Erbengemeinschaft Wer Hat Das Sagen?

Erbengemeinschaft Wer Hat Das Sagen
Wer entscheidet bei einer Erbengemeinschaft? – Wer in der Erbengemeinschaft Entscheidungen treffen darf, ergibt sich aus den Erbquoten der Mitglieder. Das bedeutet, jeder Miterbe kann eine Stimme in Höhe seines Erbteils abgeben, Wenn ein Entschluss gefällt werden muss, entscheidet die Mehrheit der Stimmen.

Sind Erben untereinander Auskunftspflicht?

1. Kein allgemeiner Auskunftsanspruch unter Miterben – Miterben haben untereinander nicht per se einen Anspruch darauf, dass sie sich gegenseitig Auskünfte erteilen. Das liegt daran, dass jeder Miterbe als Rechtsnachfolger des Verstorbenen alle Möglichkeiten hat, sich bei Dritten die erforderlichen Informationen zu holen.

Was passiert wenn eine Erbengemeinschaft sich nicht einig?

Teilungsversteigerung als Lösung ? – Wenn die einvernehmliche Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft nicht gelingt, muss die Teilungsreife des Nachlasses hergestellt werden. Jeder Miterbe einer Immobilie kann dazu die Teilungsversteigerung gemäß §§ 2042, 753 BGB in Verbindung mit §§ 180 – 185 ZVG beantragen.

Der Ablauf und Zweck der Teilungsversteigerung ist ähnlich zur Zwangsversteigerung: Sie dient als öffentliches Verfahren dazu, nicht teilbare Vermögenswerte aus dem Nachlass zu versteigern und so zu liquidieren. Ist die Immobilie versteigert, zahlt der Käufer das Geld an das Gericht – und nicht an die einzelnen Erben.

Die Erbengemeinschaft setzt sich an dem Kaufpreis fort und wieder muss sich die Erbengemeinschaft über die Aufteilung des Erlöses untereinander einig werden. Wenn sich die Miterben nicht einig werden, wird der Kaufpreis bis zur finalen Auseinandersetzung beim Gericht hinterlegt.

Dies führt oft zu einer Auseinandersetzungsklage unter den Miterben. In aller Regel dauert die Teilungsversteigerung rund ein Jahr. Das Gericht verlangt hierfür ein Sachverständigengutachten und legt einen Sachverständiger fest, der Antragsteller muss die Kosten für das Gutachten und Gerichtskosten vorschießen.

Der Erlös der Teilungsversteigerung lässt sich nicht vorhersagen, aber es wird fast immer unter Wert versteigert. Tipp: Ausführliche Informationen über den Ablauf und die Kosten der Teilungsversteigerung, finden Sie in unseren Beiträgen ” Teilungsversteigerung Ablauf ” und ” Teilungsversteigerung Kosten „.

Wer verwaltet die Erbengemeinschaft?

Wer ist an der ordnungsgemäßen Verwaltung beteiligt? – An der ordnungsgemäßen Verwaltung sind entweder allein die Miterben oder zusätzlich Testamentsvollstrecker sowie Dritte aus der Nachlassverwaltung beteiligt. Wurde Testamentsvollstreckung angeordnet, steht das Verwaltungs- und Verfügungsrecht gemäß § 2205 BGB dem Testamentsvollstrecker zu.

Wurde ein Dritter – etwa im Rahmen einer Nachlasspflegschaft, der Nachlassinsolvenz oder der Nachlassverwaltung – bestimmt, übernimmt dieser die Verwaltung und ist damit auch für alle Maßnahmen zuständig, die unter die ordnungsgemäße Verwaltung fallen. Wurde kein externer Nachlassverwalter eingesetzt und keine Testamentsvollstreckung angeordnet, sind gemäß § 2038 BGB die Miterben zur Mitwirkung an der – nicht nur ordnungsgemäßen – Verwaltung verpflichtet.

Wichtig zu wissen: Gegenüber Erben, die der Mitwirkungspflicht nicht nachkommen, können die anderen Erben für daraus resultierende Schäden Schadenersatz fordern. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Miterbe die Zustimmung zu einer erforderlichen Renovierungsmaßnahme an einem Haus verweigert und es aufgrund der nicht durchgeführten Maßnahme zu einem Schaden an der Immobilie kommt.

Haben Miterben Anspruch auf Kontoauszüge?

Hinterlässt jemand mehrere Erben, so wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen. Entsprechend fordern viele Banken die Zustimmung aller Miterben für Auskünfte über das Konto des Erblassers. In einem von uns geführten Rechtsstreit hat das Amtsgericht Goslar (Az.28 C 29/03) die Position jedes Miterben gestärkt.

  1. Gegen Kostenerstattung ist die Bank des Erblassers verpflichtet, nur einem Miterben auch ohne Zustimmung der anderen umfassend Auskunft z.B.
  2. Über Vorgänge aus der Zeit vor dem Tod des Erblassers zu erteilen und Kontoauszüge zur Verfügung zu stellen.
  3. Allerdings muss der die Auskunft begehrende Miterbe dafür Sorge tragen, dass die Auskunft den anderen Miterben zeitgleich durch die Bank übermittelt wird.

Ein ausdrücklicher Widerspruch eines anderen Miterben kann die Auskunft nicht ver-hindern. Auf die Wahrung des Bankgeheimnisses gegenüber einem Miterben kann die Bank eine Auskunftsverweigerung nicht stützen. Die Geheimhaltungspflicht besteht nur gegenüber Dritten, nicht gegenüber den anderen Miterben.

Können Erben Kontoauszüge verlangen?

Hat der Pflichtteilsberechtigte ein Anspruch auf Bankauskunft? Dem Pflicht­teils­berechtigten ste­ht grund­sät­zlich kein Anspruch gegenüber der Bank des Erblassers zu. Der Pflicht­teils­berechtigte muss sich stets an den Erben wenden. Der Auskun­ft­sanspruch des Pflicht­teils­berechtigten beste­ht auss­chließlich gegenüber dem Erben.

  • Auskun­ft­sansprüche gegenüber Drit­ten und somit auch gegen die Bank des Erblassers beste­ht nach deutschem Recht ger­ade nicht.
  • In der Regel beste­ht nicht ein­mal der Anspruch auf Vor­lage von Bankauszü­gen gegenüber dem Erben.
  • Damit der Enterbte seine Ansprüche bez­if­fern kann, ste­ht ihm ein Auskun­ft­sanspruch gegenüber dem Erben zu.

So kann der Pflicht­teils­berechtigte zunächst den Nach­lass­wert ermitteln. Bei Zweifeln an der Richtigkeit der Angaben des Erben, hat der Pflicht­teils­berechtigte das Recht das Nach­lassverze­ich­nis durch einen Notar erstellen zu lassen. Fern­er kann der Pflicht­teils­berechtigte ver­lan­gen, dass der Erbe seine Auskun­ft an Eides statt erklärt.

Damit sind in der Regel die Möglichkeit­en des Enterbten auch bere­its erschöpft, da in der Regel auch keine weit­erge­hende Belege vorgelegt wer­den müssen. Die Recht­sprechung hil­ft hier dem Pflicht­teils­berechtigten im Einzelfall mit weit­erge­hen­den Dar­legungspflicht­en gegenüber dem Erben. So hat das Landgericht Kas­sel in ein­er Entschei­dung geurteilt, dass der Pflicht­teils­berechtigte in die Lage ver­set­zt wird, seinen Anspruch zu ermit­teln und gel­tend zu machen.

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Das OLG Stuttgart hat in ein­er weit­erge­hen­der Entschei­dung aus­geurteilt, dass der Erbe auch Bankun­ter­la­gen ein­se­hen muss, die 10 Jahre zurück­liegen, damit er hin­sichtlich entsprechen­der Schenkun­gen des Erblassers dem Pflicht­teils­berechtigten entsprechend Auskun­ft erteilen kann.

  • Das Grund­prob­lem bleibt jedoch, dass dem Pflicht­teils­berechtigten kein Auskun­ft­sanspruch gegenüber Drit­ten zuste­ht.
  • Aus diesem Grunde ist es grund­sät­zlich zu empfehlen das Nach­lassverze­ich­nis durch einen Notar erstellen zu lassen.
  • Bei Immo­bilien beste­ht im Übri­gens für den Pflicht­teils­berechti­gen ein Anspruch auf Wer­mit­tlung, so dass der Wert der Immo­bilie durch einen Sachver­ständi­gen ermit­telt wer­den muss.

Wir sind eine auss­chließlich aufs Erbrecht spezial­isierte und tätige Recht­san­walt­skan­zlei. Ein beson­der­er Schw­er­punkt liegt im land­wirtschaftlichen Erbrecht, Wir berat­en Sie bei Fra­gen aus dem Erbrecht umfassend und ausführlich. Im Rah­men der anwaltlichen Tätigkeit vertreten wir Sie sowohl in außerg­erichtlichen Angele­gen­heit­en, als auch in gerichtlichen Ver­fahren. Erbengemeinschaft Wer Hat Das Sagen Antworten auf Fra­gen aus dem Erbrecht Der Pflicht­teils­berechtigte hat grund­sät­zlich keinen Anspruch auf Vor­lage von Kon­toauszü­gen genüber dem Erben. Er kann lediglich ver­lan­gen, dass der Erbe die Kon­toauszüge prüft. Beste­hen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben, kann es sich empfehlen ein notraielles Nach­lassverze­ich­nis einzuholen.

  • Dem Grunde nach schuldet der Erbe im Regelfall jedoch nicht die Zurver­fü­gung­stel­lung von Bele­gen.
  • Er ist nach § 2314 BGB eben nur zur Erteilung ein­er Auskun­ft verpflichtet, § 260 BGB.
  • Der Pflicht­teils­berechtigte kann ein Bestandsverze­ich­nis fordern und auch die Wert­er­mit­tlung durch einen Sachver­ständi­gen.

Weit­ere Ansprüche, ger­ade auf die Vor­lage erläutern­der Belege, hat der Pflicht­teils­berechtigte nach § 2314 BGB regelmäßig nicht. Die Recht­sprechung macht hier­von eine Aus­nahme. Ist ein Unternehmen im Nach­lass vorhanden. In diesem speziellen Fall kann der Pflicht­teils­berechtigte vom Erben ver­lan­gen, dass ihm dieser Geschäft­sun­ter­la­gen vor­legt, damit der Pflicht­teils­berechtigte sel­ber in die Lage ver­set­zt wird, den Wert des Unternehmens sel­ber einzuschätzen oder auch ein­schätzen zu lassen.

Nein! Der BGH hat klargestellt, dass eine Klage alleine auf Auskun­ft des Pflicht­teils­berechtigten die Ver­jährung nicht hemmt, dies kann aleine nur durch einen entsprechen­den Leis­tungsantrag erre­icht werden. Es kann aber unter Umstän­den sein, dass im außerg­erichtlichen Ver­fahren die Auskun­ft­serteilung die Ver­jährung hem­men kann.

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Was tun wenn ein Erbe nicht unterschreibt?

Möglichkeit 7: Auseinandersetzung im Wege der Teilungsklage – Möchten Sie die Initiative ergreifen und die Erbengemeinschaft auseinandersetzen, können Sie einen Teilungsplan erstellen. Um die Auseinandersetzung dann zu realisieren, müssen Sie die Zustimmung der Miterben notfalls vor dem Nachlassgericht einklagen.

Ein solcher Teilungsplan erweist sich in der Praxis als oft schwierig, wenn erhebliche Nachlassschulden zu befriedigen sind und deshalb ein Teil des Nachlasses verwertet werden muss. Eine solche Auseinandersetzungsklage birgt für denjenigen, der das Gerichtsverfahren betreibt und die gesamte Abwicklung rechtlich unangreifbar vorschlagen muss, ein erhebliches Risiko.

Hinzu kommt, dass dem Nachlassgericht jeder gestaltende Eingriff in den Abwicklungsplan verwehrt bleibt. Das Gericht kann nur über den Antrag entscheiden. Der Anbieter ErbTeilung GmbH * beispielsweise bietet diese Leistung an, hier kommen laut Anbieter nur im Erfolgsfalle Kosten auf Sie zu.

Teilungsklage Erbteilung *

Was passiert wenn ein Erbe nicht verkaufen will?

Erbengemeinschaft: Ein Erbe wohnt im Haus – Bewohnt oder nutzt ein Miterbe bereits eine vererbte Immobilie, will er diese komfortable Situation meist nicht aufgeben. Jegliche Versuche an Veränderungen werden ignoriert und so lange wie möglich verzögert.

Wer zahlt Anwalt bei Erbengemeinschaft?

Rz.347 – Im Verhältnis des fordernden Miterben zu seinem Anwalt, zum Gericht oder Gegner haftet der Miterbe grundsätzlich zunächst persönlich und alleine für die angefallenen Kosten und Vergütung. Unter den Voraussetzungen des kann jedoch die Erbengemeinschaft eventuell ebenfalls verpflichtet werden.

Wie wird in einer Erbengemeinschaft entschieden?

Wie wird die Stimmenmehrheit ermittelt – pro Kopf oder nach Erbteil? – Bei Beschlüssen der Erbengemeinschaft kommt es auf die Erbquote an, da diese über das Stimmgewicht entscheidet. Entscheidungen werden mit einfacher Stimmenmehrheit getroffen, § 2038 Absatz 2 und § 745 Absatz 1 BGB. Miterben haben also teilweise unterschiedlich großen Einfluss bei den Abstimmungen.

Kann ein Miterbe alleine klagen?

Eine Miterbe kann alleine klagen – Eine (von mehreren) Ausnahmen von dem Gebot, dass die Erben gemeinsam handeln müssen, sieht § 2039 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für die Geltendmachung von Nachlassforderungen vor. Nach § 2039 BGB kann nämlich ein Miterbe alleine auf einen Nachlassgläubiger zugehen und von diesem die Erfüllung seiner Schuld verlangen.

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Was tun wenn Erbe keine Auskunft gibt?

Welche Auskunftspflichten haben Miterben gegenüber Dritten? – Miterben sind per Gesetz dazu verpflichtet, Dritten Auskunft zum Nachlass zu geben, sofern diese involviert sind. Das gilt für den Nachlassgläubiger, den Vermächtnisnehmer, die Pflichtteilsberechtigten, Nacherben und Testamentsvollstrecker.

  • Nachlassgläubiger Bei Verweigerung der Auskunft können diese sich an das zuständige Nachlassgericht wenden, das dann ein Nachlassverzeichnis bei den Miterben einfordert.
  • Vermächtnisnehmer Sofern sie durch Testament ein Vermächtnis erhalten haben und die Auskunft für ihr Vermächtnis von Bedeutung ist, können Vermächtnisnehmer Auskünfte verlangen.

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Erblasser ihnen einen prozentualen Anteil am Nachlass vermacht hat. • Pflichtteilsberechtigte Gemäß § 2314 BGB haben Pflichtteilsberechtigte einen Auskunftsanspruch gegenüber den Miterben. Dieser umfasst auch Angaben zu Schenkungen des Erblassers.

  • Nacherben § 2121 BGB sieht vor, dass Nacherben gegenüber den Vorerben Auskunftsansprüche haben.
  • In besonderen Fällen haben sie gemäß § 2127 BGB zudem ein Sonderauskunftsrecht.
  • Testamentsvollstrecker Hat der Erblasser im Testament die Testamentsvollstreckung angeordnet, muss der Testamentsvollstrecker ein Nachlassverzeichnis erstellen.

Dieser ist berechtigt, Auskunft über Nachlassgegenstände, Zuwendungen und Geschenke einzuholen.

Was passiert wenn sich nicht alle Erben melden?

Wann kommt ein Erbenermittler zum Einsatz? – Wenn ein Erblasser kein Testament oder eine andere letztwillige Verfügung hinterlassen hat, tritt im Erbfall immer die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Hierbei bestimmt dann das deutsche Erbrecht per Gesetz, welcher Verwandte welchen Anspruch am Erbe hat. Erbengemeinschaft Wer Hat Das Sagen In diesen Situationen wird dann häufig auch ein Erbenermittler benötigt, um mögliche Begünstigte ausfindig zu machen. Gerade bei evtl. vereinsamten und allein lebenden Menschen ist es oftmals nicht klar, ob tatsächlich noch Miterben vorhanden sind, die als potentielle Miterben in Frage kommen für das Gericht.

  1. Oder die in einem Testament benannten Erben sind nicht auffindbar.
  2. Wenn jedoch keine Miterben ermittelt werden können, weil die Informationen fehlen, wird in einem letzten Schritt der Staat selbst zum Erben.
  3. Dabei fließt dann das Vermögen des Erblassers den staatlichen Kassen zu und auch seine Schulden.

Hierbei übernimmt dann auch der Staat die Beerdigungskosten. Dabei ist der Staat auch nicht berechtigt, ein Erbe auszuschlagen, selbst wenn es deutlich überschuldet ist und damit Kosten verursacht. HINWEIS: Für den Fall, dass das Vermögen der Erbschaft die Beerdigungskosten übersteigt, muss von Amts wegen eine Erbenermittlung durchgeführt werden, wenn nicht durch ein Testament oder die Verwandtschaftsverhältnisse die Erbsituation geklärt werden kann.

Wer prüft Erbmasse?

Wer ermittelt die Erbmasse? – Normalerweise ermitteln der Erbe oder eben die Erbengemeinschaft den Umfang einer Erbmasse. Hierbei beantragen diese nach der Testamentseröffnung einen Erbschein, durch den sie auch Zugriff auf die Bankkonten des Erblassers erhalten.

Dabei kann dann die Erbmasse nach und nach ermittelt werden und ein Nachlassinventar errichtet werden. Jedoch sollte im Zweifelsfall auch ein Sachverständiger hinzugezogen werden, wenn die Verkehrswerte einzelner Erbstücke unklar sind. Für den Fall, dass keine Erben bekannt sind, wird vom Gericht ein Nachlasspfleger beauftragt, der ein Protokoll der Erbmasse erstellt.

Allerdings kann ein Erblasser auch bereits zu Lebzeiten einen Testamentsvollstrecker im Testament bestimmen, der dann im Erbfall die oben genannten Aufgaben übernimmt.

Wann meldet sich das Nachlassgericht bei den Erben?

Wie lange dauert es bis das Nachlassgericht sich meldet? – Es hängt sehr stark vom Einzelfall ab, wann der Erbe vom Nachlassgericht angeschrieben wird. Sofern das Nachlassgericht alle Daten zur Verfügung hat, also Name und Anschrift der Erben, dauert es in der Regel vier bis sechs Wochen, nach Testamentseröffnung.

  • Es haben jedoch nicht alle Erblasser ihr Testament so übersichtlich gestaltet, so dass es teilweise Monate dauern kann, bis die Adresse der Erben ermittelt werden kann.
  • Achtung: Die Frist zur Erbausschlagung beträgt 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls.
  • Bei gesetzlichen Erben ist das die Kenntnis vom Todesfall.

Testamentarische Erben werden direkt vom Nachlassgericht über die Frist informiert. Wird man vom Nachlassgericht informiert, beginnt spätestens dann die Frist zu laufen.

Wie verteilt sich das Erbe?

Das Ehegatten-Erbrecht: Sonderstellung für den Ehepartner – Eine Sonderstellung innerhalb der gesetzlichen Erbfolge nimmt der Ehegatte ein, denn zwischen ihm und dem Erblasser bestand keine verwandtschaftliche Beziehung. Damit der Ehegatte erbberechtigt ist, muss zum Zeitpunkt des Todes eine Ehe bestanden haben, für die noch keine Scheidung eingereicht wurde.

  • Der Ehepartner erhält unabhängig vom restlichen Erbe immer den ehelichen Hausrat und etwaige Hochzeitsgeschenke.
  • Sind Erben der ersten Ordnung vorhanden, so muss sich der Ehegatte mit 25 Prozent des Nachlasses zufriedengeben.
  • Der Rest wird unter den Erben verteilt.
  • Gibt es nur noch Erben der zweiten Ordnung, steigt der Teil des überlebenden Gatten auf 50 Prozent.

In allen anderen Fällen erbt der Ehegatte komplett. Diese Regelung gilt für den Stand der Gütergemeinschaft. Wurde zwischen den Ehepartnern die Gütertrennung oder eine Zugewinngemeinschaft vereinbart, gibt es abweichende Regelungen, die ein höheres Erbe vorsehen.

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Wie wird Erbmasse verteilt?

Wie wird der Nachlass aufgeteilt? – Grundsätzlich wird die Erbmasse nach den Wünschen des Erblassers aufgeteilt, wenn dies durch eine Testament oder einen Erbvertrag festgelegt wurde. Für den Fall, dass kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Danach erhalten der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner sowie die Nachkommen und Verwandten erster, zweiter bzw. dritter Ordnung ihren gesetzlichen Anteil. Außerdem hat der überlebende Ehepartner einen Anspruch auf den sogenannten Voraus. Dabei besteht dieser aus den Gegenständen, die er für die Weiterführung des gemeinsamen Haushaltes braucht.

Für den Fall, dass es ein Testament im Erbfall gibt, geht die Erbmasse auf den Erben oder eine Erbengemeinschaft über. Hierbei wird dann im Falle einer Erbengemeinschaft ein Nachlassinventar erstellt, auf dessen Grundlage die Erbauseinandersetzung stattfindet.

Wie Miterben auszahlen?

Erbengemeinschaft Haus auszahlen Vielfach gehört das selbst genutzte Haus des Verstorbenen zu einer Erbschaft. Doch was tut man, wenn es mehrere Angehörige erben? Eine Möglichkeit, sich über den Nachlass samt Haus zu einigen, besteht in der Auszahlung der Miterben durch den Erben, der die Immobilie übernehmen will.

  1. Wir erläutern, wie dies funktioniert.
  2. Bei der handelt es sich um eine Zwangsgemeinschaft, bestehend aus den Erben eines Verstorbenen mit oft sehr verschiedenen individuellen Interessen.
  3. Besteht der Nachlass ausschließlich aus teilbarem Vermögen wie etwa einem Aktiendepot oder Tagesgeld, ist es in der Regel kein Problem, den Nachlass unter den aufzuteilen.

Kompliziert wird es, wenn auch nicht teilbares Vermögen in Form von wertvollem Schmuck oder Häusern zum Nachlass gehört und der Erblasser kein Testament hinterlassen hat, das Streitigkeiten um diese Vermögensgegenstände verhindert. Da Immobilien als Nachlassgegenstände nicht teilbar sind, muss die Erbengemeinschaft einen Konsens finden und sich darauf einigen, was zum Beispiel mit einem geerbten Haus passieren soll.

Die Crux dabei: Ein Verkauf ist nur möglich, wenn jeder Miterbe zustimmt. Oftmals enden Einigungsversuche dann im Streit. Tipp: Umfassende Informationen für Miterben finden Sie in unseren Beiträgen zum Thema „ „. Die hat mehrere Möglichkeiten, mit dem geerbten Haus zu verfahren. Sie kann es vermieten – auch an einen,

Sie kann gegebenenfalls auch eine Umwandlung in Wohneigentum vornehmen. Auch der Verkauf ist eine Option. Dabei kommen nicht nur Dritte in Betracht, sondern auch Miterben. Möchte ein Mitglied einer Erbengemeinschaft eine geerbte Immobilie allein übernehmen, kann er den Miterben anbieten, sie entsprechend ihrem jeweiligen Anteil am Erbe auszuzahlen.

  • Hierfür ist es empfehlenswert, zunächst Informationen über den Wert des Hauses einzuholen, denn die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft werden in der Regel eine den Marktverhältnissen entsprechende Summe verlangen, um der Auszahlung zuzustimmen.
  • Ist sich die Erbengemeinschaft über die Modalitäten einig, kann die Auszahlung durch einen Miterben im schriftlich vereinbart werden.

Diese gemeinsam getroffene Vereinbarung muss bei Immobilien notariell beurkundet werden. Tipp: Weitere Informationen zu diesem Vertragswerk finden Sie in unserem Beitrag „ „. Es kann mitunter für Erben interessant sein, die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft auszuzahlen.

  • So kann beispielsweise ein Kind des Erblassers von einer großzügigen Regelung der Erbschaftssteuer profitieren, wenn es das geerbte und von den Eltern selbst genutzte Familienheim nach dem Erbfall für mindestens zehn Jahre selbst bewohnt.
  • Hinzu kommt, dass bei diesem Weg des Immobilienerwerbs die sonst hohen Erwerbsnebenkosten entfallen, da weder Maklercourtage noch Grunderwerbsteuer fällig werden.

Sollte die geerbte Immobilie zu den Wohnbedürfnissen eines der passen, bietet sich über die Auszahlung je nach Betrag, auf den er sich mit der Erbengemeinschaft einigt, eine attraktive Gelegenheit für den Erwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung.

  • Auch für die übrige Erbengemeinschaft bietet die Auszahlung durch einen Miterben einen Vorteil: So bleibt beispielsweise das Elternhaus in der Familie, wenn eines der Kinder es übernimmt.
  • Möchten beispielsweise zwei von vier Erben gern verkaufen, einer diese gern selbst nutzen und der vierte ungern an Fremde verkaufen, wäre dieser Weg geeignet, um eine Einigung unter den Mitgliedern der Erbengemeinschaft zu erleichtern.

Denn den beiden verkaufswilligen Erben dürfte es in der Regel nicht wichtig sein, wer die Immobilie künftig nutzt, sofern die Summe einem angemessenen Marktwert entspricht. Und der zögernde Erbe wäre dann möglicherweise eher bereit, sich von der Immobilie zu trennen.

Manche Erben gehen irrtümlicherweise davon aus, dass sie einen Anspruch auf Auszahlung durch die anderen Miterben haben. Dies ist trifft jedoch nicht zu, was bei vielen Erben zu Unmut führt, die an einer zügigen Erbauseinandersetzung interessiert sind. Das Erbrecht bietet ihnen jedoch eine andere Ausstiegsmöglichkeit – den,

Für Erbengemeinschaften ist es oft nicht einfach, einen Konsens hinsichtlich einer geerbten Immobilie zu finden. Wenn eine einvernehmliche Auszahlung nicht gelingt, stellt der eine gute und schnelle Alternative dar. : Erbengemeinschaft Haus auszahlen