das Zusammenbleiben umsetzbar ist, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Lösung gefunden.

Wie senkt man Bilirubinwert?

Was hilft meinem Baby jetzt? – Ca.60% aller Neugeborenen entwickeln eine solche Gelbfärbung, wobei die Ausprägung des Gelbtons von der natürlichen Hautfarbe des Babys und vom sogenannten Serum Bilirubin Level abhängt. Neben der Hautfärbung können erhöhte Bilirubinwerte aber noch andere Folgen haben: Babys, die einen sehr hohen Wert haben, neigen dazu, schläfrig und lethargisch zu sein, wachen nicht für ihre Mahlzeiten auf und haben oft dunklen Urin und weißlichen Stuhl.

  1. In den meisten Fällen reicht indirektes Sonnenlicht und häufiges Stillen aus, um den Bilirubinwert zu senken.
  2. Ist die Gelbsucht aber ausgeprägter, müssen Babys manchmal mit Phototherapie behandelt werden.
  3. Dabei wird das Baby blauem Licht in einer bestimmten Wellenlänge ausgesetzt.
  4. Nur in sehr schweren Fällen kann eine Bluttransfusion notwendig sein.

Etwa 14 Tage nach der Geburt sollte die gelbliche Färbung verblassen. Bei Fragen kannst du uns jederzeit unter [email protected] schreiben oder ganz einfach über Facebook oder Instagram kontaktieren.

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Wie schnell sinkt der Bilirubinwert?

Wie wird Neugeborenengelbsucht diagnostiziert und behandelt? – In der Regel überprüft der Arzt im Rahmen der Untersuchung des Neugeborenen in der 1. Lebenswoche, ob eine mögliche Neugeborenengelbsucht vorliegt. Wenn Ihr Baby Symptome in Form einer gelblichen Augenhaut und Hautfarbe aufzeigt, wird der Arzt den Bilirubinwert im Blut messen.

  • Ist der Bilirubinwert etwas erhöht, hat Ihr Baby die leichteste Form der Neugeborenengelbsucht.
  • Diese Werte normalisieren sich in der Regel bis zur 2.
  • Lebenswoche wieder.
  • Sofern der Wert nicht ansteigt, ist eine Behandlung nicht erforderlich.
  • Wenn der Bilirubinwert im Blut eine bestimmte Grenze überschreitet, erhält Ihr Baby eine Fototherapie mit blauem Licht.

Diese einfachste und wirksamste Maßnahme bei Neugeborenengelbsucht wird bei vielen der betroffenen Neugeborenen angewandt. Die Behandlung dauert in der Regel 1-2 Tage und ist völlig harmlos: Spezifische Wellenlängen im blauen Bereich des Lichtes wandeln das in der Haut vorhandene Bilirubin in wasserlösliche Formen um.

  • Diese werden dann mit dem Urin Ihres Babys ausgeschieden.
  • Achten Sie bei einer Behandlung mit Fototherapie darauf, dass Ihr Neugeborenes ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt – um die Ausscheidung zu unterstützen und da es unter der Lampe schwitzen kann.
  • Sollten deutlich erhöhte Werte vorliegen, können weitere Blutuntersuchungen nötig sein, um die Ursachen abzuklären.

In den meisten Fällen von Gelbsucht bei Babys handelt es sich jedoch um eine harmlose Form, die keine oder nur eine kurze Behandlung erfordert. Außerdem müssen die Werte immer in Relation zum Gewicht und Alter des Babys gelesen werden. So gelten vor allem für Frühchen andere Grenzwerte.

Was sind leicht erhöhte Bilirubinwerte?

Was bedeuten zu hohe Werte? – Zu hohe Werte können auf Hepatitis, Leberzirrhose, Gallenstau, eine Entzündung der Gallengänge oder ein Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom hindeuten. Das indirekte Bilirubin ist bei einem natürlichen oder krankhaften Abbau roter Blutzellen und bei Morbus Gilbert-Meulengracht erhöht.

Welcher Wert ist bei Gelbsucht erhöht?

Alle NetDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft. Ist die Blutkonzentration von Bilirubin erhöht, kann dies harmlose, aber auch gefährliche Ursachen haben. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes aus den roten Blutkörperchen.

Kann Bilirubin durch Stress erhöht werden?

Gelbe Haut, gelbe Augen: Was auf den ersten Blick krank wirkt, hat einige positive Auswirkungen, so ErnährungswissenschafterInnen der Universität Wien. Gesichert ist das für den Fettstoffwechsel, und es scheint, als stecke noch weitaus größeres Potenzial in den Gallenfarbstoffen.

Der Prozess ist einfach erklärt: Beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht zuerst der Gallenfarbstoff Biliverdin. Daraus geht Bilirubin hervor, das zur Leber wandert und dort in einen wasserlöslichen Stoff umgewandelt wird. Die nächste Station ist der Darm. „Hier erfolgt wieder eine Reduktion, Bilirubin heißt nun Urobilinogen.

Einen beträchtlichen Anteil dieses Stoffs scheidet der Mensch aus, der Rest gelangt zurück zur Leber”, erklärt Karl Heinz Wagner vom Department für Ernährungswissenschaften. Gelbfärbung: Mehr Bilirubin im Organismus Doch bei einem großen Teil der Bevölkerung – rund acht bis zehn Prozent – schaut die Sache anders aus: Sie haben eine geringere Aktivität des „UDP-UGT1A1”-Enzyms, das in der Leber das wasserlösliche, damit ausscheidbare, Bilirubin bildet.

Ihr Bilirubinspiegel ist daher höher als üblich („Gilbert-Syndrom”). Vor allem in Stresssituationen erscheinen dann Haut und Augäpfel gelblich. Die junge Doktorandin Christine Mölzer ist mittlerweile Expertin auf dem Gebiet und war an mehreren Publikationen zum Thema beteiligt. Sie erklärt: „Eine Gelbfärbung kann etwa durch physischen und psychischen Stress, sei es durch das Aussetzen von Nahrung oder aber durch Nervosität wie vor Prüfungen oder Referaten, ausgelöst werden.

Auch bei Neugeborenen ist das Symptom oft zu beobachten, unter anderem da das Enzym noch nicht vollständig arbeitet.” Für die Betroffenen ist das nicht gefährlich, im Gegenteil: Es deutet einiges darauf hin, dass ein erhöhter Bilirubinspiegel vor DNA- und Chromosomenschäden, z.

  1. B Mutationen, und somit vor Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen schützt.
  2. Warum das so sein könnte, haben die WissenschafterInnen in mehreren Einzelstudien untersucht und sind dabei in verschiedene Richtungen gegangen.
  3. In vitro”: Gallenfarbstoffe bewirken Schutz vor DNA-Schädigung Die antimutagene Wirkung des Bilirubin erforschte Mölzer zuerst anhand von Salmonellenstämmen im Labor.

Sie führte den kranken, also bereits mutierten Zellen, gemeinsam mit verschiedenen mutagenen Substanzen Gallenfarbstoffe zu und konnte zeigen, dass die Zellen vor mutagenen Angriffen geschützt sind. Da die Gallenfarbstoffe eng mit dem Darm in Verbindung stehen, hat sich die Nachwuchswissenschafterin dann im Zellkulturmodell mit den beiden zentralen Organen Leber und Darm beschäftigt und Krebszellen untersucht.

  • Während wir im Bakterienmodell einen stark antimutagenen Effekt – also Schutz vor DNA-Schädigung – feststellen konnten, ist es bei den Krebszellen genau umgekehrt: Die Gallenfarbstoffe bewirken eine Schädigung der DNA.
  • Da es das Ziel jeder Krebstherapie ist, die Krebszellen selektiv abzutöten, ist das ein positives Ergebnis”, so Mölzer.

„In vivo”: Erhöhtes Bilirubin bedeutet einen verbesserten Fettstoffwechsel Was im Labor funktioniert, lässt sich „in vivo” im Rahmen von Humanstudien aber nicht so einfach nachweisen. Im „Reagenzglas” sieht man zwar, dass Gallenfarbstoffe als Anti-Oxidantien wirken.

  • Sie verhindern eine unerwünschte Oxidation, die zu DNA-Schädigung führt, und können Mutation sogar rückgängig machen.
  • In Untersuchungen bei Menschen mit Gilbert-Syndrom ist diese Wirkung aber noch nicht bestätigt.
  • Doch die WissenschafterInnen um Wagner sind im Rahmen ihrer Humanstudien auf eine andere Fährte gestoßen.

Sie konnten feststellen, dass Personen mit dieser chronischen Stoffwechselstörung einen stark verbesserten Fettstoffwechsel haben. „Die klassischen Risikoparameter wie beispielsweise Cholesterin sind signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe der Personen ohne erhöhtem Bilirubin”, erklärt der Ernährungswissenschafter: „Es scheint daher einen Schutz vor altersbedingten Störungen, wie hohem Cholesterin- oder Triglyceridspiegel zu geben.” Weiters stellte das Team fest, dass Menschen mit Gilbert-Syndrom einen niedrigeren BMI aufweisen, also generell schlanker sind.

Auch das trägt zu einem geringeren Risiko für Erkrankungen bei. Die Schutzwirkung des Bilirubin ist erstaunlich, und noch sind viele Fragen offen, die das Team in weiteren Forschungsprojekten beantworten will – u.a. in Zusammenarbeit mit dem AKH sowie im Rahmen internationaler Kooperationen. Auch ist die Forschungsgruppe der Universität Wien darum bemüht, Personen mit erhöhtem Bilirubinspiegel zu erreichen und bittet daher darum, sich bei Interesse (per Mail an Christine Mölzer: christine.moelzer(at)univie.ac.at) zu melden.

(dh) Das vom FWF geförderte Projekt „Die physiologische Relevanz von Gallenfarbstoffen” lief von Februar 2009 bis Februar 2012. Projektleiter ist Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl-Heinz Wagner vom Department für Ernährungswissenschaften, Projektmitarbeiterin ist Mag.

  1. Christine Mölzer, Bakk,
  2. Aktuelle Publikationen zum Thema: „Protection from age related increase in lipid biomarkers and inflammation contributes to cardiovascular protection in Gilbert’s syndrome ” (AutorInnen: Marlies Wallner, Rodrig Marculescu, Daniel Doberer, Michael Wolzt, Oswald Wagner, Libor Vitek, Andrew C.

Bulmer and Karl-Heinz Wagner), erschienen am 9. April 2013 im Journal „Clinical Science” „Bilirubin and beyond: A review of lipid status in Gilbert’s syndrome and its relevance to cardiovascular disease protection” (AutorInnen: Andrew C. Bulmer, Henkjan Verkade, Karl-Heinz Wagner), erschienen am 29.

  • November 2012 im Journal „Progress in Lipid Research” „In vitro DNA-damaging effects of intestinal and related tetrapyrroles in human cancer cells” (AutorInnen: Christine Mölzer, Barbara Pfleger, Elisabeth Putz, Antonia Roßmann, Ursula Schwarza, Marlies Wallner, Andrew C.
  • Bulmer, Karl-Heinz Wagner), erschienen am 13.

Dezember 2012 im Journal „Experimental Cell Research”

Kann der Bilirubinwert wieder steigen?

Hyperbilirubinämie – Die Gelbsucht bei Babys Wenn aus dem rosigen Baby ein Kind wird, dessen Haut gelb erscheint, dann spricht man von einer Bilirubinämie des Neugeborenen. Die gelbe Farbe ist nicht nur am Körper zu sehen, sondern auch in den Augen. Die weißen Skleren werden gelb.

  1. Das Abbauprodukt aus den roten Blutkörperchen wird nicht in ausreichendem Maße vom Baby ausgeschieden.
  2. Deshalb lagert es sich unter der Haut im Fettgewebe an.
  3. Das Kind bekommt eine gelbliche Färbung.
  4. Das haben viele Kinder.
  5. Denn Neugeborene bauen besonders schnell ihre roten Blutkörperchen ab.
  6. Sie können das Abbauprodukt noch nicht gut ausscheiden.

In den meisten Fällen ist der Anstieg des Bilirubins völlig normal. Nach der ersten Lebenswoche nimmt die gelbe Verfärbung sichtbar ab. Nur selten steigt der Bilirubinwert beim Baby in eine Region, die für das Baby gefährlich ist. Die ersten Anzeichen des übermäßig steigenden Bilirubinspiegels erkennst Du an einem ungewöhnlich lange schlafenden Kind. Rasch wirst Du bemerken, dass es auch schlechter trinkt. Du kannst wahrnehmen, dass Dein Kind insgesamt einen schlapperen Eindruck macht.

  1. Das ist ein Warnzeichen.
  2. Das bedeutet nicht, dass das Baby „friedlich” ist.
  3. Es weist darauf hin, dass das Baby durch den Abbau des Bilirubins stark belastet ist.
  4. Aus dem „ruhigen” Kind kann rasch ein Baby werden, das – sich spitz schreiend, – den Kopf stark nach hinten überstreckt und Fieber hat.
  5. Deshalb ist es für Dein Kind wichtig, dass Du jetzt handelst.

Wecke es zu regelmäßigen Mahlzeiten auf, wenn es nicht von selbst wach wird. Unterstütze Deinen Milchflussreflex und motiviere das Kind zum Trinken. Gelingt es Dir nicht, so pumpe die Muttermilch aus der Brust und füttere sie dem Kind. Beobachte seinen Allgemeinzustand und kontrolliere seine Temperatur.

Wie hoch der Bilirubinwert im Blut tatsächlich ist, kannst Du nicht selbst beurteilen. Der Wert kann nicht beobachtet werden. Man muss ihn messen. Dafür braucht es technische Unterstützung. Die Messung bieten viele Hebammen und Kinderärzte an. Hast Du keinen Arzt und keine Hebamme, so bring Dein Kind in die Klinik, in der Du geboren hast.

Dort kann diese Kontrolle auch durchgeführt werden. Ob und wie Dein Baby behandelt wird ist abhängig vom Messergebnis und dem Allgemeinzustand Deines Kindes. Deine Beobachtungen sind wichtig. Sie helfen bei der weiteren Entscheidungsfindung. Durch regelmäßiges Trinken des Kindes wird die Neugeborenengelbsucht besser.

  1. Das Bilirubin ist im Körper des Kindes.
  2. Wie groß die Menge, also wie hoch der Biliwert ist, kann deshalb mit einer Blutprobe bestimmt werden.
  3. Aber nicht jedes gelbe Baby muss gestochen werden.
  4. Es gibt ein einfaches Testverfahren, das seit einigen Jahren die Blutabnahme ersetzt.
  5. Das ist die sogenannte „Transcutane Bilirubinkontrolle”.

Der Wert wird durch die Haut gemessen. Blut wird dafür nicht benötigt. Es ist ein kleines Gerät, das an die Haut Deines Babys gehalten wird. Ein Lichtstrahl misst den Bilirubinwert. Das Ergebnis ist so genau, dass nur bei besonders hohen Werten, eine zusätzliche Kontrolle über das Blut Deines Babys erfolgen muss.

  • Die transcutane Kontrolle ist für Dein Baby ungefährlich.
  • Sie tut ihm nicht weh.
  • Zeigt Dein Baby leichte Zeichen der Beeinträchtigung, so sind häufige Mahlzeiten eine ausreichende Therapie.
  • Wenn der Biliwert die Normgrenze übersteigt, dann wird der Arzt Deinem Kind eine Phototherapie verordnen.
  • Das Baby wird vorübergehend in einem Klinikbettchen mit blau-grünem Licht bestrahlt.

Natürlich kann es weiter gestillt werden. In der Regel dauert die Behandlung nur einige Stunden. Sobald der Bilirubinwert stetig sinkt, darfst Du mit Deinem Baby wieder nach Hause gehen. Du musst Dein Baby in der Klinik nicht alleine lassen. Wenn die Phototherapie noch begonnen wird, während Du in der Klinik bist, wirst Du einfach später entlassen.

Warst Du mit dem Baby schon zu Hause, dann bekommst Du in der Kinderklinik ein Bett und auch etwas zu Essen. Du darfst das Kind natürlich weiterhin pflegen und Stillen. Das Personal wird sich über Deine Unterstützung freuen. Ganz selten ist der Wert so hoch, dass eine echte Gefahr für das Gehirn und die Entwicklung des Babys droht.

Dann reicht die Phototherapie nicht aus. Das Kind braucht zusätzlich spezielle Medikamente. Manche Babys bekommen eine Austauschtransfusion. Dabei wird das Blut des Kindes durch gespendetes Blut ersetzt. Der hohe Bilirubinwert wird durch den Austausch des Blutes gesenkt. Gestillte Kinder haben tatsächlich ein höheres Risiko gelb zu werden. Das liegt auch daran, dass diese oft am Anfang weniger Nahrung haben, als Kinder, die mit der Flasche ernährt werden. Der Darmflora des gestillten Babys wird auch ein Anteil zugeschrieben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Du Dein Baby nicht stillen sollst. Es ist wichtig, dass Du Dir für das Stillen Zeit nimmst. Damit Dein Baby auch in den ersten Tagen ausreichend Nahrung bekommt. Muttermilch ist gut für das Baby. Häufige Mahlzeiten sind eine gute Prophylaxe für die Neugeborenengelbsucht.

Wenn Du Dein Baby in die Klinik wegen der Gelbsucht begleitest, wirst Du als begleitende Mutter aufgenommen. Wenn es der Klinik möglich ist, wird sie Dir ein gemeinsames Zimmer mit Deinem Baby geben. Das Baby wird rundum versorgt. Du brauchst für Dein Kind nur die passende Kleidung für die Heimfahrt und einen geeigneten Tragesitz für die Autofahrt und die Dokumente:

Kinderuntersuchungsheft. Einweisungsschein. Krankenkassenkarte (wenn Du diese schon hast).

Für Dich packst Du einfach ein, was Du in den nächsten Tagen brauchst.

, Schlafkleidung. Handtücher, Waschlappen, Hygienebedarf (dazu gehören auch Binden für den Wochenfluss). Schuhe, in die Du schnell schlüpfen kannst (zum Beispiel Hausschuhe). Stillhilfen, wie beispielsweise,, falls Du diese verwendest (eine Milchpumpe und Zubehör halten die meisten Kliniken vor). Nahrungsmittel für Zwischendurch (Riegel, Mandeln, Obst etc.). Handy, Ladekabel. Vielleicht hast Du Lust und Zeit etwas zu Lesen. Dann nimm Dir eine Lektüre mit. Krankenkassenkarte von dem Elternteil, bei dem das Kind versichert ist, wenn Du die des Kindes noch nicht hast. Deinen Mutterpass. Telefonnummer Deiner Hebamme (sie besucht Dich auch in der Klinik).

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Wann wird Bilirubin abgebaut?

Stoffwechsel – Rote Blutkörperchen leben etwa 120 Tage, danach werden sie in Leber und Milz abgebaut. Aus Häm b, dem roten Blutfarbstoff, der beim Abbau anfällt, wird über Zwischenstufen die rot-orange Substanz Bilirubin gebildet. Täglich entstehen ca.300 mg Bilirubin im menschlichen Organismus, davon rund 70 Prozent aus dem Abbau gealterter Erythrozyten (roter Blutkörperchen), der Rest aus dem Stoffwechsel anderer Hämoproteine, überschüssig gebildetem Hämoglobin oder aus Vorläuferzellen im Knochenmark.

  1. Bilirubin ist gut in Fett ( lipophil ), aber sehr schlecht in Wasser löslich.
  2. Zum Transport im Blut muss es deshalb durch eine lockere, nicht kovalente Bindung an Albumin, ein Bluteiweiß, gekoppelt werden und wird dann unkonjugiertes Bilirubin (Synonym: indirektes Bilirubin) genannt.
  3. Bilirubin kann auch eine kovalente, also feste Bindung mit Albumin eingehen.

Diese Form wird dann als Delta-Bilirubin bezeichnet. Unkonjugiertes Bilirubin wird anschließend in der Leber durch das Enzym UDP-Glucuronosyltransferase an Glucuronsäure gekoppelt ( konjugiert ) und in dieser wasserlöslichen Form als „konjugiertes Bilirubin” bezeichnet; dieses hat dann auch eine gelbe Farbe.

  • Onjugiertes Bilirubin und Delta-Bilirubin werden zusammen als „direktes Bilirubin” bezeichnet.
  • Direktes Bilirubin kann mit der Galle in den Darm ausgeschieden werden.
  • Im Darm wird konjugiertes Bilirubin dann über die Zwischenstufen Mesobilirubinogen und Stercobilinogen ( lateinisch stercus „Stuhl”) zu Stercobilin überführt, welches mit für die braunrote Farbe des Kotes verantwortlich ist.
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Etwa 20 Prozent des in den Darm abgegebenen Bilirubins unterliegen als Urobilinogen und Stercobilinogen einem enterohepatischen Kreislauf, werden also nochmals aufgenommen. Der Hauptanteil dagegen wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Ein geringer Teil des resorbierten Urobilinogens wird über die Harnwege eliminiert.

Wie lange bleiben Augen bei Gelbsucht Gelb?

Gelbe Augen – Behandlung – Die Gelbfärbung der Augen zieht keine Beeinträchtigung der Augengesundheit nach sich. Sie ist auch nicht die eigentliche Krankheit. Es handelt sich um einen Hinweis auf eine tiefer liegende Ursache, Die Behandlung erfolgt entsprechend der zugrundeliegenden Erkrankung.

  1. Um diese korrekt zu erkennen, führt man in der Regel zunächst eine Messung der Bilirubinkonzentration im Blut durch.
  2. Es wird ein großes Blutbild gemacht und die Leber untersucht.
  3. Unter Beachtung von weiteren Begleiterscheinungen wie heller Stuhl und dunkler Urin, Müdigkeit, Fieber oder plötzlicher Gewichtsverlust wird die Diagnose gestellt.

Eine entsprechende Therapie wird eingeleitet. Entsprechende Möglichkeiten sind:

Virus-hemmende Medikamente bei Infektionskrankheiten wie HepatitisVerzicht auf Alkohol oder bestimmte Medikamente, wenn diese ursächlich für die erhöhte Bilirubinkonzentration verantwortlich sindAngepasste gesunde Ernährung um die Leber zu entlasten Viel trinken

Die Gelbfärbung der Augen geht mit einer Verbesserung der Leberfunktion von allein wieder zurück, Nur in seltenen Fällen kann eine Operation der Leber oder zur Freilegung der Gallenwege erforderlich sein.

Wie lange im Krankenhaus bei Gelbsucht?

Wie lange dauert die Therapie und muss ich länger im Krankenhaus bleiben? – Die Bestrahlung selbst wird im LKH Villach über sechs Stunden mit anschließender Pause durchgeführt. Wir sind sehr bemüht, den Aufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten, es kann aber sein, dass sich aufgrund der Gelbsucht der Aufenthalt um wenige Tage verlängert.

Was löst Gelbsucht bei Babys aus?

Gelbsucht ist eine Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes, die durch eine Ansammlung von Bilirubin im Blut entsteht. Bilirubin ist eine gelbe Substanz, die gebildet wird, wenn Ihr Körper rote Blutkörperchen abbaut. Viel Bilirubin im Blut führt dazu, dass sich die Haut und die weißen Bereiche des Auges gelb färben.

Gelbsucht entsteht, wenn ein Neugeborenes zu viel Bilirubin im Blut hat. Eine leichte Gelbsucht tritt normalerweise 2 bis 3 Tage nach der Geburt auf und verschwindet innerhalb von 2 Wochen von selbst wieder. Gelbsucht tritt bei Neugeborenen häufig auf, da sie mehr Bilirubin als Erwachsene produzieren und es schwerer wieder loswerden. Gelbsucht hat viele Ursachen, manche sind schwerwiegend und andere wiederum unbedeutend. Unabhängig von der Ursache der Gelbsucht können sehr hohe Bilirubinspiegel das Gehirn Ihres Babys schädigen.

Die häufigsten Gründe für eine Gelbsucht bei Neugeborenen sind:

Normale Entwicklung: Die Leber Ihres Babys wächst immer noch und kann Bilirubin noch nicht ausreichend beseitigen – Diese Gelbsucht klingt innerhalb einer Woche wieder ab. Stillen: Ihr Baby hat Probleme beim Stillen und erhält nicht ausreichend Milch (Gelbsucht durch Stillen). Muttermilch: Die Muttermilch enthält hohe Konzentrationen von Substanzen, die den Bilirubinspiegel des Babys erhöhen (Gelbsucht durch Muttermilch). Verletzung: Ihr Baby hat sich während der Geburt verletzt, was zu Blutungen unter der Haut (Hämatom) und durch den Abbau dieses Blutes zu einem erhöhten Bilirubinspiegel führt.

Die weniger häufigen Gründe für eine Gelbsucht bei Neugeborenen sind:

Keine Übereinstimmung zwischen den Blutgruppen von Mutter und Baby Vererbte Probleme mit den roten Blutkörperchen oder der Leber des Babys Verstopfung in der Röhre, die Flüssigkeit von der Leber in den Darm ableitet Schilddrüsenunterfunktion (eine Drüse, die dabei hilft, viele Dinge im Körper zu regulieren)

Wenn Sie Ihr Baby im Krankenhaus zur Welt bringen, wird Ihr Baby von den Ärzten und medizinischen Fachkräften auf Gelbsucht untersucht. Wenn Ihr Baby zu Hause auf die Welt kommt, müssen Sie ins Krankenhaus gehen, wenn die Augen oder die Haut Ihres Babys gelb aussehen und Ihr Baby eines dieser Warnzeichen aufweist:

Die Gelbfärbung der Haut oder der Augen Ihres Babys trat am ersten Tag nach der Geburt auf. Ihr Baby ist bereits 2 Wochen alt. Ihr Baby isst schlecht, ist quengelig und hat Probleme mit der Atmung. Ihr Baby hat Fieber.

Wenn die Augen oder die Haut Ihres Babys gelb sind, es selbst aber keine Warnzeichen aufweist, rufen Sie Ihren Kinderarzt an. Bei schwerer Gelbsucht sammelt sich Bilirubin im Gehirn des Babys an und verursacht dort Hirnschäden. Solche Hirnschäden sind selten, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, wenn Ihr Baby zu früh geboren wurde.

Mit einem Bluttest Durch Anlegen eines Sensors auf der Haut des Babys

Um zu erfahren, was die Gelbsucht Ihres Babys verursacht, können Ärzte Folgendes tun: Die Ärzte behandeln die Ursache für die Gelbsucht Ihres Babys. Eine leichte Gelbsucht muss möglicherweise gar nicht behandelt werden. Mögliche weitere ärztliche Behandlung:

Füttern Sie Ihr Baby öfter, damit Ihr Baby häufiger Stuhlgang hat (auf diese Weise scheidet das Baby mehr Bilirubin aus). Pumpen Sie die Muttermilch ein oder zwei Tage ab und stillen Sie das Kind in dieser Zeit nicht, wenn Ihr Baby Gelbsucht durch Muttermilch hat.

Wenn Ihr Baby einen sehr hohen Bilirubinspiegel hat, können Ärzte:

Eine Phototherapie durchführen (die Haut des Babys wird mit hellem, blauen Licht bestrahlt, was den Abbau des Bilirubins anregt) Ein paar Tage lang Bluttests durchführen, um zu überprüfen, ob der Bilirubinspiegel des Babys absinkt

Wenn die Phototherapie nicht funktioniert, können Ärzte Folgendes tun:

Eine besondere Form der Bluttransfusion durchführen, die Blutaustauschtransfusion genannt wird

Bei einer Blutaustauschtransfusion wird eine kleine Menge Blut Ihres Babys entnommen und durch Spenderblut ersetzt. Das Spenderblut hat einen normalen Bilirubinspiegel. HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN Copyright © 2023 Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA und seine verbundenen Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

Welche Farbe Stuhlgang bei Gelbsucht?

Bei Gelbsucht erscheinen die Haut und das Weiße der Augen gelb. Gelbsucht entsteht durch eine sogenannte Hyperbilirubinämie, bei der sich zu viel Bilirubin (ein gelber Gallenfarbstoff) im Blut befindet. Bilirubin wird im Rahmen des normalen Abbaus von alten oder beschädigten roten Blutkörperchen gebildet und ist ein Zwischenprodukt beim Abbau von Hämoglobin (dem sauerstoffbindenden Teil der roten Blutkörperchen).

  • Das Bilirubin wird im Blut zur Leber transportiert und in die Galle abgesondert (der von der Leber gebildeten Verdauungsflüssigkeit).
  • Danach wird es über die Gallengänge in den Verdauungstrakt und schließlich aus dem Körper ausgeschieden.
  • Bilirubin wird größtenteils im Stuhl, eine geringe Menge aber auch im Urin ausgeschieden.

Wenn Bilirubin nicht rasch genug über Leber und Gallengänge ausgeschieden werden kann, reichert es sich im Blut an und wird dann in der Haut abgelagert. So kommt es zu der für Gelbsucht typischen gelblichen Verfärbung. Viele Menschen mit Gelbsucht weisen auch dunklen Urin und hellen Stuhl auf.

Diese Veränderungen treten ein, wenn eine Verstopfung oder ein sonstiges Problem verhindert, dass Bilirubin über den Stuhl ausgeschieden wird, sodass mehr Bilirubin im Urin ausgeschieden werden muss. Viele Störungen, die Gelbsucht auslösen, insbesondere schwere Lebererkrankungen, sind zudem mit anderen Symptomen oder ernsten Problemen verbunden.

Bei Patienten mit einer Lebererkrankung gehören zu diesen Symptomen Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sowie kleine, aber sichtbare spinnenartige Blutgefäße auf der Haut (sogenannter Spinnennaevus). Bei Männern kann es zu einem Schrumpfen der Hoden und zur Entwicklung von Brüsten und Schambehaarung wie bei Frauen kommen.

Schwere, durch eine Lebererkrankung verursachte Probleme, können sein: Bei Menschen, die große Mengen an betacarotinhaltigen Nahrungsmitteln zu sich nehmen (z.B. Karotten, Kürbis, gewisse Melonen), kann die Haut einen leichten Gelbstich bekommen; ihre Augen werden aber nicht gelb. Dieser Zustand ist keine Gelbsucht und hat auch nichts mit einer Erkrankung der Leber zu tun.

Es gibt viele mögliche Ursachen für Gelbsucht bei Erwachsenen. Meistens haben sie mit Störungen und Arzneimitteln zu tun, die für Folgendes verantwortlich sind:

Schädigung der Leber Störung des Gallenabflusses Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse) mit erhöhter Bilirubinproduktion, die von der Leber nicht abgebaut werden kann

Welche Nahrung bei Gelbsucht?

Die wichtigsten Ernährungstipps bei Fettleber –

Basis der täglichen Ernährung sollten Gemüse, sättigendes Eiweiß (etwa aus Nüssen und Hülsenfrüchten, Eiern, Milchprodukten, Fisch, Geflügel) und hochwertige pflanzliche Öle (etwa Lein- und Weizenkeimöl) sowie zuckerarme Obstsorten sein. Die Leber wird entlastet durch die „Logi-Methode”: Logi steht für „Low Glycemic and Insulinemic Diet”, also eine Ernährung, die den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält. Entscheidend sind somit wenig Kohlenhydrate (Gebäck, Brot, Teigwaren aller Art, Reis).Wenn überhaupt Kohlenhydrate, dann möglichst komplexe, also ballaststoff reiche : Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis statt der hellen Variante.

Wann wird Gelbsucht gefährlich?

Kultur: Gefährliche Gelbfärbung Die Geburt des eigenen Kindes gehört für viele Eltern zu den überwältigendsten Ereignissen ihres Lebens. Vorbei sind die Zeiten, in denen Männer nervös auf Krankenhausfluren auf und ab trippeln, bis Hebammen die erlösende Botschaft überbringen.

Vorbei auch die Zeiten, in denen Kreißsäle einen sterilen Charme verströmen. Viele Krankenhäuser bieten für die ersten Tage nach der Geburt sogar Familienzimmer an. Sie sind beliebt, weil Mütter und Väter im Umgang mit Neugeborenen häufig zunächst unsicher sind. Doch selbst nach Erstgeburten zieht es junge Eltern zunehmend früher nach Hause.

„Vor etwa 20 Jahren haben Mütter das Krankenhaus selbst bei komplikationslosen Entbindungen erst nach etwa sieben Tagen verlassen”, erläutert Monika Berns, Oberärztin der Neonatologie an den Charité-Standorten Benjamin Franklin und Virchow. Inzwischen seien Aufenthalte von zwei bis drei Tagen die Regel, bei ambulanten Entbindungen blieben Mutter und Kind sogar nur wenige Stunden.

  • Diese Entwicklung ist im Prinzip positiv”, sagt die 38-Jährige.
  • Doch ausgerechnet dieser Fortschritt in der Geburtsmedizin leistet der Verbreitung einer Krankheit Vorschub, die in Deutschland seit 25 Jahren als überwunden gilt: dem Kernikterus, einer Extremform der Neugeborenen-Gelbsucht.
  • Sie kann dazu führen, dass auch bei eigentlich gesunden Babys Nervenzellen im Kern des Gehirns irreparabel zerstört werden.

Am Kernikterus erkranke mittlerweile eines von 4000 Neugeborenen, erklärt Monika Berns. In fast allen Fällen hätten die Mütter entweder ambulant entbunden oder das Krankenhaus frühzeitig verlassen. Vielen sei die Gefahr nicht bewusst, die in Extremfällen aus der Gelbsucht erwachsen könne.

Mehr als die Hälfte aller Babys werden ein paar Tage nach der Geburt sichtbar gelb”, erläutert die Medizinerin. Die Leber von Neugeborenen nimmt ihre Funktion nämlich erst allmählich auf. Dadurch erhöht sich die Konzentration von Bilirubin, einem Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin, im Körper.

Dieser Farbstoff wird normalerweise von der Leber verändert und dann ausgeschieden. Der Höhepunkt der Neugeborenen-Gelbsucht wird zwischen dem vierten und fünften Lebenstag erreicht – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Eltern das Krankenhaus längst verlassen haben.

Zu einer großen Gefahr für Neugeborene kann Bilirubin werden, wenn eine Konzentration von 20 Milligramm pro Deziliter Blut erreicht wird. Denn dann lagert sich Bilirubin auch im Gehirn an. „Bei jedem zwanzigsten Neugeborenen klettert der Bilirubin-Wert über diese kritische Grenze”, sagt Monika Berns. Wenn dann nicht schnell gehandelt wird und der Wert noch höher steigt, können wichtige Nervenzellen in Kernen des Gehirns absterben.

Das Thema Neugeborenen-Gelbsucht beschäftigt die Medizinerin seit langem: Vor zehn Jahren erstellte sie an der Freien Universität Berlin gemeinsam mit Professor Hans Versmold Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften für den Umgang mit Gelbsucht bei so genannten reifen, gesunden Neugeborenen – Empfehlungen also für jene Babys, die zwischen der 37.

und 40. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Vor drei Jahren legte sie die Leitlinien gemeinsam mit ihrem Kollegen Professor Christoph Bührer neu auf. „Ein zu hoher Bilirubin-Spiegel bei Neugeborenen wird seit mehr als 30 Jahren durch Foto-Therapie behandelt”, erklärt Monika Berns. In West-Berlin wurde das Verfahren damals in der Kinderklinik der Freien Universität Berlin erprobt, dem Kaiserin-Auguste-Victoria-Haus.

Die Methode ist ungefährlich und hat sich bis heute bewährt: Das Baby wird dabei zumeist in zwei Intervallen von jeweils sechs Stunden einer blauen Lichtquelle ausgesetzt. Durch das Licht spaltet sich Bilirubin in Moleküle, die aus dem Körper besser abgeschieden werden können.

Nur im Extremfall muss das Blut des Neugeborenen ausgetauscht werden. Weil das Gehirn so fettreich ist, lagert sich Bilirubin dort besonders leicht ein. Für Neugeborene sind die Folgen prekär: „Werden bestimmte Areale im Gehirn zerstört, kommt es zu lebenslangen Hörschäden”, legt die Ärztin dar. Gefährdet sind dabei auch Nervenzellen, die die Koordination von fließenden Bewegungsabläufen steuern.

Im schlimmsten Fall endet der Kernikterus tödlich. Ein flächendeckender Bilirubin-Test bei der Entlassung könnte die Gefahr reduzieren, glaubt die Oberärztin – doch der ist nicht vorgesehen. Eltern müssten in den Krankenhäusern zudem ausführlich darüber informiert werden, wo sie nach der Entlassung Rat finden, wenn sich die Haut ihres Kindes verfärbt – doch das geschieht nicht überall.

In den USA sei das in der Regel anders: Dort empfehle die medizinische Gesellschaft American Academy of Pediatrics, Eltern auf die Gefahr im Zusammenhang mit der Gelbsucht aufmerksam zu machen und diese Aufklärung durch eine Unterschrift zu belegen. Selbst die gelben Vorsorge-Hefte, die in Deutschland alle Eltern nach der Geburt erhalten, seien hier nicht hilfreich, meint Monika Berns: „In dem veralteten Heft ist eine Prüfung des Bilirubin-Wertes in den ersten Lebenstagen nicht vorgesehen.” Dieses Problem kennt auch Regine Knobloch vom Bund Deutscher Hebammen.

„Wenn die Bilirubin-Werte während der ersten Lebenstage durch das Krankenhaus aufgezeichnet würden und es einen besseren Informationsaustausch gäbe, könnten ungünstige Verläufe der Neugeborenen-Gelbsucht leichter erkannt werden”, sagt die Beraterin. Hinzu kommt, dass die für Babys vorgesehenen ersten Routine-Untersuchungen zu grobmaschig sind, wenn es um die Neugeborenen-Gelbsucht geht.

Wer zur zweiten Routine-Untersuchung, der U2, die zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag vorgesehen ist, schon am Anfang oder erst am Ende des empfohlenen Zeitraums geht, verpasst möglicherweise den Höhepunkt der Gelbsucht”, betont Oberärztin Berns. Und bei der dritten Routine-Untersuchung – zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche – kämen Behandlungen im Falle eines festgestellten Kernikterus zu spät.

Auch die Nachbetreuung durch Hebammen zu Hause ändert nach Monika Berns Erfahrung wenig an dem Problem: „Freiberufliche Hebammen haben in der Regel keine Instrumente, den Bilirubin-Wert von Babys zu messen.” Dem stimmt Regine Knobloch zu, betont aber: „Hebammen kennen die Kernikterus-Gefahr und raten im Zweifelsfall immer zu einem Besuch beim Kinderarzt.

Nicht alle Mütter nehmen aber Kontakt zu einer Hebamme auf, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, weil sie nicht wissen, dass ihnen eine kostenlose Wochenbett-Betreuung zusteht.” Ärztin Berns rät Müttern, die ambulant entbinden oder das Krankenhaus frühzeitig verlassen, ihr Baby genau zu beobachten, wenn dessen Haut und Augenweiß sich gelb verfärben: Es gibt mehrere Symptome dafür, dass Bilirubin sich in den Organen einlagert.

Die Babys schreien aus unerklärlichen Gründen schrill und aggressiv, sind schläfrig und schlapp, trinken schlecht und verlieren mehr als ein Zehntel ihres Gewichts. Wer diese Merkmale beobachtet, sollte keine Zeit verlieren und unbedingt einen Arzt oder Notarzt aufsuchen.

  • Panik ist bei der Neugeborenen-Gelbsucht allerdings unangebracht”, betont Monika Berns, „die Krankheit hat in der Regel keine negativen Folgen für das Kind.” In Einzelfällen aber könne ein zu hoher unbehandelter Bilirubinspiegel gravierende Auswirkungen haben.
  • Wachsam müssten daher alle gleichermaßen sein: Ärzte, Eltern und Hebammen.
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Carsten Wette : Kultur: Gefährliche Gelbfärbung

Wann geht die Gelbsucht bei Neugeborenen weg?

Neugeborenengelbsucht: So wird der Ikterus behandelt Neugeborenengelbsucht: meist kein Grund zur Sorge Baby & Kleinkind Veröffentlicht am: 04.08.2022 4 Minuten Lesedauer Mehr als die Hälfte aller Neugeborenen entwickelt zwischen dem zweiten und vierten Tag nach der Geburt die sogenannte Neugeborenengelbsucht. Bis zum zehnten Lebenstag kehrt die gesunde Hautfarbe im Regelfall wieder zurück. © iStock / Traida Die Gelbsucht bei Neugeborenen, im Fachjargon Neugeborenen-Ikterus genannt, äußert sich durch eine gelbe Verfärbung der Haut und der Augen eines Neugeborenen. Sie tritt meist zwischen dem zweiten und vierten Tag nach der Geburt auf. Grund für die ungewöhnliche Färbung ist ein Überschuss an Bilirubin – einem gelben Farbstoff, der beim Abbau der roten Blutkörperchen entsteht.

  1. Urz nach der Geburt hat das Neugeborene eine Überzahl an roten Blutkörperchen, die abgebaut werden – jedoch ist die Leber des Neugeborenen noch nicht in der Lage, eine große Menge an Bilirubin sofort zu verarbeiten.
  2. Daher lagert sich der Farbstoff vorübergehend in der Haut und in den Augäpfeln ab.
  3. In den meisten Fällen ist keine Behandlung notwendig.

Die farbliche Veränderung der Haut verschwindet in der Regel nach 10 bis maximal 14 Tagen. In seltenen Fällen kann ein ungewöhnlich hoher Gehalt an Bilirubin im Blut das Risiko einer Hirnschädigung mit sich bringen. Vor allem bei bestimmten Risikofaktoren ist Achtsamkeit geboten.

Frühgeburt: Wenn ein Baby vor der 38. Schwangerschaftswoche geboren wurde, kann es das gelbe Pigment Bilirubin als Abbauprodukt der roten Blutkörperchen schlechter abbauen. Grund ist die noch nicht vollständig ausgereifte Leber. Blutergüsse während der Geburt: Neugeborene, die vermehrt blaue Flecken haben, müssen mehr rote Blutkörperchen abbauen. Dies kann zu höheren Bilirubinwerten führen, was sich in einer Gelbfärbung der Haut äußert. Blutgruppenunverträglichkeit: In diesem Fall könnten über die Plazenta Antikörper ins Blut des Babys gelangen, die einen außergewöhnlich schnellen Abbau der roten Blutkörperchen zur Folge haben. Zu geringe Flüssigkeitszufuhr: Beim Stillen kann es zu einer verminderten Flüssigkeitszufuhr kommen, was das Risiko für eine Gelbsucht erhöht. Grundsätzlich wird weiterhin von Expertinnen und Experten empfohlen. Dabei ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Ethnie: Babys mit einer ostasiatischen Abstammung sind häufiger von Gelbsucht betroffen.

Folgende Anzeichen deuten auf eine Gelbsucht des Neugeborenen hin:

gelbe Verfärbung der Haut und des Weißen im Auge (meist zwischen dem zweiten und vierten Tag nach der Geburt) nach leichtem Drücken auf Stirn oder Nase des Babys bleibt die Haut gelblich bräunliche Verfärbung des Urins helle Färbung des Stuhls

In den meisten Fällen normalisiert sich der gelbe Hautton schon nach einer Woche von selbst und es sind keine Spätfolgen zu erwarten. Sollte es zu einer starken Gelbsucht kommen, die nicht korrekt behandelt wird, kann ein sogenannter Kernikterus auftreten. Dabei lagert sich das überschüssige Bilirubin im Gehirn an und kann zu diesen Spätfolgen führen:

unkontrollierte Bewegungen ein permanent nach oben gerichteter Blick Schwerhörigkeit fehlerhafte Entwicklung des Zahnschmelzes

In den meisten Krankenhäusern werden die Neugeborenen vor der Entlassung auf Gelbsucht untersucht. Besteht dennoch Verdacht auf Neugeborenengelbsucht, können die folgenden Symptome auf eine ernst zu nehmende Ausprägung hindeuten. In diesen Fällen sollte eine Ärtzin oder ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden:

Die Haut an Bauch, Armen, Beinen oder das Weiße im Auge sind gelb. Das Baby schläft viel und ist schwer zu wecken. Es wirkt kränklich, hat Fieber oder entwickelt andere auffällige Anzeichen. Das Baby trinkt schlecht und nimmt nicht an Gewicht zu. Das Baby schreit stark und häufig.

Wenn die Bilirubinwerte im Blut einen bestimmten Grenzwert überschreiten, ist eine Behandlung notwendig, um Spätfolgen zu verhindern. Dazu wird das Neugeborene unter eine spezielle Lampe oder auf eine Leuchtmatte gelegt, die ein blaues Licht ausstrahlt.

Dieses hat eine bestimmte Wellenlänge, welche die Bilirubinteilchen im Blut stimulieren. Dadurch wandeln sie sich in eine wasserlösliche Form um, die vom Körper ausgeschieden werden kann. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist während der Therapie besonders wichtig, da das Baby oft unter der Lampe schwitzt.

Ist die Gelbsucht bereits in einem schweren Stadium, genügt die Lichttherapie nicht. Dann muss ein Blutaustausch erfolgen, bei dem das Blut des Babys durch Spenderblut ersetzt wird. © iStock / rudi_suardi Bei einer ernsteren Neugeborenengelbsucht erfolgt die Behandlung meist mittels einer Lichttherapie. Um eine Gelbsucht beim Neugeborenen zu vermeiden, sind eine angemessene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr immens wichtig.

  1. Säuglinge sollten in der ersten Woche nach der Geburt acht bis zwölf Mal pro Tag gestillt werden.
  2. Wird nicht gestillt, ist es ratsam, alle 2 bis 3 Stunden 30 bis 60 Milliliter Säuglingsnahrung zu füttern.
  3. Sollte es doch zum Auftreten einer Gelbfärbung kommen, besteht zunächst kein Grund zur Sorge, sofern sich das Baby unauffällig verhält.

Ob weitere Maßnahmen notwendig sind, entscheidet aber die Kinderärztin oder der Kinderarzt. Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Wie lange dauert die Lichttherapie bei Neugeborenen-Gelbsucht?

Therapie bei Neugeborenen-Gelbsucht – Die Gelbsucht des Neugeborenen braucht häufig keine Behandlung. Jedoch kann nur eine Blutuntersuchung, die die verschiedenen Bilirubin-Konzentrationen bestimmt, letztendliche Klarheit über den Grad der Gelbsucht verschaffen. Wenn die Bilirubinwerte im Blut jedoch einen gewichts- und altersabhängigen Wert überschreiten, muss eine Therapie erfolgen.

  1. Die Säuglinge werden dann mit einer UV-Lichttherapie, der sogenannten Phototherapie behandelt, die den alternativen Abbauweg des Bilirubins über die Haut verstärkt und so zu einem Abfall der Bilirubinwere durch Ausscheidung der Abbauprodukte im Urin führt.
  2. Die Säuglinge werden nur mit einer Windel bekleidet und von einer Augenmaske geschützt in einem Inkubator mit der UV-Lichttherapie für ein bis zwei Tage behandelt.
  3. Bestimmte Risikofaktoren (wie zum Beispiel die Rhesus-Faktor Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind) führen zu so hoch erhöhten Bilirubinkonzentrationen, dass ein Blutaustausch notwendig sein kann.

Auch wenn die Bilirubin-Konzentration unter dem Grenzwert liegt, und somit keine Lichttherapie notwendig ist, können Eltern den Abbau des Bilirubins unterstützen: Häufiges und regelmäßiges Stillen verbessert den Flüssigkeitshaushalt des Kindes und die Darmtätigkeit.

Welcher Wert ist bei Gelbsucht erhöht?

Alle NetDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft. Ist die Blutkonzentration von Bilirubin erhöht, kann dies harmlose, aber auch gefährliche Ursachen haben. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes aus den roten Blutkörperchen.

Was ist ein hoher Bilirubinwert?

Was bedeuten zu hohe Werte? – Zu hohe Werte können auf Hepatitis, Leberzirrhose, Gallenstau, eine Entzündung der Gallengänge oder ein Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom hindeuten. Das indirekte Bilirubin ist bei einem natürlichen oder krankhaften Abbau roter Blutzellen und bei Morbus Gilbert-Meulengracht erhöht.

Was tun wenn Bilirubin zu hoch ist Baby?

Therapie – Steigt die Bilirubin-Konzentration über einen bestimmten Grenzwert an (bei einem gesunden Neugeborenen ab 18mg/dl ab dem 3. Lebenstag), muss das Kind mit einer Lichttherapie behandelt werden. Speziell blaues Licht bewirkt, dass der gelbe Farbstoff Bilirubin in der Haut in eine wasserlösliche Substanz umgewandelt wird.

Wann wird Gelbsucht gefährlich?

Kultur: Gefährliche Gelbfärbung Die Geburt des eigenen Kindes gehört für viele Eltern zu den überwältigendsten Ereignissen ihres Lebens. Vorbei sind die Zeiten, in denen Männer nervös auf Krankenhausfluren auf und ab trippeln, bis Hebammen die erlösende Botschaft überbringen.

Vorbei auch die Zeiten, in denen Kreißsäle einen sterilen Charme verströmen. Viele Krankenhäuser bieten für die ersten Tage nach der Geburt sogar Familienzimmer an. Sie sind beliebt, weil Mütter und Väter im Umgang mit Neugeborenen häufig zunächst unsicher sind. Doch selbst nach Erstgeburten zieht es junge Eltern zunehmend früher nach Hause.

„Vor etwa 20 Jahren haben Mütter das Krankenhaus selbst bei komplikationslosen Entbindungen erst nach etwa sieben Tagen verlassen”, erläutert Monika Berns, Oberärztin der Neonatologie an den Charité-Standorten Benjamin Franklin und Virchow. Inzwischen seien Aufenthalte von zwei bis drei Tagen die Regel, bei ambulanten Entbindungen blieben Mutter und Kind sogar nur wenige Stunden.

Diese Entwicklung ist im Prinzip positiv”, sagt die 38-Jährige. Doch ausgerechnet dieser Fortschritt in der Geburtsmedizin leistet der Verbreitung einer Krankheit Vorschub, die in Deutschland seit 25 Jahren als überwunden gilt: dem Kernikterus, einer Extremform der Neugeborenen-Gelbsucht. Sie kann dazu führen, dass auch bei eigentlich gesunden Babys Nervenzellen im Kern des Gehirns irreparabel zerstört werden.

Am Kernikterus erkranke mittlerweile eines von 4000 Neugeborenen, erklärt Monika Berns. In fast allen Fällen hätten die Mütter entweder ambulant entbunden oder das Krankenhaus frühzeitig verlassen. Vielen sei die Gefahr nicht bewusst, die in Extremfällen aus der Gelbsucht erwachsen könne.

Mehr als die Hälfte aller Babys werden ein paar Tage nach der Geburt sichtbar gelb”, erläutert die Medizinerin. Die Leber von Neugeborenen nimmt ihre Funktion nämlich erst allmählich auf. Dadurch erhöht sich die Konzentration von Bilirubin, einem Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin, im Körper.

Dieser Farbstoff wird normalerweise von der Leber verändert und dann ausgeschieden. Der Höhepunkt der Neugeborenen-Gelbsucht wird zwischen dem vierten und fünften Lebenstag erreicht – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Eltern das Krankenhaus längst verlassen haben.

  • Zu einer großen Gefahr für Neugeborene kann Bilirubin werden, wenn eine Konzentration von 20 Milligramm pro Deziliter Blut erreicht wird.
  • Denn dann lagert sich Bilirubin auch im Gehirn an.
  • Bei jedem zwanzigsten Neugeborenen klettert der Bilirubin-Wert über diese kritische Grenze”, sagt Monika Berns.
  • Wenn dann nicht schnell gehandelt wird und der Wert noch höher steigt, können wichtige Nervenzellen in Kernen des Gehirns absterben.

Das Thema Neugeborenen-Gelbsucht beschäftigt die Medizinerin seit langem: Vor zehn Jahren erstellte sie an der Freien Universität Berlin gemeinsam mit Professor Hans Versmold Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften für den Umgang mit Gelbsucht bei so genannten reifen, gesunden Neugeborenen – Empfehlungen also für jene Babys, die zwischen der 37.

  • Und 40. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.
  • Vor drei Jahren legte sie die Leitlinien gemeinsam mit ihrem Kollegen Professor Christoph Bührer neu auf.
  • Ein zu hoher Bilirubin-Spiegel bei Neugeborenen wird seit mehr als 30 Jahren durch Foto-Therapie behandelt”, erklärt Monika Berns.
  • In West-Berlin wurde das Verfahren damals in der Kinderklinik der Freien Universität Berlin erprobt, dem Kaiserin-Auguste-Victoria-Haus.

Die Methode ist ungefährlich und hat sich bis heute bewährt: Das Baby wird dabei zumeist in zwei Intervallen von jeweils sechs Stunden einer blauen Lichtquelle ausgesetzt. Durch das Licht spaltet sich Bilirubin in Moleküle, die aus dem Körper besser abgeschieden werden können.

Nur im Extremfall muss das Blut des Neugeborenen ausgetauscht werden. Weil das Gehirn so fettreich ist, lagert sich Bilirubin dort besonders leicht ein. Für Neugeborene sind die Folgen prekär: „Werden bestimmte Areale im Gehirn zerstört, kommt es zu lebenslangen Hörschäden”, legt die Ärztin dar. Gefährdet sind dabei auch Nervenzellen, die die Koordination von fließenden Bewegungsabläufen steuern.

Im schlimmsten Fall endet der Kernikterus tödlich. Ein flächendeckender Bilirubin-Test bei der Entlassung könnte die Gefahr reduzieren, glaubt die Oberärztin – doch der ist nicht vorgesehen. Eltern müssten in den Krankenhäusern zudem ausführlich darüber informiert werden, wo sie nach der Entlassung Rat finden, wenn sich die Haut ihres Kindes verfärbt – doch das geschieht nicht überall.

In den USA sei das in der Regel anders: Dort empfehle die medizinische Gesellschaft American Academy of Pediatrics, Eltern auf die Gefahr im Zusammenhang mit der Gelbsucht aufmerksam zu machen und diese Aufklärung durch eine Unterschrift zu belegen. Selbst die gelben Vorsorge-Hefte, die in Deutschland alle Eltern nach der Geburt erhalten, seien hier nicht hilfreich, meint Monika Berns: „In dem veralteten Heft ist eine Prüfung des Bilirubin-Wertes in den ersten Lebenstagen nicht vorgesehen.” Dieses Problem kennt auch Regine Knobloch vom Bund Deutscher Hebammen.

„Wenn die Bilirubin-Werte während der ersten Lebenstage durch das Krankenhaus aufgezeichnet würden und es einen besseren Informationsaustausch gäbe, könnten ungünstige Verläufe der Neugeborenen-Gelbsucht leichter erkannt werden”, sagt die Beraterin. Hinzu kommt, dass die für Babys vorgesehenen ersten Routine-Untersuchungen zu grobmaschig sind, wenn es um die Neugeborenen-Gelbsucht geht.

„Wer zur zweiten Routine-Untersuchung, der U2, die zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag vorgesehen ist, schon am Anfang oder erst am Ende des empfohlenen Zeitraums geht, verpasst möglicherweise den Höhepunkt der Gelbsucht”, betont Oberärztin Berns. Und bei der dritten Routine-Untersuchung – zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche – kämen Behandlungen im Falle eines festgestellten Kernikterus zu spät.

Auch die Nachbetreuung durch Hebammen zu Hause ändert nach Monika Berns Erfahrung wenig an dem Problem: „Freiberufliche Hebammen haben in der Regel keine Instrumente, den Bilirubin-Wert von Babys zu messen.” Dem stimmt Regine Knobloch zu, betont aber: „Hebammen kennen die Kernikterus-Gefahr und raten im Zweifelsfall immer zu einem Besuch beim Kinderarzt.

Nicht alle Mütter nehmen aber Kontakt zu einer Hebamme auf, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, weil sie nicht wissen, dass ihnen eine kostenlose Wochenbett-Betreuung zusteht.” Ärztin Berns rät Müttern, die ambulant entbinden oder das Krankenhaus frühzeitig verlassen, ihr Baby genau zu beobachten, wenn dessen Haut und Augenweiß sich gelb verfärben: Es gibt mehrere Symptome dafür, dass Bilirubin sich in den Organen einlagert.

Die Babys schreien aus unerklärlichen Gründen schrill und aggressiv, sind schläfrig und schlapp, trinken schlecht und verlieren mehr als ein Zehntel ihres Gewichts. Wer diese Merkmale beobachtet, sollte keine Zeit verlieren und unbedingt einen Arzt oder Notarzt aufsuchen.

  • Panik ist bei der Neugeborenen-Gelbsucht allerdings unangebracht”, betont Monika Berns, „die Krankheit hat in der Regel keine negativen Folgen für das Kind.” In Einzelfällen aber könne ein zu hoher unbehandelter Bilirubinspiegel gravierende Auswirkungen haben.
  • Wachsam müssten daher alle gleichermaßen sein: Ärzte, Eltern und Hebammen.

Carsten Wette : Kultur: Gefährliche Gelbfärbung