Was Macht Wudu Ungültig?

Was Macht Wudu Ungültig
Frage – Wenn ich meine Kleidung wechseln möchte, wird dann meine Gebetswaschung ungültig? Und wurde irgendein Unterschied über dieses Urteil zwischen Mann und Frau überliefert? Alles Lob gebührt Allah. Zu den Dingen, welche die Gebetswaschung ungültig machen, gehört nicht die Kleidung zu wechseln, wenn die Person sich (noch immer) im reinen Zustand befindet und nichts gemacht wurde, was die Gebetswaschung ungültig macht.

Mann und Frau sind diesbezüglich gleichgestellt. Und Allah weiß es am besten. Die Dinge, welche die Gebetswaschung ungültig machen sind: 1. Alles was von beiden Körperausgängen heraustritt (Urin, Stuhl, Luft usw.). Ausgenommen davon ist die Luft, die aus der Vagina heraustritt, denn dies macht die Gebetswaschung nicht ungültig.2.

Wenn Urin und Stuhl aus anderen Öffnung heraustreten.3. Das Verschwinden des Verstands. Dies geschieht, indem man ihn entweder vollständig verliert und verrückt wird oder indem er verdeckt/verschleiert wird, aus einem Grund, der dies für eine bestimmte Zeit erfordert, wie der Schlaf, die Ohnmacht, die Trunkenheit etc.4.

Das Berühren des Glieds. Denn im Hadith von Busra Bint Safwan steht, dass sie den Gesandten Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagen hörte: „Wer sein Glied berührt, der soll die Gebetswaschung (neu) vollziehen.” Überliefert von Abu Dawud (At-Tahara/154). Al-Albaani sagte in „Sahih Sunan Abi Dawud”, Nr.166: „Authentisch.” 5.

Der Verzehr von Kamelfleisch. Denn im Hadith von Jabir Ibn Samur steht, dass ein Mann den Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- fragte: „Sollen wir nach dem Verzehr von Kamelfleisch die Gebetswaschung vollziehen?” Er antwortete: „Ja.” Überliefert von Muslim (Al-Haid/539).

Was macht dein WUDU kaputt?

Ursachen der Unreinheit (Nadschāsa) – Das Şadırvan der Ayasofya stammt aus dem Jahr 1740 und ist einer der am aufwändigsten gestalteten Brunnen der Moscheen Istanbuls Es gibt bestimmte Ereignisse, die den Wuḍūʾ aufheben. Hierzu gehören gewöhnlich

  • alles, was aus den beiden Ausscheidungsöffnungen (d.h. Harnröhre und Anus ) austritt
  • Schlaf
  • Verlust des Verstandes

Die Schāfiʿiten lehnen das Ungültigwerden des Wuḍūʾ durch Blutung ab und fügen hinzu:

  • Berühren einer Person des anderen Geschlechts
  • Berühren der Genitalien oder des Afters einer Person

Die Hanbaliten fügen hinzu:

  • Apostasie
  • Essen von Kamelfleisch
  • Bedingung beim Berühren einer Person des anderen Geschlechts: dies geschehe mit einer begehrenden Absicht

Die Hanafiten lehnen das Ungültigwerden des Wuḍūʾ durch jegliche Berührungen ab, fügen aber das stimmhafte Lachen im Gebet zu den hadath hinzu. Bei den Mālikiten lässt kurzer, leichter Schlaf das Wuḍūʾ nicht ungültig werden. Bei Berührungen einer Person anderen Geschlechts nehmen sie eine ähnliche gleiche Position ein, wie die Hanbaliten: ein lustvoller Gedanke bei der Berührung, oder die dahingehende Absicht führen zur Ungültigkeit, wie auch das Berühren des Penis.

Kann man auch ohne WUDU beten?

Die ritualrechtliche Auslegung – In der Rechtslehre wird einstimmig darauf hingewiesen, dass Tayammum die rituelle Unreinheit nicht beseitigt, sondern lediglich ermöglicht, das Gebet zu verrichten. Auch der im Koran erwähnte „saubere Platz” wird erst in der Rechtsliteratur und der Koranexegese näher definiert und in seiner Bedeutung erweitert.

  1. Das beim Tayammum verwendete Material kann Erde, Staub, Sand, Kalk, Marmor, Kieselsteine, die Erde vom bestellten Ackerland, aber auch Gras sein.
  2. Salzhaltiges Marschenland ( sabaḫa ) und getrockneter, zerriebener Lehm sind ebenfalls erlaubt.
  3. Es ist jedoch umstritten, ob man Schnee bzw.
  4. Eis verwenden kann, da sie keine Produkte der reinen Erde sind.

Abū ʿUbaid al-Qāsim ibn Sallām († 838–839) widmete in seinem Buch über die rituelle Reinheit, im Kitāb aṭ-ṭahūr, dieser Frage ein eigenes Kapitel und stellte fest, dass nur das geschmolzene Eiswasser zu Reinigungszwecken verwendet werden kann. Tayammum durch Asche ist dagegen nicht erlaubt, da sie ihren Ursprung nicht von der Erde, sondern vom Baum hat.

Die Rechtsschulen (maḏāhib) stimmen darin überein, dass Tayammum nur am Gesicht und an den Händen bis zum Ellenbogen vollzogen wird, unabhängig davon, ob die kleine oder die große rituelle Unreinheit (ḥadaṯ) vorliegt. Da der Koran diese Reinigungsart nicht beschreibt, stützt man sich auf die diesbezüglichen Handlungen Mohammeds und seiner Gefährten.

Ihnen zufolge vollzieht man die Reinigung als erste Bewegung durch das Streichen des Gesichts und des Bartes, Durch die zweite Bewegung streicht man sich mit der linken Hand die rechte Hand – und umgekehrt – bis zum Ellenbogen ab. Der koranische Ausdruck „und wenn ihr krank seid.” umfasst in der Rechtslehre auch Verletzungen und Wunden wie Pocken, die eine Notsituation ( ḍarūra ) für die Person darstellen.

  1. Befürchtet der Kranke die Verschlechterung seines Zustandes durch die rituelle Reinigung mit Wasser, oder ist in seiner Bewegung eingeschränkt und findet keine Hilfe durch Dritte, wendet er Tayammum an.
  2. Nach den Ḥanafiten muss der Kranke die rituelle Waschung mit Wasser durchführen, wenn er dafür, sogar gegen Entgelt, Hilfe findet.

Verwundete können bei Aussparung der Wunden die Waschung mit Wasser vollziehen. Auch dickbäuchige Personen ( mabṭūn / baṭīn ) können die rituelle Waschung durch Tayammum ersetzen. Diese Ansicht vertrat der Ḥadīṯ- und Rechtswissenschaftler ʿAbdallāh ibn Wahb (gest.812) in einem seiner Rechtsgutachten.

Dies gilt gemäß seiner Auskunft auch im Falle von Seekrankheit ( māʾid ). Wenn Sesshafte oder Reisende bei Kälte durch die Waschung Krankheit befürchten und keine Möglichkeit haben, das Wasser aufzuwärmen, ist Tayammum zulässig. Als wegweisendes Beispiel verweisen die Rechtsgelehrten auf eine mit dem Namen des ʿAmr ibn al-ʿĀṣ verbundene Episode; er soll, so der über verschiedene Überlieferungen laufende Bericht, während des Feldzuges nach Ḏāt as-Salāsil (September 629) im Zustand der großen Unreinheit (ǧunub) in einer kalten Nacht lediglich Tayammum vollzogen und anschließend mit seiner Truppe das Morgengebet verrichtet haben.

Nach seiner Rückkehr nach Medina rechtfertigte er seine Tat beim Propheten mit einem Koranzitat: „.und tötet euch nicht (gegenseitig)! Gott verfährt barmherzig mit euch.” (Sure 4, Vers 29). Vor diesem Hintergrund wird Mālik ibn Anas die Ansicht zugeschrieben, dass Tayammum zu verrichten sei, wenn man bei Hagel und Schnee ( ṯalǧ wa-barad ) durch die große rituelle Waschung den Tod befürchtet.

Bedenken gegen diese Tendenz hatte man spätestens im Kreis des Rechtsgelehrten al-Auzāʿī († 774), der unter den sechs tugendhaften Handlungen, die den Glauben festigen, „die vorschriftsmäßige Durchführung der rituellen Waschung am Wintertag” anführt. Die Problematik der rituellen Waschung in kalter Jahreszeit wirft Ibn Qudāma bereits am Anfang des Kitāb aṭ-ṭahāra in seinem al-Muġnī auf; mit Rückgriff auf einen Teil des Koranverses (Sure 2, Vers 280): „.der sich in Bedrängnis findet” ( wa-in kāna ḏū ʿusratin ) zitiert er den altarabischen Dichter ar-Rabīʿ ibn Ḍabuʿ al-Fazārī (er lebte als alter Mann vielleicht noch unter den ersten Umayyaden ) : „wärmt mich, wenn der Winter kommt, denn der Winter zerstört den Šaiḫ”.

Diskussionen über diesen Teilaspekt führte man etwa um die gleiche Zeit auch in Gelehrtenkreisen von Mekka ; die konkrete Frage von Ibn Ǧuraiǧ († 767) an seinen Lehrer ʿAṭāʾ ibn Abī Rabāḥ († 732) :„hat man in der kalten Landschaft Syriens die Erlaubnis ( ruḫṣa ), sich nicht zu reinigen und die rituelle Waschung (wuḍūʾ) nicht durchzuführen?” Die Frage ist kategorisch verneint worden.

Eine inhaltlich vergleichbare Rechtsfrage wird unter Berufung auf den koranischen Imperativ:„Und wenn ihr unrein seid, dann nehmt eine (entsprechende) Reinigung vor!” (Teil von Sure 5, Vers 6) ebenfalls verneint. Findet der Reisende kein Wasser oder nur eine ungenügende Menge davon, darf er Tayammum anwenden.

Bei den Schafiiten und Hanbaliten beginnt der Reisende im letzteren Fall die rituellen Waschung mit dem vorhandenen Wasser und schließt sie mit Tayammum ab. Dabei berufen sich diese Rechtsschulen auf den bei al-Buchārī verzeichneten Prophetenspruch: „ ist euch etwas befohlen worden, so erfüllt es, wie ihr dazu fähig seid „.

  1. Sollte sich Wasser an einem entlegenen Ort befinden, dessen Erreichung aber nur mit Gefahren verbunden wäre, ist Tayammum zu vollziehen.
  2. In anderen Fällen ist die Wasserstelle aufzusuchen, die, je nach Rechtsschule, in einer Entfernung von einer Meile, vier Tausend Schritten oder in der Entfernung eines Pfeilschusses liegen kann.

In der Rechtslehre wird auch der Kauf von Wasser zu Reinigungszwecken zu einem erschwinglichen Preis empfohlen. Bei der Furcht vor dem Dursttod auf Reisen ist dagegen Tayammum anzuwenden, um das vorhandene Wasser aufzuheben und dadurch Leben zu retten; hierbei aktualisiert die Rechtslehre den bereits oben zitierten Koranvers: „.und tötet euch nicht (gegenseitig)! Gott verfährt barmherzig mit euch” (Sure 4, Vers 29).

Diese Rechtsansicht vertraten neben al-Ḥasan al-Baṣrī († 728) auch andere Gelehrte des späten 7. und frühen 8. Jahrhunderts. Auf Schiffsreisen ist die Anwendung von Meerwasser zulässig, um das mitgeführte, durststillende Süßwasser aufzuheben. Die Rechtslehre stützt sich hierbei auf entsprechende Rechtsdirektiven des Propheten, die Abū Dāwūd, an-Nasāʾī und at-Tirmiḏī in ihren jeweiligen Traditionssammlungen überliefern, worauf Ibn Qudāma im al-Muġnī, in seinem groß angelegten Kommentar zur ḥanbalitischen Darstellung des Rechts, zum Muḫtaṣar fī l-fiqh von al-Ḫiraqī († 945), mit seinen weiteren Erläuterungen hinweist.

Auch der Sesshafte vollzieht Tayammum, wenn kein Wasser vorhanden ist. Es herrscht allerdings Lehrdifferenz zwischen den Rechtsschulen darüber, ob ein Gebet, dem nur Tayammum vorausging, wiederholt werden muss. Nach den Ḥanafiten, Malikiten und Hanbaliten besteht keine Pflicht, das Gebet zu wiederholen.

  1. Für die Schafiiten erklärt der Rechtsgelehrte an-Nawawī, dass Tayammum erst nach erfolgloser Suche nach Wasser gestattet ist, ein Standpunkt, der innerhalb der schafiitischen Schule umstritten ist.
  2. Es ist ritualrechtlich ebenfalls umstritten, ob nach dem Tayammum nur ein oder mehrere darauf folgende Gebete verrichtet werden dürfen.

Als Sunna gilt, dass Tayammum nur für ein Gebet Geltung hat, und beim nächsten Gebet – falls weiterhin kein Wasser vorhanden ist – es wiederholt werden muss. Bereits Abdarrazzāq aṣ-Ṣanʿānī († 827) hat die kontroversen Lehrmeinungen über diese Frage nach älteren Quellen zusammengetragen.

  • Der Sesshafte vollzieht Tayammum, wenn er während der Suche nach Wasser befürchtet, dass der gesetzlich festgelegte Termin des Gebets zu Ende geht.
  • Nach mālikitischer Lehre hat er aber das Gebet zu wiederholen, wenn er anschließend Wasser findet.
  • Man begründet dies mit dem Argument, dass die koranische Erlaubnis des Tayammum ursprünglich nur auf Kranke und Reisende, wenn letztere kein Wasser finden, zu beziehen ist.

Gebete, die keinen Fard-Charakter haben wie das Totengebet, Regengebet, das Gebet zur Mond- und Sonnenfinsternis, können nach Tayammum verrichten werden, wenn kein Wasser vorhanden ist, oder wenn man durch die rituelle Waschung das Ereignis verpassen würde.

Der Koranexeget und Rechtsgelehrte Muḥammad ibn Aḥmad ibn Abī Bakr († 1273 in Oberägypten ) aus Córdoba erörtert den „Tayammumvers” (āyat at-tayammum) in seinem groß angelegten al-Ǧāmiʿ li-aḥkām al-Qurʾān auf fünfundvierzig Seiten. Den Grund für die unter den Rechtsgelehrten herrschende Lehrdifferenz, die er im Einzelnen darstellt, sieht er in ihrem kontroversen Verständnis des betreffenden Koranverses.

Sein Vorgänger, der eingangs genannte Ibn al-ʿArabī al-Maʿāfirī, erfuhr auf seinen Reisen, dass seine Kollegen im islamischen Osten über achthundert Rechtsfragen betreffs Tayammum gesammelt haben sollen. Er selbst fasst die Rechtsproblematik des Tayammum in seinem Muwaṭṭaʾ-Kommentar al-Masālik fī šarḥ Muwaṭṭaʾ Mālik in fünfzehn Fragen (masʾala) auf siebzehn Seiten zusammen.

Was bricht das Ghusl?

Ghusl ( arabisch غسل ghusl, DMG ġusl ‚große rituelle Waschung‘) ist die allgemeine Waschung des Körpers im Islam, die im Zustand der großen rituellen Unreinheit ( ǧanāba ) zu verrichten ist. Es ist nicht mit der rituellen Waschung Wudū’ vor dem Gebet zu verwechseln.

  1. Das Wort ist aus dem Verb ġ-s-l (waschen, sich waschen) abgeleitet und kommt als Nomen nicht im Koran, sondern in der Sunna und Rechtsliteratur vor; dort ist auch die abgeleitete Form iġtisāl üblich.
  2. Die große rituelle Unreinheit tritt nach Samenerguss, weiblicher Ejakulation mit oder ohne Geschlechtsverkehr, im Schlaf oder im wachen Zustand ein.

Nach der Menstruation sei der Geschlechtsverkehr erst nach vollzogenem Ghusl der Frau zulässig. Vor dem Freitagsgebet ist die allgemeine Waschung des Körpers ritualrechtlich empfohlen. Wie alle Handlungen des Menschen, muss auch die rituelle Waschung mit der Basmala beginnen.

  • Die Formulierung der Absicht ( nīya ) ist ebenfalls unentbehrlich.
  • Der übermäßige Wasserverbrauch ist bei der Waschung verwerflich ( makrūh ).
  • Die Totenwaschung ( ghusl al-mayyit ) erfolgt unter besonderen Regelungen.
  • Personen, die im Dschihad gefallen sind, werden dagegen nicht gewaschen.
  • Die große rituelle Waschung wird in den Ḥadīṯ-Büchern in dem dafür vorgesehenen Buch ( kitāb al-ghusl ) durch die Überlieferung der Prophetenpraxis ( sunna ) und Praktiken seiner Begleiter dargestellt.

In den Rechtsbüchern erfolgt die juristische Erörterung dieser Waschung in den Kapiteln ( abwāb ) über Tahāra, Eine der ältesten Schriften, in der die rituelle Reinigung systematisch dargestellt wird, verfasste der Qāḍī von Tarsus Abū ʿUbaid al-Qāsim ibn Sallām (gestorben 838 in Mekka ).

Wie lange ist ein WUDU gültig?

Bevor die folgenden Artikel ausführlich darlegen, wie das rituelle Gebet verrichtet wird, behandelt dieser die ausführlichste der Gebetsvorbereitungen: Die Gebetswaschung. Eine Voraussetzung für die Gültigkeit des Gebets ist das Vorhandensein der rituellen Reinheit, arabisch Tahara.

Um diese zu erlangen, vollzieht der Muslim vor dem Gebet die Gebetswaschung. Es existieren drei unterschiedliche Arten der Gebetswaschung: Die allgemeine Waschung oder Wudu, die Ganzkörperwaschung Ghusl und die Ersatzwaschung, der Tayammum. Je nach Situation kann eine der Waschungen notwendig oder erlaubt werden, um sich vor dem Gebet zu reinigen.

Der Artikel erklärt die Durchführung der einzelnen Arten und spricht auch an, wann diese jeweils vollzogen werden. Neben dem offensichtlichen Säubern des Körpers ist die Gebetswaschung auch ein symbolischer Akt. Wie beim Gebet selbst ist auch für die Waschung entscheidend, welche Absicht man davor hat.

  • Es reicht also nicht, einfach nur zu duschen oder zu baden.
  • Davor muss man die Absicht fassen, die rituelle Reinheit zu erlangen.
  • Theoretisch kann die Gebetswaschung einmal täglich verrichtet werden und für alle fünf Gebete gültig bleiben.
  • Einige Faktoren machen jedoch eine erneute Gebetswaschung erforderlich.

Bei diesen Verunreinigungen unterscheidet man zwischen zwei Arten, den kleinen und den großen Verunreinigungen, Zu den kleinen Verunreinigungen zählen sowohl der Gang zur Toilette als auch das Entweichen von Blähungen außerhalb des Toilettengangs. Ein tiefer Schlaf, sei dies in der Nacht oder auch am Tag, und anderweitige Bewusstlosigkeit machen die Gebetswaschung ebenfalls ungültig.

Ebenso verhält es sich mit dem lustvollen Berühren des Geschlechtsteils. Nach allen diesen Dingen muss Wudu, die allgemeine Gebetswaschung, vollzogen werden. Die großen Verunreinigungen hängen mit dem Geschlechtsteil zusammen. Zu ihnen gehört etwa das Austreten von Samenflüssigkeit, entweder bei vollem Bewusstsein oder auch im Schlaf während eines sogenannten feuchten Traumes.

Nach dieser Art der Verunreinigung wird die Ganzkörperwaschung, der Ghusl, erforderlich. Nach dem Geschlechtsverkehr ist dies generell immer der Fall, auch, wenn sich die beiden Geschlechtsteile nur kurz berührt haben. Frauen vollziehen den Ghusl außerdem nach Ende ihrer Menstruationsphase oder auch nach den Blutungen im Wochenbett.

Es ist zu empfehlen, dass neue Muslime nach ihrem Übertritt einmal Ghusl vollziehen. Dies, weil nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt und man symbolisch diese Welt als neuer Mensch ohne Sünden betritt. Auch Menschen, die mit ihrer Religion neu beginnen wollen, können den Ghusl wie nach einer großen Verunreinigung vollziehen.

Ist eine kleine Verunreinigung vorhanden, so muss vor dem Gebet Wudu vollzogen werden. Dies ist die allgemeine Gebetswaschung, die die notwendige rituelle Reinheit wiederherstellt. Die Waschung muss mit sauberem Wasser durchgeführt werden. Wie auch beim Gebet gibt es auch bei der Gebetswaschung minimale Unterschiede im Ablauf, die auf Meinungsunterschiede zurückzuführen sind.

  1. Die folgende Erklärung bezieht sich auf die allgemein anerkannte und sicherste Variante.
  2. Man verrichtet Wudu folgendermaßen: (1) Zunächst einmal muss mit der Absicht begonnen werden, die Waschung durchzuführen, um sich für das Gebet zu reinigen.
  3. Der erste Schritt ist also das Fassen der Absicht im Herzen.

(2) Als nächstes beginnt die Waschung, in dem man „Bismillah” (Mit dem Namen Allahs) sagt. Dies kann man allgemein vor dem Ausführen einer jeden guten Tat sagen, da jede gute Tat für Allah, den Erhabenen, durchgeführt werden sollte. Aus Respekt vor dem Schöpfer wird dies jedoch nicht ausgesprochen, wenn man sich in einem Badezimmer wäscht, in dem sich gleichzeitig auch eine Toilette und damit verbunden auch Fäkalien befinden.

  • In diesem Fall genügt es, innerlich „Bismillah” zu sagen.
  • 3) Anschließend wäscht man seine Hände dreimal gründlich bis zum Handgelenk.
  • 4) Sind die Hände gewaschen, nimmt man mit der rechten Hand etwas Wasser in den Mund und spült ihn so aus.
  • Danach spuckt man das Wasser wieder aus.
  • Auch dies wiederholt man dreimal.

(5) Dann nimmt man wieder etwas Wasser in die rechte Hand und führt diese zur Nase. Das Wasser wird dann leicht durch die Nasenlöcher in die Nase eingezogen. Dann schnäuzt man die Nase mit der linken Hand aus. Wie die vorherigen Schritte wird auch dieser dreimal gemacht.

  • Ist man an diese Praxis nicht gewohnt, kann es passieren, dass am Anfang zu viel Wasser verwendet oder das Wasser zu tief eingezogen wird.
  • Man merkt aber in der Regel schnell, wie das Einziehen am besten funktioniert.
  • 6) Nun wäscht man sich dreimal das Gesicht mit beiden Händen.
  • Dabei sollte das ganze Gesicht mit Wasser benetzt werden, von der Stirn zum Kinn und von Ohr zu Ohr.

Es ist erwünscht, dass Männer sich zusätzlich mit den feuchten Fingern durch den Bart fahren. (7) Danach wäscht man den rechten Unterarm dreimal. Dabei muss von den Fingerspitzen bis zum (einschließlich) Ellbogen gewaschen werden. Anschließend verfährt man ebenso mit dem linken Unterarm.

(8) Ist man damit fertig, so befeuchtet man seine Hände noch einmal und streicht sich damit über den Kopf, vom Vorderteil des Kopfes bis zum Nackenansatz. Dieser Schritt wird nur einmal durchgeführt. (9) Mit den nassen Fingern streicht man sich jetzt über beide Ohren. Normalerweise reicht das Wasser von zuvor noch für diesen Schritt, so dass die Hände nicht ein weiteres Mal befeuchtet werden müssen.

Man wischt dabei mit dem Zeigefinger über den inneren Teil des Ohrs und mit dem Daumen gleichzeitig hinter dem Ohr. Auch dieser Schritt wird nur einmal durchgeführt. (10) Nun werden die Füße gewaschen. Man beginnt mit dem rechten Fuß und wäscht diesen dreimal bis zu den Knöcheln.

  • Anschließend wäscht man auch den linken Fuß auf die gleiche Art und Weise.
  • Bei der Waschung ist es wichtig, die Reihenfolge der Schritte genau einzuhalten, damit sie gültig ist.
  • Das dreimalige Waschen einiger Körperteile ist eine Sunna und somit freiwillig, aber besser.
  • Sollte eine Person alle ihre Körperteile nur ein einziges Mal waschen, so wäre die Waschung dennoch gültig.

Dies gilt aber nicht für den Fall, dass die Reihenfolge der Schritte vertauscht wird. Es ist jedoch besser, sich an die Sunna zu halten und die angegebenen Körperteile dreimal zu waschen. Zu der Sunna zählt auch, dass immer mit der rechten Seite des Körpers begonnen wird, also mit der rechten Hand, dem rechten Arm etc.

  • Dies ist jedoch nicht verpflichtend, die Gültigkeit des Wudu hängt davon nicht ab.
  • Ein weiterer Punkt ist, dass es besser ist, sich wassersparend zu verhalten, da die Maßlosigkeit im Islam nicht erlaubt und Wasser eine wertvolle Ressource ist.
  • Daher sollte der Hahn nicht komplett aufgedreht werden.
  • Sobald man kein frisches Wasser mehr benötigt, kann man ihn wieder schließen.

Wurden alle die Schritte mit der richtigen Absicht in der richtigen Reihenfolge durchgeführt, so ist der Muslim im Zustand der rituellen Reinheit. Darin bleibt er, bis eine Verunreinigung die erneute Waschung erforderlich macht. Nach den zuvor genannten, großen Verunreinigungen muss die rituelle Reinheit mit der Ganzkörperwaschung wieder hergestellt werden.

Dabei wäscht man den gesamten Körper, einschließlich der Stellen wie Bauchnabel, Intimbereich, Mund und Nase. Dies reicht aus, um die Pflicht zu erfüllen. Die einfachste Art, dies zu tun, ist es, zu duschen. Es gibt auch ausführlichere Arten des Ghusl, bei denen zunächst Wudu durchgeführt wird, jedoch ohne die Füße zu waschen.

Anschließend wird der gesamte Körper gewaschen und am Ende auch die Füße. Die leichteste Art ist jedoch diese: (1) Man fässt die Absicht, sich für Allah zu reinigen, also die Ganzkörperwaschung für die rituelle Reinheit zu vollziehen. (2) Anschließend wäscht man jede Unreinheit vom Körper ab.

(3) Danach wäscht man den gesamten Körper mit Wasser, wobei keine einzige Stelle ausgelassen wird. Dies ist in der Dusche am einfachsten. Es ist auch möglich, in einem vollen Bad komplett unter Wasser zu tauchen, jedoch ist das nicht sehr wassersparend. (4) Am Ende spült man den Mund und die Nase aus. Auf diese Art und Weise wird der gesamte Körper einmal komplett gereinigt.

Der Muslim ist danach im Zustand der rituellen Reinheit, ohne noch zusätzlich Wudu zu benötigen. Beim Tayammum handelt es sich um eine Ersatzwaschung, die nur erlaubt ist, wenn die Durchführung des Wudu oder Ghusl mit Wasser unmöglich ist. Ein Grund dafür wäre, dass Wasser nicht vorhanden, zu weit entfernt oder dringend zum Trinken gebraucht wird.

  1. Außerdem ist es bei Krankheit oder Verletzung manchmal unmöglich, eine Waschung mit Wasser zu vollziehen, ohne der Gesundheit zu schaden.
  2. Dies gilt auch für extrem kaltes Wasser im Winter, bei dem keine Möglichkeit vorhanden ist, es zu erwärmen.
  3. In Europa wird die Ersatzwaschung meist nur von Patienten im Krankenhaus vollzogen.

Etwa, wenn ein Patient sich nicht vom Bett bewegen kann. Es ist besser, jemanden zu fragen, ob er mit der richtigen Gebetswaschung helfen kann. Ist das jedoch nicht möglich, so ist Tayammum erlaubt. Dieser läuft ab wie folgt: (1) Wie bei den Waschungen mit Wasser muss man auch hier zunächst die richtige Absicht fassen.

  1. 2) Anschließend sagt man „Bismillah”- Mit dem Namen Allahs.
  2. 3) Daraufhin klopft man mit den Handflächen auf trockene und reine Erde.
  3. Diese muss frei von unreinen Substanzen, wie Kot, Urin, Alkohol oder Hundespeichel sein.
  4. Im Krankenhaus oder ähnlichen Orten hat man meist keinen Zugang zu reiner Erde.

In diesem Fall ist es auch möglich, auf anderes Material wie Stein oder die Wand des Zimmers zu klopfen. Eine gute Lösung stellt auch das Mitführen eines kleinen Steins dar. Dieser kann im Notfall für das Verrichten des Tayammum verwendet werden. (4) Daraufhin streicht man sich mit den Händen durch das Gesicht.

  • Bevor man dies tut, sollten die Hände kurz abgeklopft oder angepustet werden, damit überschüssiger Staub nicht in die Augen gelangt.
  • 5) Als letztes streicht man mit der linken über die rechte Hand und dann auch mit der rechten über die linke Hand.
  • Mit diesen Schritten erlangt man die rituelle Reinheit bis zu einer erneuten Verunreinigung oder bis die Erlaubnis zum Tayammum aufgehoben ist.
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Dies ist etwa der Fall, wenn wieder Wasser vorhanden ist oder man körperlich wieder dazu in der Lage ist, eine normale Waschung zu vollziehen. In diesem Fall muss man die reguläre Waschung durchführen, auch wenn nach dem Tayammum keine Verunreinigung aufgetreten ist.

  1. Es obliegt jedem Muslim, über die verschiedenen Waschungen Bescheid zu wissen.
  2. Das Erlangen der rituellen Reinheit ist essentiell für die Gültigkeit des Gebets.
  3. Anfangs können die verschiedenen Schritte der Waschungen in ihrer richtigen Reihenfolge auf einen Notizzettel geschrieben werden, bis man diese auswendig weiß.

Allgemein sollte ein jeder Muslim regelmäßig überprüfen, ob sich Fehler beim Verrichten der Waschung eingeschlichen haben, denn mit der Zeit kann es sein, dass man sich einige Schritte vereinfacht oder sie nicht mehr richtig durchführt.

Ist Eiter unrein Islam?

Rituell unreine Substanzen Menschlicher Urin. Kot. Ejakulat (zumindest gemäß der hanafitischen Rechtsschule) Eiter.

Wann ist man im Janaba Zustand?

Als Dschanāba ( arabisch جنابة, DMG ǧanāba ) wird im Islam ein Zustand der rituellen Unreinheit bezeichnet, der durch Geschlechtsverkehr oder einen Samenerguss eintritt. Er kann nur durch eine Ghusl genannte Vollwaschung oder Tayammum beseitigt werden.

  1. Eine Person, die sich in diesem Zustand der Unreinheit befindet, wird Dschunub genannt.
  2. Der Dschanāba-Zustand wird auch große Unreinheit ( al-ḥadaṯ al-akbar ) genannt, im Gegensatz zur kleinen Unreinheit ( al-ḥadaṯ al-aṣġar ), die durch Wudū’ beseitigt wird.
  3. Der Unterschied zwischen der großen und der kleinen Unreinheit beruht auf den Aussagen in Sure 5:6, wo die Gläubigen zum einen aufgefordert werden, sich Gesicht, Hände und Füße zu waschen und sich über den Kopf zu streichen, zum anderen aber auch dazu angehalten werden, sich zu reinigen, wenn sie Dschunub sind.

Ein Dschunub kann kein gültiges rituelles Gebet verrichten. Des Weiteren darf er keinen Tawāf um die Kaaba vollziehen und außer bei Notwendigkeit sich nicht in der Moschee aufhalten. Außerdem darf er in seinem unreinen Zustand weder Koran -Exemplare berühren noch aus dem Koran zitieren.

Wie kann man Wudu machen ohne Wasser?

Wie macht man Tayammum Gebetswaschung ? – Für Tayammum Gebetswaschung(Wudu) ist ein sauberer Boden notwendig. Das Reiben der Hände auf sauberer Erde und das anschließende Abwischen des Gesichts und der Arme mit den Ellbogen ermöglicht die Durchführung von Tayammum.

  • Um Tayammum Gebetswaschung zu tun, ist es zuallererst beabsichtigt, wofür Tayammum getan werden soll.
  • Die Hände werden durch Aufschlagen auf den Boden hin und her bewegt.
  • Zuerst wird mit der Handinnenseite über das Gesicht gewischt.
  • Dann werden die Hände wieder auf den Boden geschlagen und die Innenseite der linken Hand und der rechte Arm zusammen mit dem Ellbogen abgewischt.

Dann wird das gleiche für den linken Arm gemacht. Somit ist Tayammum vollendet. Was Macht Wudu Ungültig Treten Sie mit mir in Kontakt Page load link Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. OK

Was passiert wenn man alleine betet?

Aus den Feuilletons Was Macht Wudu Ungültig Laut einer Studie sind Menschen, die alleine beten, anfälliger für Verschwörungstheorien. © Eyeem / Iordache Laurențiu Von Tobias Wenzel · 06.01.2021 Die „FAZ” stellt eine Studie vor, die religiöse Einstellung und die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien untersucht.

Ein Ergebnis: Wer alleine betet, glaubt häufiger an geheime Machenschaft als Gottesdienstgänger. Haben Sie, liebe Hörer, eigentlich schon mal einen „Tec Rider” erstellt? Sind Sie Teil eines „Polyküls”? Und was verstehen Sie unter einer „Herzlinie”? Die Feuilletons vom Donnerstag werfen fröhlich mit Fachbegriffen um sich, sind aber so fair, sie danach zu erklären.

In ihren „Tec Ridern”, erläutert die Dichterin Nora Gomringer in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, halten Künstler fest, welche Anforderung die Bühne für ihren Auftritt haben muss, wie hoch zum Beispiel ein Podest und wie beschaffen das Licht sein soll. „Künstlerinnen und Künstler, die ihr Geschäft verstehen, wissen, wie sie am besten wirken, und erbitten in der Regel einen Mindeststandard einer Idealvorstellung, um wenigstens einen Hauch dessen übertragen zu können, was sie erdacht und geplant haben”, schreibt Gomringer.

Wann ist dein Wudu gebrochen?

Islam: Die Gebetswaschung – Wikibooks, Sammlung freier Lehr-, Sach- und Fachbücher Aus Wikibooks | Vor dem Gebet, dem Lesen aus dem Koran und jeder anderen gottesdienstlichen Handlung soll ein Muslim eine rituelle Waschung vollziehen. Diese Waschung wird auf Arabisch „wudu” genannt. Die Gültigkeit der Gebetswaschung geht verloren durch :

  • die Benutzung der Toilette
  • Schlafen
  • das Austreten von Blut, Eiter oder anderen Körperflüssigkeiten
  • durch das Schnäuzen mit der rechten Hand
  • durch unreine Handlungen (nach dem Geschlechtsverkehr/Masturbation ist jedoch eine rituelle Ganzwaschung erforderlich)

Tritt einer dieser Zustände auf, muss die Gebetswaschung wiederholt werden

Wann wird das Fasten gebrochen?

Die wichtigsten Regeln im Ramadan – Ab dem Sonnenaufgang ist im Ramadan jede Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verboten. Erst bei Sonnenuntergang wird das tägliche Fasten gebrochen und es darf wieder gegessen und getrunken werden. Die strengen Fastenzeiten gelten allerdings nicht für alle Muslime – es gibt auch Ausnahmen: Frauen ist das Fasten während der Menstruation verboten.

Auch Schwangere, Kranke und Reisende sind von der Fastenpflicht befreit. Sie sollten das Fasten zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Altersschwache und Kinder sind von dieser religiösen Pflicht (Fard) ausgenommen. Wenn Kinder in die Pubertät kommen, gelten sie im Islam als religiös mündig. Damit wird auch das Fasten zur Pflicht.

Die IGGÖ schreibt auf ihrer Homepage, dass Kinder schrittweise an das Fasten gewöhnt werden sollen. Es sei aber jeder Familie selbst überlassen, wie sie damit umgeht. Praktiziert werde etwa das Auslassen einzelner Mahlzeiten.

Was muss man nach dem Gebet 33 mal sagen?

Mala, Misbaha und der Rosenkranz – Gebetsketten und Perlenschnüre in den Weltreligionen Archiv Mal sind es Samenkapseln, mal kleine Steinchen, Perlen oder Knoten. Die Gebetsketten in Buddhismus, Islam und Christentum unterscheiden sich in Material und Anzahl der Elemente, haben jedoch manches gemeinsam – wie die vertiefende Wiederholung. Von Thomas Daun | 28.10.2015

Für Hirn, Herz und Ohr – die Reportagen und Feature dieser Sendereihe wollen unterhalten und informieren. Vertiefen. Mal aktuell, mal hintergründig, aber immer relevant – egal ob es um Ernst Blocks Religionsphilosophie geht oder um die Angst islamischer Extremisten vor Homosexualität.

Was Macht Wudu Ungültig Irakische sunnitische Muslime mit Gebetsketten vor dem Freitagsgebet in der Umm Al-Qura Moschee in Bagdad, (picture-alliance/ dpa / dpaweb / epa Ali Haider) „Eintausend Jahre verbrachte der Gott Shiva in tiefer Meditation, um für die Sünden der Menschheit Buße zu tun.

  • Als er aus der Versenkung erwachte und das Leid der irdischen Lebewesen erkannte, weinte er bitterlich.
  • Einige seiner Tränen fielen auf die Erde und verwandelten sich in Saatkörner.
  • Bald darauf wuchs an dieser Stelle der erste Rudraksha-Baum.” Diese Legende über die göttlichen Tränen ist uralt.
  • Sie hat die getrockneten Samenkapseln des Rudraksha-Baums so beliebt gemacht: als Perlen für die Gebetsketten der Hindus.

In den kleinen Früchten des tropischen Baums verbergen sich sämtliche Geheimnisse des Kosmos, glauben Hindus. Daher seien die Rudrakshas besonders geeignet, den Betenden zur spirituellen Erleuchtung zu führen. Mysterium und Magie – in den religiösen Vorstellungen zu Gebetsketten mischt sich vieles.

In der schamanistischen Praxis von Naturvölkern etwa waren Perlenschnüre aus kleinen Knochen als Amulett beliebt. Die christlichen Mönche des Mittelalters zählten an den Perlen des Rosenkranzes ihre Gebete. Buddhisten streben mit Hilfe der „Mala” Versenkung in der Meditation an. Die islamischen Sufi-Derwische benutzen ihre Gebetsschnur, um den Namen Allahs zu preisen, etwa beim Gebetsritual des Zikr.

„Die Gebetskette im Islam nennt man im Arabischen Misbaha; in nicht-arabischen Ländern wird sie eher Tesbih genannt, z.B. im türkischsprachigen Raum. Tesbih heißt die Lobpreisung. Also sich bewusst werden, dass Gott absolut frei ist von Mängeln, von Fehlern, und dass diese Eigenschaften nur Gott zukommen.

  • Tesbih ist auch eine Form des Zikr, also des Gedenkens an Gott, und zwar des bewussten, absichtlichen und ständigen Gedenkens an Gott.” Tausend oder mehr Perlen sind bei einer Tesbih-Kette der Sufi-Bruderschaften aufgereiht.
  • Im Zikr-Ritual dauert die Anrufung Allahs Stunden; oft wird das Gebet um Gesang, Trommel und Tanz ergänzt.

Die Betenden streben einen Zustand tranceartiger Ekstase an. Der Standardtyp der islamischen Gebetskette ist natürlich kürzer. Die heute übliche Tesbih besteht aus 99 Perlen, wie Religionswissenschaftler Ali Mete erläutert. „Eine alltäglich von den Muslimen benutzte Gebetskette, hat vier Bestandteile, das sind dreimal 33 Perlen an einer Schnur, ganz am Ende befindet sich dann noch ein im türkischen 'Imame’ genanntes Element, was dann der 100.

  1. Teil ist. Drei mal 33.” „Allah hat 99 Namen – wer sie aufzählt, geht ins Paradies” – soll ein Gefährte des Propheten Mohammed gesagt haben.
  2. Den hundertsten Namen kenne nur das Kamel, deshalb schaue es so spöttisch auf die Menschen herab, sagt ein Sprichwort aus Ägypten.
  3. Der hundertste Name Allahs ist unaussprechlich und den Menschen unbekannt, widersprechen die Gelehrten.

Wie aber kann der Gläubige verhindern, dass er sich beim Beten verzählt? Offenbar waren die frühen Muslime erfinderisch. „Man hat eine bestimmte Anzahl von kleinen Steinchen verwendet oder andere Gegenstände, die vorher schon abgezählt waren. Oder man hat das mit den Fingerballen gemacht; zur Zeit des ersten Kalifen Abu Bakr weiß man, dass Seile mit kleinen Knoten verwendet wurden, um eine bestimmte Anzahl abzählen zu können.

  1. Und danach hat sich dann irgendwann und irgendwo, das weiß man nicht so genau, die Gebetskette durchgesetzt.” 99 verschiedene Namen in der richtigen Reihenfolge hintereinander aufzuzählen und gleichzeitig einen Zustand der Andacht und spirituellen Versenkung anzustreben – das ist fast unmöglich.
  2. Deshalb ist es in der religiösen Praxis des Islams üblich, sich auf drei Namen zu beschränken.

Dabei beruft man sich auf einen Ausspruch Mohammeds. „Der Prophet sagte: Wenn jemand nach jedem Gebet 33 mal 'Subhan Allah’ sagt, 'Subhan Allah’ heißt gepriesen sei Allah, 33 mal 'Al-hamdu lilah’, also Dank gilt Allah, und 33 mal 'Al-hamdu lilah’, also Allah ist groß sagt, also 99 mal insgesamt, und zur Vollendung der hundert sagt: 'Es gibt keinen Gott außer Allah’ – dann werden ihm die Sünden vergeben, selbst wenn diese sehr viel sind.

  • Und auf diesen sehr aussagekräftigen Hadis stützen sich die Muslime, wenn sie nach jedem Gebet diese Formeln Subhan Allah, Al-hamdu lilah und Allahu akbar sprechen.” Nicht nur nach den fünf täglichen Gebeten in der Moschee, auch im Alltagsleben wird die Tesbih benutzt.
  • Viele Gläubige tragen die Gebetskette immer bei sich, benutzen sie im Café, in der U-Bahn, beim Spazierengehen.

Und – ähnlich wie im Hinduismus – ranken sich im islamischen Volksglauben zahlreiche Legenden um die magischen Kräfte der Tesbih. „Der libysche Heilige Sidi Salim besaß eine Gebetskette mit Perlen so groß wie Zitronen. Diese Tesbih verfügte über die Fähigkeit, sich selbst fortzubewegen.

Nachts kettete der Heilige seine Gebetsschnur deshalb an einen Baum fest, damit sie nicht abhandenkam. Pir Mehr Ali Schah, ein pakistanischer Heiliger, wirkte mit seiner Tesbih viele Wunder. Einmal erweckte er damit sogar einen toten Sperling zum Leben, den ein britischer Soldat zuvor vom Baum geschossen hatte.” Die Parallelen zwischen der islamischen Tesbih und den Gebetsketten des Fernen Ostens sind auffällig.

„Mala” heißt die Perlenschnur im Sanskrit. Für Hindus symbolisieren die 108 Perlen die verschiedenen Namen Gottes. Auch im Buddhismus gilt die 108 als magische Zahl. „Im Zen ist das das Lotus-Sutra: 108 Bücher oder Belehrungen des Buddha. Es gibt die 108 Niederwerfungen.

  • Als ich den koreanischen Zen praktiziert hab, war es zugleich eine Zählhilfe, weil wir mussten jeden Morgen 108 Verbeugungen machen und wir haben das dann durch diese Kette abgezählt.” Der Kölner Werner Heidenreich ist seit über 20 Jahren praktizierender Buddhist.
  • Eine Mala trägt er immer bei sich; meist hat er die Gebetskette ums Handgelenk gewickelt.

„Ich hab sie benutzt, um damit im Alltag, sozusagen beim Spazierengehen oder wenn ich irgendwo stand oder wartete, meine Meditation zu stabilisieren. Das hieß, ich habe diese einzelnen Perlen auf dieser Kette weitergeschoben, durch die Finger, und zwar nach jedem Ein- und Ausatmen eine dieser Perlen.

So hatte ich dann immer noch ein weiteres Objekt neben dem Atem, die einzelne Perle. Und wenn man durch die Stadt geht oder im allgemeinen Betrieb ist, dann hilft das tatsächlich zu stabilisieren.” Wer unruhige Gedanken zähmen und zur inneren Gelassenheit finden will, für den kann die Gebetskette eine wertvolle Hilfe sein.

Mit den Fingern ständig die Perlen zu berühren – das erinnert immer wieder an das Gebet oder Mantra und verhindert ein Abschweifen der Gedanken. „Es gibt ein schönes Gleichnis von einem indischen Lehrer. In Indien gibt es so Zeremonien. Und bei diesen Zeremonien werden Elefanten durch enge Straßen geführt und links und rechts sind Obststände und Gemüsestände.

Und die Elefanten mit ihren langen Rüsseln, die sind natürlich dann immer doch natürlich schnell dabei, sich Gemüse und Obst zu stehlen. Das kann man gegen so 'nen Elefanten auch schlecht verhindern, so dass man sich überlegt hat: was können wir machen. Dann hat man den Elefanten einfach so ein kleines Stöckchen gegeben, was die so mit ihrem Rüssel hochhalten sollen.

Da waren sie so beschäftigt, dass diese Verführungen rechts und links nicht mehr griffen. So ähnlich ist das hier. Wir fokussieren den Geist auf dieses Mantra und kommen dann nicht in so ein Grübeln und Gedanken-Kreisen sondern bleiben eigentlich in so einem Ruhemodus.” Auch im Christentum war die Gebetskette früh bekannt: Der Eremit Paulus von Theben etwa murmelte jeden Tag 300 Mal den 51.

  • Psalm, auch „Miserere” genannt.
  • Um den Überblick zu behalten, hatte er ebenso viele Steinchen in der linken Tasche seiner Kutte.
  • Nach jeder Psalm-Rezitation legte er eines davon in die rechte Tasche.
  • Die Wüstenväter waren ja bemüht, dieses immerwährende Gebet zu sprechen; nach Paulus: 'So betet ohn Unterlass!’ Und haben sich dann auch diese Gebetsketten zugelegt.

Und die waren noch keine Rosenkränze, sondern es war, was sie so kannten aus Ägypten oder Asien: Malas.” Im sogenannten „Jesusgebet” oder „Herzensgebet” der orthodoxen Christen wird der Forderung des Apostel Paulus nach dem immerwährenden Gebet Genüge getan.

  1. In absoluter Stille soll der Gläubige dem Rhythmus seiner Atmung und des Herzschlags lauschen, dazu sein Gebet sprechen und in einen Zustand spiritueller Versenkung eintauchen.
  2. Stelle dir das Herz vor, richte deine Augen dorthin, horche aufmerksam, wie es sich regt und Mal für Mal schlägt.
  3. Wenn du dich da hereingefunden hast, so beginne mit jedem Schlag des Herzens, die Gebetsworte dem anzupassen.

Beim ersten Schlage sage oder denke: 'Herr’, beim zweiten 'Jesus’, beim dritten 'Christus’, beim vierten 'erbarme dich’, beim fünften: 'meiner’ – und wiederhole dies sooft als möglich. Wenn du dich daran gewöhnt hast, so beginne das ganze Jesusgebet mit dem Atem ins Herz hinein und wieder heraus zu führen.

Sage, wenn du die Luft einatmest 'Herr Jesus Christus’, lässt du sie aber entweichen: 'Erbarme dich meiner.’ So wirst du das innere Herzensgebet erlangen. Bemühe dich aber, alles, was dir der Verstand zuflüstert oder was dir sonst erscheinen mag, zurückzuweisen.” In den „Aufrichtigen Erzählungen eines russischen Pilgers”, einem anonym verfassten Manuskript des 19.

Jahrhunderts, das wahrscheinlich auf dem Berg Athos entstand, wird detailliert beschrieben, wie der Gläubige das „Herzensgebet” erlernen kann. Die Gebetskette, im russischen „chotki”, ist dabei ein wertvolles Hilfsmittel. Anstelle einer Perlenschnur handelt es sich meist um eine geschlossene Kordel mit 33, 100 oder 500 Knoten.

Auch der „chotki” werden magische Wirkungen zugeschrieben, wie der russische Pilger in seiner Erzählung berichtet. „Einmal ging ich im Winter gegen Abend durch ein Wäldchen; plötzlich stürzte ein großer Wolf auf mich zu. Ich hatte wie immer meine aus einer Wollschnur geflochtene Chotki in der Hand und schlug damit nach dem Wolf.

Was geschah? Die Chotki wurde mir aus der Hand gerissen und kam gerade um den Hals des Wolfes zu liegen. Der Wolf entfloh, sprang über ein Dornengestrüpp, verstrickte sich mit den Hinterbeinen im Gestrüpp, während die Chotki sich am Ast eines dürren Baumes festhakte.

Da wollte sich der Wolf losreißen, doch er konnte sich nicht befreien, weil ihm die Schnur den Hals würgte. Gläubig bekreuzigte ich mich, ging auf ihn zu, um ihn zu befreien; denn ich fürchtete, dass er die Chotki zerreißen und mit ihr fortlaufen könne, dann hätte ich meine wertvolle Schnur nie wiedergesehen.

Kaum hatte ich die Chotki ergriffen, als der Wolf davonlief.” Im christlichen Abendland blieb der Gebrauch von Gebetsketten Jahrhunderte lang auf Einsiedler, Mönche und theologisch Gebildete beschränkt. Erst im späten Mittelalter wurde das Rosenkranzgebet zum wichtigen Bestandteil volkstümlicher Religiosität.

Die Initiative ging von Dominikanermönchen aus, die eine einfache, aber prägnante Gebetsform in Umlauf brachten. Die blieb bis heute erhalten: Auf je zehn „Gegrüßet seist du Maria” folgt ein „Vater unser”. Ein solcher Zyklus entspricht einem sogenannten „Mysterium” – einer Episode aus dem Leben Jesu, die sich der Gläubige während des Gebets vergegenwärtigen soll.

Ein komplettes Rosenkranzgebet besteht aus fünfzehn dieser Mysterien, zusammengefasst in drei Gruppen zu jeweils fünf Mysterien: der freudenreiche, der schmerzhafte und der glorreiche Rosenkranz. „Das ist ein einfaches Gebet, das jede und jeder leicht lernen kann.

Da brauche ich keine komplizierten Anleitungen. Man kann etwas in die Hand nehmen – das sagen ja auch die Psychologen, das gibt etwas Beruhigenden, das ist auch 'ne äußere Hilfe zur Sammlung zu kommen. Es ist von daher ein Gebet, das einfache Menschen verrichten können; das sagt nicht: 'Du musst’ oder 'Du sollst’ – es geht um ein Betrachten, ein Anschauen.” Das Rosenkranzgebet wurde schnell beliebt, vor allem nachdem die Dominikaner im 15.

und 16. Jahrhundert in vielen Städten sogenannte Rosenkranzbruderschaften gründeten, die allen Gläubigen offenstanden. Pater Johannes Bunnenberg ist Provinzial des Dominkanerordens in Köln. „Im Unterschied zu anderen Bruderschaften, die es in den Städten in den Jahrhunderten im ganzen Mittelalter gab: in diese Bruderschaft konnten auch die Armen eintreten.

  1. Es war auch für Frauen im Übrigen, das war auch nicht selbstverständlich bei den anderen Bruderschaften.
  2. Die einzige Verpflichtung war, dass man im Laufe einer Woche die drei Rosenkränze, den freudenreichen, den schmerzhaften und den glorreichen Rosenkranz gebetet hat.” Der Blumenkranz auf dem Kopf galt im Mittelalter als beliebtes Schmuckstück für Damen – besonders wenn er aus Rosen geflochten war.

Der Rosenkranz war also eine Art symbolischer Blumenkranz für die Gottesmutter. Jede Perle stellte eine Rose dar und war zugleich Erinnerung an ein Mariengebet. Als Material verwendete man zunächst Holz, Knochen, kleine Steine oder Obstkerne. Sehr bald aber wurde aus der schlichten Gebetskette auch ein Schmuckstück für wohlhabende Bürger und Adlige.

  • Wer es sich leisten konnte trug einen kunstvoll verzierten Rosenkranz aus teuren Edelsteinen, Silber oder Elfenbein.
  • Im Volksglauben wurde die Gebetskette bald auch zu einem Amulett mit Zauberkräften.
  • Das Handwörterbuch des Aberglaubens von 1866 schreibt: „Spukgeister verschwinden, wenn man einen Rosenkranz nach ihnen wirft.

Braucht man günstiges Wetter zum Wäschetrocknen, so hängt man einen Rosenkranz ins Freie. Schwangere tragen ihn bei sich gegen Behexung und zur Erleichterung der Geburt. Wickelkindern legt man einen in die Windeln oder in die Wiege, das schützt vor allem Bösen und macht das Kind fromm.

Auch bewahrt der Rosenkranz vor Alp und Wechselbalg. Selbstverständlich dient er auch als Heilmittel. Kranke werden mit einem siebenmal geweihten Rosenkranz unter Anwendung gewisser Formeln bestrichen. Ein Rosenkranz, der aus einem Grab stammt, hilft gegen Kopfweh. Schenkt ein Mädchen ihrem Geliebten einen Rosenkranz, so bekommen sie einander immer lieber; denn der Rosenkranz 'bindet'” Der Glaube an die magische Wirkung des Rosenkranzes ist auch heute noch verbreitet: als Tattoo auf der Haut oder als Kettchen am Auto-Innenspiegel.

Aber auch die Gebetsform hat Jahrhunderte überdauert. Die Kölner Rosenkranzbruderschaft, 1475 gegründet, ist bis heute aktiv und somit die älteste ihrer Art. Jeden Werktag um halb zwölf mittags treffen sich Gläubige zum Rosenkranz-Gebet in der Kölner Basilika St.

  • Andreas. „Ich bin nicht ursprünglich christlich, sondern komme von einer jüdischen Familie, und bin in die katholische Kirche vor 50 Jahren eingetreten.
  • Ich bete den Rosenkranz gern; am Anfang des Rosenkranzgebetes betet man das vielleicht eher etwas ungewohnt, so nach dem Buch.
  • Doch sehr bald kommt man dazu in diesen verschiedenen Geheimnissen, die betrachtet werden, automatisch eigentlich, dass es zu einem meditativen Gebet wird.

Dann vergisst man auch, was man sagt; man betet es einfach. Die Worte kommen einfach, man denkt nicht darüber nach.” Trotz ihrer 85 Jahre nimmt Renate Friedländer regelmäßig am Rosenkranzgebet in der Kölner Kirche teil – einmal in der Woche sogar als Vorbeterin.

  • Neben der religiösen Bedeutung schätzt sie besonders die beruhigende Kraft des ständig wiederholten Gebets.
  • Das ist schon eine gute Schule der Meditation.
  • Und es dauert Zeit.
  • Man kann nicht sofort erwarten, dass das sofort klappt, dass man sofort tiefer kommt.” „Ich kann Wiederholung als etwas Langweiliges empfinden und daher etwas Nerviges.

Wiederholung – das ist nicht nur etwas, ja, Leiern, sondern Wiederholung auch den Akzent der Vertiefung oder der Wiederfindung. Und dass ich an manche tiefere Schichten auch beim Menschen und auch in der Religion nur über Wiederholung herankomme.” : Mala, Misbaha und der Rosenkranz – Gebetsketten und Perlenschnüre in den Weltreligionen

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Was ist Ghusl im Islam?

Ganzkörperwaschung zur Herstellung der rituellen Reinheit ; obligatorisch nach dem Geschlechtsverkehr, bei der Frau auch nach der Menstruation; vor dem Freitagsgebet (Djuma) und den Gottesdiensten der Feiertage vorgeschrieben. Bei Wassermangel darf zur rituellen Reinigung Sand verwendet werden.

Was ist der Imam?

von Melanie Kamp Über Imame in Deutschland wird immer wieder kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert. Knapp zusammengefasst lautet die Kritik an den Imamen, die mehrheitlich aus dem Ausland stammen, dass sie nicht ausreichend mit der deutschen Sprache und der deutschen Lebenswirklichkeit vertraut seien und darüber hinaus religiöse Normen und Werte vermittelten, die einer Integration von Muslimen in Deutschland im Wege stünden.

Doch wie wird jemand eigentlich Imam in Deutschland, welche Rolle nehmen Imame in den Moscheegemeinden ein und welche Tätigkeiten üben sie dabei aus? Zunächst ist Imam kein religiöses Amt, das eine klar definierte religiöse Ausbildung oder eine Ordination erfordert. Der Begriff Imam stammt aus dem Arabischen und bezeichnet wörtlich jemanden, der vorne steht.

In diesem Sinne wird die Person, die das gemeinschaftliche Ritualgebet leitet, Imam genannt. Sobald Muslime gemeinschaftlich beten, leitet einer von ihnen das Gebet, d.h. er steht vorne, rezitiert laut und die in langen Reihen hinter ihm Stehenden synchronisieren ihre Bewegungen mit ihm. Freitagspredigt in einer Berliner Moschee; Foto: Riem Spielhaus Imam ist also zunächst eine Funktionsbezeichnung, die auf das Vorbeten verweist. Wenn nun vom Imam einer Moschee die Rede ist, kann es sich sowohl um einen Religionsgelehrten handeln als auch um einen „Laien”, der über sehr unterschiedliche Formen formaler religiöser Bildung verfügen kann.

Da für andere Aufgaben als das Vorbeten wie beispielsweise das Predigen oder den Koranunterricht tiefer gehende religiöse Kenntnisse erforderlich sind, bemühen sich die Moscheegemeinden in der Regel darum, einen Vorbeter-Prediger zu verpflichten, der eine religiöse Ausbildung absolviert hat. Die Inhalte und Abschlüsse sind dabei nicht einheitlich festgelegt.

Neben dem Begriff Imam sind in den verschiedenen Moscheegemeinden noch andere Begriffe als Anrede, Ehr- und Funktionsbezeichnung für Personen gebräuchlich, die über religiöses Wissen verfügen, Rituale durchführen und als Vorbeter, Prediger, Lehrer und religiöse Ratgeber fungieren.

Während der Begriff Hoca in türkischen Gemeinden üblich und als Anrede für Imame und Lehrer bzw. Lehrerinnen verwendet wird, wird der Begriff Scheich vor allem in arabischen Gemeinden benutzt. Die über 80 Moscheen und muslimischen Gebetsräume in Berlin verfügen nicht alle über einen fest angestellten Imam.

Abhängig von der Größe der Moschee und den finanziellen Ressourcen der Gemeinde sind Imame häufig nur ehrenamtlich tätig. Für alle Imame, die aus dem Ausland eingestellt werden, gilt, dass sie entweder eine religiöse Ausbildung oder ihre vorherige Beschäftigung als Imam nachweisen müssen, um ein Visum bzw.

eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Auch ist dazu die Vorlage eines Arbeitsvertrages mit einer Moschee in Deutschland notwendig. Am klarsten ist das Einstellungsprozedere bei den Moscheegemeinden geregelt, die der DITIB angeschlossen sind. Die türkische Religionsbehörde (DIB), der die DITIB angehört, entsendet so genannte Religionsbeauftragte als Imame in die DITIB-Gemeinden.

Als Beamte des türkischen Staates sind die Religionsbeauftragten an die türkische Botschaft bzw. die Konsulate gebunden und der Dienstaufsicht der Attachés für religiöse Angelegenheiten unterstellt. Ihre Dienstzeit in Deutschland umfasst vier Jahre, allerdings können sie auch mehrere Dienstperioden in Deutschland verbringen, sofern sie zwischenzeitlich wieder in der Türkei arbeiten.

  1. Die Ausbildung der DITIB-Imame ist nicht einheitlich geregelt (Cekin 2003), doch haben sie mindestens das Imam-Prediger-Gymnasium in der Türkei und/oder ein Theologie-Studium absolviert.
  2. Vor ihrem Einsatz in Deutschland haben sie mindestens acht Jahre Berufserfahrung in der Türkei gesammelt und seit 2002 werden sie mit sechsmonatigen Deutschkursen auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet.

Da die Türkei der einzige muslimisch geprägte Staat ist, mit dem eine Vereinbarung über die Entsendung von Imamen besteht, müssen sich andere Moscheevereine, die nicht der DITIB angehören, individuell um die Suche, Auswahl und die Einreisemodalitäten ihrer Imame kümmern,

  • Dies gilt sowohl für andere von türkischstämmigen Muslimen unterhaltene Vereine wie zum Beispiel die Islamische Föderation Berlin (IFB) oder den „Verband der Islamischen Kulturzentren” (VIKZ) als auch für Moscheevereine mit anderem national-ethnischen Hintergrund.
  • Der VIKZ hat eine eigene Akademie in Köln eingerichtet.

Hier können sich die Schüler auch zum Imam bzw. Hoca ausbilden lassen. Die Ausbildung baut auf dem Religionsunterricht in den lokalen VIKZ-Moscheen auf, dauert vier Jahre, kann um ein Ausbildungsjahr in der Türkei ergänzt werden und wird für Männer und Frauen angeboten (Jonker 2002).

  1. Daher verfügt der Verband auch über Deutsch sprechende Imame bzw.
  2. Imame, die in Deutschland aufgewachsen sind.
  3. In vielen arabischen Moscheen – bspw.
  4. Das Haus der Weisheit, das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB), das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum oder die Al-Nur Moschee – sind Absolventen der ägyptischen Azhar-Universität tätig.

Sie haben entweder islamisches Recht, Koran- oder Hadithwissenschaften (Prophetentradition) oder auch an der Sprachfakultät eine Kombination aus Deutsch und religiösen Fächern studiert. Der Kontakt zu einer Moschee in Deutschland kommt häufig über persönliche Beziehungen zustande, oder die Moscheevereine wenden sich direkt an die Azhar-Universität und fragen nach geeigneten Absolventen.

  • Im Fastenmonat Ramadan, der durch ein besonders intensives Moscheeleben geprägt ist, bemühen sich oft Moscheevereine, die sich ganzjährig keinen fest angestellten Imam leisten können, für diese Zeit einen Imam aus dem Ausland zu verpflichten.
  • Diese Imame haben dadurch die Möglichkeit, weitere Kontakte zu knüpfen, Moscheevereine wie auch Moscheebesucher und -besucherinnen können die Imame kennen lernen und manchmal ergibt sich daraus eine Festanstellung.

Das Aufgabenspektrum der Imame Studien über Imame in Deutschland und in anderen europäischen Staaten zeigen, dass das Aufgabenspektrum der Imame hier größer ist als in den Herkunftsländern der muslimischen Einwanderer. In der Regel wird dies auf die Diasporasituation und die dadurch veränderte soziale Rolle der Moscheen zurückgeführt, die in Form multifunktionaler Gemeindezentren oder als „Bürgerhaus für die unmittelbare und weitere Nachbarschaft” (Leggewie/Jost/Rech 2002) versuchen, den zusätzlichen Bedürfnissen der muslimischen Zugewanderten in der Fremde bzw.

  • In einer nichtmuslimischen Umgebung gerecht zu werden.
  • Teilweise ist die Ausweitung der Moscheefunktionen auch als eine Annäherung an kirchliches Gemeindeleben interpretiert worden (Jonker 1999, 138).
  • Die Rolle und die Aufgaben, die ein Imam nun übernimmt, sind abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Gemeinde, der konkreten Ausgestaltung der Moschee oder des Gebetsraumes sowie von seinem beruflichen Status, d.h.

ob er ehrenamtlich oder hauptberuflich als Imam fungiert. Eine Rolle spielt zudem, ob neben dem Imam noch andere Personen in der Moschee aktiv sind und einzelne Aufgaben übernehmen (ausführlicher dazu siehe Kamp im Druck). Vor diesem Hintergrund erklären sich die Reaktionen der Imame, mit denen ich in Berlin und anderen deutschen Städten Gespräche geführt habe, auf die Frage nach ihren Aufgaben.

  1. Antworten wie „viele” oder „es gibt mehr Aufgaben als Zeit” waren typisch und die meisten beschrieben den Arbeitsalltag eines Imam als 24-Stunden-Job, weil sich die Menschen zu jeder Tageszeit mit ihren Problemen an sie wendeten.
  2. Neben der Leitung des Gemeinschaftsgebets und der Freitagspredigt listeten sie eine ganze Reihe anderer Tätigkeiten auf: Religions-, Koran- und Sprachunterricht (Türkisch oder Arabisch) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das Halten von Vorträgen, die Beantwortung religionsbezogener Fragen der Gläubigen, zudem Beratung zur Bewältigung alltäglicher Lebensprobleme, Streitschlichtung und Mediation bei Familienproblemen, die Durchführung von islamischen Eheschließungen und Scheidungen, Gefangenen- und Krankenbesuche, Totenwaschung und Totengebet, Trauerbegleitung, Repräsentation der Moschee oder Öffentlichkeitsarbeit, interreligiöse Dialogaktivitäten und die Begleitung von Pilgergruppen auf der Pilgerfahrt nach Mekka.

Nicht jeder meiner Gesprächspartner hat alle hier aufgezählten Tätigkeiten genannt, doch die meisten haben insgesamt mehr Pflichten aufgezählt, als sie in ihrem jeweiligen Umfeld und Alltag tatsächlich übernehmen (können). Während die Leitung des Gemeinschaftsgebetes zu den alltäglichen Aufgaben eines Imam gehört und zusammen mit der Freitagspredigt und den verschiedenen Formen des Unterrichtens den Tages- und Wochenablauf eines Imam prägen, sind andere Tätigkeiten saisonal bedingt, wie bspw.

die Begleitung von Pilgergruppen, oder stark abhängig von dem Bedarf der Gemeinde, wie z.B. Gefängnis- und Krankenhausseelsorge, und werden daher unterschiedlich häufig ausgeführt. Beispielsweise war ein türkischer Imam bereits ein Dutzend Mal als Pilgerführer tätig, andere Imame jedoch noch nie, oder ein ägyptischer Imam zählte auch Gefangenenseelsorge zu seinen Tätigkeiten, doch auf Nachfrage stellte sich heraus, dass dies in den drei Jahren seiner Arbeit in Berlin nur ein bis zwei Mal vorgekommen ist und somit eine sehr untergeordnete Rolle spielte.

Bei Imamen, die ihren Lebensunterhalt mit anderen Berufen bestreiten und nur ehrenamtlich in einer Moschee aktiv sind, ist es nicht selbstverständlich, täglich in der Moschee anwesend zu sein. So sind einige fast ausschließlich freitags und am Wochenende in der Moschee und ihre Aufgaben beschränken sich auf die Leitung des Gebets an diesen Tagen, die Freitagspredigt und den religiösen Unterricht an ausgewählten Wochentagen.

  • Zwei meiner Gesprächspartner – und dies ist eine Berliner Besonderheit – waren hauptberuflich als Religionslehrer der IFB in öffentlichen Schulen beschäftigt.
  • Während der eine zuvor als Imam gearbeitet hat und immer noch freitags in unterschiedlichen Moscheen der IFB predigt und sich selbst auch als Imam versteht, sieht sich sein Kollege eher als Lehrer – obwohl er zum Zeitpunkt des Gesprächs auch Kinder in einer Moschee unterrichtete und dort gelegentlich die Freitagspredigt übernommen hatte.

So erzählte er, dass diejenigen, die ihn nur aus der Moschee kennen, als Imam wahrnehmen. Trotzdem lehnt er die Anrede Hoca für sich ab. In großen Moscheen teilen sich manchmal mehrere Imame die anfallenden Aufgaben oder ehrenamtliche Helfer übernehmen einzelne Tätigkeiten wie zum Beispiel den Religionsunterricht für Kinder, den Unterricht für deutsche Konvertierte oder die Öffentlichkeitsarbeit.

  • Ob und in welchem Maße der Imam Kontakt zu Moscheebesucherinnen hat, hängt unter anderem davon ab, ob es eine Frauengruppe oder eine Religionslehrerin in der Moschee gibt und sich die Frauen mit ihren religiösen Fragen an sie wenden können (siehe Spielhaus in diesem Band).
  • Nicht zuletzt entscheiden auch die Qualifikationen eines Imam wie z.B.

seine Deutschkenntnisse darüber, ob er Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit leisten oder an interreligiösen Dialogaktivitäten teilnehmen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist Imam Taha Elmoursi (29) von der Al-Nur Moschee. Die Al-Nur Moschee ist mehrfach ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten und ihrem Imam Salim El Rafei wurde die Wiedereinreise nach Deutschland untersagt.

Seit ungefähr zwei Jahren ist Imam Taha dort ehrenamtlich tätig. Er hat bereits in Ägypten Deutsch gelernt und engagiert sich hier nun im interreligiösen Dialog. So fand im März 2006 zusammen mit Rabbiner Ytzhak Ehrenberg eine Veranstaltung in der Al-Nur Moschee statt und im Mai 2006 war Imam Taha an der Zusammenstellung der Imam-Mannschaft für das symbolträchtige Fußballspiel zwischen Imamen und Pfarrern beteiligt.

Zwar werden auch in anderen Moscheen wie beispielsweise dem IZDB oder dem Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum insbesondere im Ramadan Veranstaltungen organisiert, an denen auch Rabbiner oder Pfarrer teilnehmen. An Stelle der Imame der Zentren nehmen hier jedoch bisher andere Deutsch sprechende, ehrenamtlich Aktive der Moscheegemeinden auf dem Podium Platz.

  1. Imame als Vermittler religiöser Normen und Werte Aufgrund ihrer Rolle als Vermittler religiöser Normen und Werte wird Imamen sowohl von muslimischen Gläubigen als auch von nichtmuslimischer Öffentlichkeit Autorität und damit Einfluss zugeschrieben.
  2. Dies entspricht durchaus dem Selbstbild der Imame, mit denen ich gesprochen habe.

Verkürzt gesagt sehen sie sich als diejenigen, die den Menschen den richtigen Islam vermitteln, indem sie predigen, unterrichten und den Menschen Rat für eine in religiös-moralischer Hinsicht korrekte Lebensweise geben. Der Rat eines Imam hat jedoch keine bindende Kraft.

  • Insofern hängt es entscheidend von dem Ratsuchenden ab, ob er den Rat eines Imam akzeptiert.
  • Neben dem lokalen Imam sind die Familie, Freunde und Bekannte, eine reichhaltige islamische Literatur, Predigtaufnahmen berühmter Prediger, die auch in den hiesigen Moscheen verkauft werden, das Internet und andere Medien wichtige Quellen und Ratgeber, die von den Gläubigen in religiösen Fragen konsultiert werden.

Diese Situation ist den Imamen bewusst. Gefragt nach der gesellschaftlichen Rolle und dem Verhältnis des Imams zur Gemeinde, formulierten einige meiner Berliner Gesprächspartner unter anderem, dass der Rat eines Imam nur ein guter Rat von einem erfahrenen an einen unerfahrenen Mann sei, dass ein Imam nur denjenigen gegenüber Einfluss habe, die er persönlich kenne und dass ein Imam mit den Menschen leben, an ihren Sorgen und Freuden teilhaben müsse, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, damit sie sich an ihn als Autorität wenden.

Auch sei es wichtig, dass, trotz der vielfältigen Quellen für islamisches Wissen, die Leute „an der Hand” eines Gelehrten studierten, damit dieser gegebenenfalls ein falsches Verständnis der islamischen Lehre korrigieren könne. Deutschkenntnisse: Kritik und Selbstkritik Die eingangs geschilderte Kritik an den ausländischen Imamen ist nicht völlig neu.

Bereits in den 1980er Jahren wurde die Einstellung von Imamen aus dem Ausland unter sicherheitspolitischen Aspekten kritisiert (Blumenwitz 1985). Heute, gut zwei Jahrzehnte später, stehen neben sicherheitspolitischen Erwägungen vor allem integrationspolitische Aspekte zur Diskussion: Imamen wird vorgeworfen, nicht (ausreichend) Deutsch zu sprechen, sich hinsichtlich der Lebensumstände in Deutschland nicht auszukennen und einen Islam zu vermitteln, der auf die Herkunftsländer und nicht auf Deutschland ausgerichtet ist.

  • Dabei wird diese Kritik nicht nur von der nichtmuslimischen Öffentlichkeit geübt, sondern auch innerhalb der Gemeinden bzw.
  • Der muslimischen Organisationen, und es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, Imame in Deutschland auszubilden.
  • In meinen Gesprächen mit den Imamen kam auch diese Problematik zur Sprache, denn je nach Zusammensetzung der Gemeinde sind Imame ganz konkret mit dem Sprachproblem konfrontiert, wenn sie auf Dolmetscher angewiesen sind, um mit den Gläubigen zu kommunizieren.

Außerdem wird in einigen Berliner Moscheen die arabische Freitagspredigt von Helfern simultan ins Deutsche übersetzt, weil Konvertierte, Muslime und Musliminnen aus nichtarabischen Ländern und junge arabischstämmige muslimische Gläubige, die hier aufgewachsen sind, auf die Übersetzung angewiesen sind und die Moscheen auf diesen Bedarf reagieren müssen.

Die Imame sprachen überraschend selbstkritisch über ihre Deutschkenntnisse. So erklärte mir ein ägyptischer Imam auf die Frage nach Änderungswünschen hinsichtlich seiner Arbeit, dass er gerne Deutsch sprechen können würde und selbst Imame, die Deutsch sprechen, wollten sich sprachlich verbessern. Teilweise besuchen meine Gesprächspartner auch Deutschkurse oder lernen privat Deutsch, weil sich dies besser mit ihrem Arbeitsalltag verbinden lässt.

Letztlich befürworteten sie grundsätzlich den Aufbau von Ausbildungseinrichtungen für muslimische Religionsgelehrte in Deutschland. Ein türkischer Imam fragte jedoch danach, wer eine solche Ausbildung organisieren solle und äußerte sich skeptisch, ob sich die auf Spendenbasis finanzierten Moscheevereine überhaupt einen in Deutschland universitär ausgebildeten Imam leisten könnten.

Ein so ausgebildeter Imam würde ein anderen Akademikern vergleichbares Gehalt erwarten und kaum zu den bislang üblichen niedrigen Gehältern oder gar ehrenamtlich arbeiten wollen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation der Imame in Deutschland im Zuge der öffentlichen Diskussion und des Generationenwechsels innerhalb der Moscheegemeinden verändern wird.

Vorläufig bleiben die Moscheevereine darauf angewiesen, Imame aus dem Ausland bzw. Imame, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben, einzustellen.Literatur

Blumenwitz, Dieter (1985): Aufenthaltsgenehmigungen für Imame in Deutschland. In: CIBEDO-Texte, Nr.35, S.2–13. Boender, Welmoet/Meryem Kanmaz (2002): Imams in the Netherlands and Islam teachers in Flanders. In: Wasif A.R. Shadid/Pieter S. van Koningsveld (Hrsg.): Intercultural relations and religious authorities. Muslims in the European Union. Leuven, S.169–180. Cekin, Ahmet: Stellung der Imame. Eine vergleichende Rollenanalyse der Imame in der Türkei und in Deutschland. Tübingen, Diss.2003. El Battiui, Mohamed/Firouzeh Nahavandi/Meryem Kanmaz (2004): Mosquées, imams et professeurs de religion islamique en Belgique. État de la question et enjeux. Brüssel. Jonker, Gerdien (2002): Eine Wellenlänge zu Gott: Der Verband der Islamischen Kulturzentren in Europa. Bielefeld. Jonker, Gerdien (1999): Von der Mehrheit zur Minderheit. Die Verortung der islamischen Gemeinden im deutschen Umfeld. In: dies. (Hrsg.): Kern und Rand. Religiöse Minderheiten aus der Türkei in Deutschland. Berlin, S.131–146. Kamp, Melanie (im Druck): Prayer leader, counselor, teacher, social worker, and public relations officer – on the roles and functions of imams in Germany. In: Jörn Thielmann/Ala Al-Hamarneh (Hrsg.): Islam and Muslims in Germany. Leiden u.a. Kroissenbrunner, Sabine (2001): Türkische Imame in Wien. Wien. Leggewie, Claus/Angela Joost/Stefan Rech (2002): Nützliche Moscheekonflikte? Lackmustest auf praktische Religionsfreiheit. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg.47, Nr.7, S.812–821.

Melanie Kamp ist Islamwissenschaftlerin, assoziiert am Zentrum moderner Orient. Sie arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation über muslimische religiöse Autoritäten in Deutschland. Der Artikel basiert auf den Ergebnissen ihrer Feldforschung.

Wie lange hält Gebetswaschung?

Wird die Gebetswaschung ungültig, sobald die Zeitspanne für das Streichen über die Ledersocken endet Der Lobpreis gebührt Allâh, und möge Allâh den Gesandten Allahs sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken! Die rituelle Gebetswaschung wird durch das Ausziehen der Lederfüßlinge oder Socken nicht ungültig, solange diese innerhalb der Zeit ausgezogen werden, in der man über die Socken streichen darf, diese Zeit beträgt einen Tag und eine Nacht für Ortsansässige und drei Nächte für den Reisenden. ) war hingegen der Ansicht, dass es keine Bedingung für die Gültigkeit der rituellen Gebetswaschung ist, die Füße baldmöglichst zu waschen. Vielmehr bleibt man im Zustand der rituellen Reinheit, bis die rituelle Gebetswaschung durch einen annullierenden Grund ungültig wird oder bis die Zeitspanne endet, in der man über die Socken streichen darf.

Ist Sperma unrein?

Rituell unreine Substanzen – Bestimmte Dinge verunreinigen Körper oder die Kleidung, sodass diese rituellen Unreinheiten entfernt werden müssen. Auch Plätze können verunreinigt sein, sodass etwa das Ritualgebet ( Salāt ) dort nicht erlaubt ist. Als rituell unreine Substanzen angesehen sind unter anderem:

  • Menschlicher Urin
  • Kot
  • Ejakulat (zumindest gemäß der hanafitischen Rechtsschule )
  • Eiter
  • Erbrochenes
  • der Speichel eines Hundes, auch dessen feuchte Schnauze
  • das Schwein als Ganzes
  • tote Tiere sowie das Fleisch nicht halal geschlachteter Tiere
  • alkoholische Getränke

Zu Beachten ist jedoch: Welche Substanzen letzten Endes konkret nadschis sind und welche nicht, wird von den Rechtsschulen unterschiedlich beantwortet. Nicht alle der oben beispielhaft aufgeführten Dinge werden von allen diesen unbedingt als nadschis klassifiziert.

So wird der Hundespeichel in der malikitischen Rechtsschule beispielsweise nicht als rituell unrein (nadschis) betrachtet. Befinden sich am eigenen Körper oder an der getragenen Kleidung rituelle Unreinheiten, so ist beispielsweise das Gebet (Salāt) damit nicht gültig. Zumindest innerhalb der hanafitischen Rechtsschule existiert jedoch die Ansicht, dass eine begrenzte Menge an Unreinem das Gebet nicht ungültig macht.

Dies wäre dann der Fall, wenn die flüssige rituelle Unreinheit an Körper und Kleidung (z.B. Hundespeichel) insgesamt höchstens der Fläche eines Kreises mit einem Durchmesser von ungefähr 5 cm entspricht. Ist jedoch mehr Unreinheit vorhanden, so wäre das Ritualgebet ( Salāt ) damit nicht gültig.

Wo immer Eiter ist da Entleere ihn?

Abszesse (Eiteransammlungen) – Als Abszess bezeichnet man eine Eiteransammlung in einer nicht vor bestehenden Körperhöhle. Die Ursachen sind vielfältig. Abszesse können zum Beispiel nach Hautverletzungen, bei Fremdkörpern oder Infektionen im Bereich von Schweißdrüsen auftreten.

Linisch bestehen Rötung, Schwellung, Schmerzen, Überwärmung und eine eingeschränkte Funktion des betroffenen Körperteils. Die Behandlung sollte rasch erfolgen. Bei Abszessen im anogenitalen Bereich besteht oftmals eine akute akute OP-Indikation. „Ubi pus, ibi evacua” – „Wo Eiter ist, dort entleere ihn.” Dieser Leitsatz stammt wahrscheinlich von Hippokrates und ist ca.2500 Jahre alt.

Bis heute hat sich daran nichts geändert. In der Regel wird in Lokalanästhesie die Haut über dem Abszess eröffnet und der Eiter drainiert. Eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika ist meistens nicht erforderlich. Diese Eingriffe werden überwiegend ambulant durchgeführt.

Ist Eiter immer infektiös?

Hinweis – Eiter ist infektiös. Daher ist bei jedem Kontakt auf sorgfältige Hygiene (Händewaschen, Händedesinfektion etc.) zu achten.

Warum macht man WUDU?

Was ist Wudu (Gebetswaschung)? – Die Gebetswaschung wird normalerweise mit dem Wort „ Wudu ” ausgedrückt, was auf Arabisch „Schönheit und Sauberkeit” bedeutet. Es ist die Reinigung und Sauberkeit, die Muslime durch das Waschen einiger Organe und das Abwischen anderer machen, um bestimmte gottesdienstliche Handlungen wie das Gebet durchführen zu können.

Wann muss man immer Ghusl machen?

Wann ist die Ganzkörperwaschung obligatorisch und wann wünschenswert? – Der Islam – Frage und Antwort Alles Lob gebührt Allah. Die Ganzkörperwaschung kann entweder obligatorisch oder eine wünschenswerte Sunnah sein. Die Gelehrten -möge Allah ihnen barmherzig sein- haben all diese Situation dargelegt und man kann ihre Worte in drei Teilen einteilen: 1.

Die Dinge, welche die Ganzkörperwaschung obligatorisch machen, über die man sich einig ist. Diese sind: a) Das Austreten von Maniy (Beim Mann Sperma und bei der Frau eine gelbe feine Flüssigkeit), auch ohne Geschlechtsverkehr. In der Enzyklopädie der Rechtswissenschaften (195/31) steht: „Die Rechtsgelehrten sind sich darüber einig, dass der Austritt von Maniy zu den Dingen gehört, welche die Ganzkörperwaschung obligatorisch machen.

An-Nawawi hat diesbezüglich sogar den Konsens überliefert. Es gibt hier keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, ob schlafend oder wach. Die Grundlage dafür ist der Hadith von Abu Sa’id Al-Khudri -möge Allah mit ihm zufrieden sein-, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Gewiss, Wasser ist für Wasser.” Überliefert von Muslim (343).

  1. Und dies bedeutet, so wie es An-Nawawi erwähnte, dass man mit Wasser die Ganzkörperwaschung vollziehen muss, wenn warmes Wasser, was hier Maniy ist, austritt.2.
  2. Wenn die zwei beschnittenen Teile sich berühren, so dass die Eichel komplett in der Vagina ist, auch wenn es keine Ejakulation gab.3. und 4.
  3. Die Menstruation und das Wochenbett.

In der Enzyklopädie der Rechtswissenschaften (204/31) steht: „Die Rechtsgelehrten sind sich darüber einig, dass die Menstruation und das Wochenbette zu den Dingen gehören, welche die Ganzkörperwaschung obligatorisch machen. Ibn Al-Mundhir, Ibn Jarir At-Tabari und andere haben diesbezüglich den Konsens überliefert.

  • Der Beweis für die Pflicht, sich nach der Menstruation zu waschen ist Seine -erhaben ist Er- Aussage: „Sie fragen dich nach der Monatsblutung.
  • Sag Sie ist ein Leiden.
  • So haltet euch von den Frauen während der Monatsblutung fern, und kommt ihnen nicht nahe, bis sie rein sind.
  • Wenn sie sich dann gereinigt haben, so kommt zu ihnen, wie Allah es euch geboten hat.” ” Der zweite Teil sind die Situationen, welche die Ganzkörperwaschung, nach Übereinstimmung, nicht obligatorisch machen, vielmehr aber wünschenswert.1.
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Immer wenn die Leute sich treffen, ist es wünschenswert sich zu waschen. Al-Baghawi -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte: „Es ist wünschenswert für denjenigen, der sich mit Leuten treffen will, sich zu waschen, zu reinigen und zu parfümieren. Dazu gehört auch, wenn man sich für die beiden Festtage wäscht.

An-Nawawi -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte in „Al-Majmu'” (233/2): „Es ist, gemäß der Übereinstimmung, eine Sunnah für jeden, ob Männer, Frauen oder Kinder, da man sich dadurch schön machen will und sie alle gehören dazu.” Siehe die Frage Nr. Dazu gehört auch die Ganzkörperwaschung für das Gebet der Sonnenfinsternis, der Bitte um Regen, für das Stehen bei 'Arafa, für Al-Masch’ar Al-Haram, für das Werfen der Steine an den Jimar in den Taschriq-Tagen etc.2.

Wenn der Körper sich verändert. Al-Muhamili, einer der Rechtsgelehrten der Schafi’iten, sagte: „Es ist wünschenswert die Ganzkörperwaschung zu jeder Situation zu vollziehen, in der sich der Körper verändert. Dazu gehört auch, wie die Rechtsgelehrten erwähnten, dass es wünschenswert ist, wenn der Verrückte oder Ohnmächtige sich zu waschen, nachdem sie wieder bei Sinnen kommen/aufwachen, wenn man Hijama (Blut schröpfen) vollzogen hat und nachdem man den Hammam betreten hat etc.

Denn die Ganzkörperwaschung entfernt das, was noch am Körper hing und bringt ihn wieder in seiner natürliche Lage.” Siehe „Al-Majmu'” (234,235/2).3. Bei einigen gottesdienstlichen Handlungen, wie die Ganzkörperwaschung für den Weihezustand. Denn der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- zog sich aus, um in den Weihezustand einzutreten, und hat sich gewaschen.

Überliefert von At-Tirmidhi (830) und die Rechtsgelehrten haben überliefert, dass es wünschenswert ist, wenn man sich für Tawaf Az-Ziyara und der Abschieds-Tawaf und in der Nacht der Bestimmung (Lailatul Qadr) wäscht. Ibn 'Umar pflegte, wenn er Mekka betrat, sich zu waschen und er erwähnte, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- dies tat.

Überliefert von Al-Bukhary (1478) und Muslim (1259). Der dritte Teil: Die Ganzkörperwaschungen, über die man sich uneinig ist, und die Darlegung von der stärkeren Meinung: 1. Die Totenwaschung. Die Mehrheit der Gelehrten ist der Ansicht, dass der Tod zu den Dingen gehört, welche die Ganzkörperwaschung obligatorisch machen, da der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte, als seine Tochter verstarb: „Wascht sie dreimal, fünfmal oder mehr als das.” Überliefert von Al-Bukhary (1253) und Muslim (939).2.

Die Ganzkörperwaschung nach der Totenwaschung. Die Gelehrten waren sich diesbezüglich uneinig, entsprechend ihrer Meinungsverschiedenheit über das Urteil des überlieferten Hadiths darüber. So wurde von Abu Huraira -möge Allah mit ihm zufrieden sein- berichtet, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Wer einen Toten wäscht, der soll sich waschen.” Überliefert von Ahmad (454/2), Abu Dawud (3161) und At-Tirmidhi (993), der sagte: „Ein guter Hadith.” Imam Ahmad sagte in „Masa’il Ahmad li Abi Dawud” (309): „Diesbezüglich wurde kein Hadith bestätigt.” Schaikh Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte in „Asch-Scharh Al-Mumti'” (411/1): „Die Meinung, dass es wünschenswert sei, ist die gerechteste und nächste Meinung.” Siehe die Frage Nr.

  • An-Nawawi sagte in „Al-Majmu'” (232/2):
  • „Es ist bei der Mehrheit eine Sunnah, aber einige Altvordere haben sie verpflichtet.”
  • Richtig diesbezüglich aber ist das, was Schaikh Al-Islam Ibn Taymiyya in „Al-Fatawa Al-Kubra” (307/5) auswählte:
  • „Die Ganzkörperwaschung am Freitag ist für denjenigen obligatorisch, der schwitzt oder übel riecht und dadurch andere(n) stört/Schaden zufügt.”

4. Wenn der Ungläubige den Islam annimmt. In der Enzyklopädie der Rechtswissenschaften (205/31-206) steht: „Die Malikiten und Hanbaliten sind der Meinung, dass die Annahme des Islams des Ungläubigen die Ganzkörperwaschung obligatorisch macht. Wenn also der Ungläubige den Islam annimmt, so muss er sich waschen, da Abu Huraira -möge Allah mit ihm zufrieden sein- berichtete, dass Thumama Ibn Athaal -möge Allah mit ihm zufrieden sein- den Islam annahm und der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Bringt ihn zum Garten von Banu Soundso und ordnet ihm an, sich zu waschen.” Und Qais Ibn 'Asim berichtete, dass er den Islam annahm, woraufhin ihm der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- befahl, sich mit Wasser und Lotusblättern zu waschen.

  1. Und meistens ist er (der Ungläubige) noch im Zustand der Unreinheit, somit kam dies in die Stellung der Realität, wie beim Schlaf und wenn sich die beiden beschnittenen Teile (wenn der Penis in die Vagina eingeführt wird) berühren.
  2. Die Hanafiten und Schafi’iten sind der Meinung, dass es für den Ungläubigen, der den Islam annimmt, wünschenswert ist sich zu waschen, wenn er sich nicht im Zustand der Unreinheit befindet.

Denn viele haben den Islam angenommen und der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- hat ihnen nicht angeordnet sich zu waschen. Doch wenn der Ungläubige den Islam annimmt und sich im Zustand der Unreinheit befindet, so muss er sich waschen.

  1. An-Nawawi sagte: „Asch-Schafi’i überlieferte dies und die Mehrheit der Gefährten sind sich darüber einig.”
  2. Schaikh Ibn 'Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte in „Asch-Scharh Al-Mumti'” (397/1): „Sicherer ist, dass er sich wäscht.”
  3. Und Allah weiß es am besten.

: Wann ist die Ganzkörperwaschung obligatorisch und wann wünschenswert? – Der Islam – Frage und Antwort

Was ist der Imam?

von Melanie Kamp Über Imame in Deutschland wird immer wieder kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert. Knapp zusammengefasst lautet die Kritik an den Imamen, die mehrheitlich aus dem Ausland stammen, dass sie nicht ausreichend mit der deutschen Sprache und der deutschen Lebenswirklichkeit vertraut seien und darüber hinaus religiöse Normen und Werte vermittelten, die einer Integration von Muslimen in Deutschland im Wege stünden.

  1. Doch wie wird jemand eigentlich Imam in Deutschland, welche Rolle nehmen Imame in den Moscheegemeinden ein und welche Tätigkeiten üben sie dabei aus? Zunächst ist Imam kein religiöses Amt, das eine klar definierte religiöse Ausbildung oder eine Ordination erfordert.
  2. Der Begriff Imam stammt aus dem Arabischen und bezeichnet wörtlich jemanden, der vorne steht.

In diesem Sinne wird die Person, die das gemeinschaftliche Ritualgebet leitet, Imam genannt. Sobald Muslime gemeinschaftlich beten, leitet einer von ihnen das Gebet, d.h. er steht vorne, rezitiert laut und die in langen Reihen hinter ihm Stehenden synchronisieren ihre Bewegungen mit ihm. Freitagspredigt in einer Berliner Moschee; Foto: Riem Spielhaus Imam ist also zunächst eine Funktionsbezeichnung, die auf das Vorbeten verweist. Wenn nun vom Imam einer Moschee die Rede ist, kann es sich sowohl um einen Religionsgelehrten handeln als auch um einen „Laien”, der über sehr unterschiedliche Formen formaler religiöser Bildung verfügen kann.

  • Da für andere Aufgaben als das Vorbeten wie beispielsweise das Predigen oder den Koranunterricht tiefer gehende religiöse Kenntnisse erforderlich sind, bemühen sich die Moscheegemeinden in der Regel darum, einen Vorbeter-Prediger zu verpflichten, der eine religiöse Ausbildung absolviert hat.
  • Die Inhalte und Abschlüsse sind dabei nicht einheitlich festgelegt.

Neben dem Begriff Imam sind in den verschiedenen Moscheegemeinden noch andere Begriffe als Anrede, Ehr- und Funktionsbezeichnung für Personen gebräuchlich, die über religiöses Wissen verfügen, Rituale durchführen und als Vorbeter, Prediger, Lehrer und religiöse Ratgeber fungieren.

  1. Während der Begriff Hoca in türkischen Gemeinden üblich und als Anrede für Imame und Lehrer bzw.
  2. Lehrerinnen verwendet wird, wird der Begriff Scheich vor allem in arabischen Gemeinden benutzt.
  3. Die über 80 Moscheen und muslimischen Gebetsräume in Berlin verfügen nicht alle über einen fest angestellten Imam.

Abhängig von der Größe der Moschee und den finanziellen Ressourcen der Gemeinde sind Imame häufig nur ehrenamtlich tätig. Für alle Imame, die aus dem Ausland eingestellt werden, gilt, dass sie entweder eine religiöse Ausbildung oder ihre vorherige Beschäftigung als Imam nachweisen müssen, um ein Visum bzw.

Eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Auch ist dazu die Vorlage eines Arbeitsvertrages mit einer Moschee in Deutschland notwendig. Am klarsten ist das Einstellungsprozedere bei den Moscheegemeinden geregelt, die der DITIB angeschlossen sind. Die türkische Religionsbehörde (DIB), der die DITIB angehört, entsendet so genannte Religionsbeauftragte als Imame in die DITIB-Gemeinden.

Als Beamte des türkischen Staates sind die Religionsbeauftragten an die türkische Botschaft bzw. die Konsulate gebunden und der Dienstaufsicht der Attachés für religiöse Angelegenheiten unterstellt. Ihre Dienstzeit in Deutschland umfasst vier Jahre, allerdings können sie auch mehrere Dienstperioden in Deutschland verbringen, sofern sie zwischenzeitlich wieder in der Türkei arbeiten.

  1. Die Ausbildung der DITIB-Imame ist nicht einheitlich geregelt (Cekin 2003), doch haben sie mindestens das Imam-Prediger-Gymnasium in der Türkei und/oder ein Theologie-Studium absolviert.
  2. Vor ihrem Einsatz in Deutschland haben sie mindestens acht Jahre Berufserfahrung in der Türkei gesammelt und seit 2002 werden sie mit sechsmonatigen Deutschkursen auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet.

Da die Türkei der einzige muslimisch geprägte Staat ist, mit dem eine Vereinbarung über die Entsendung von Imamen besteht, müssen sich andere Moscheevereine, die nicht der DITIB angehören, individuell um die Suche, Auswahl und die Einreisemodalitäten ihrer Imame kümmern,

Dies gilt sowohl für andere von türkischstämmigen Muslimen unterhaltene Vereine wie zum Beispiel die Islamische Föderation Berlin (IFB) oder den „Verband der Islamischen Kulturzentren” (VIKZ) als auch für Moscheevereine mit anderem national-ethnischen Hintergrund. Der VIKZ hat eine eigene Akademie in Köln eingerichtet.

Hier können sich die Schüler auch zum Imam bzw. Hoca ausbilden lassen. Die Ausbildung baut auf dem Religionsunterricht in den lokalen VIKZ-Moscheen auf, dauert vier Jahre, kann um ein Ausbildungsjahr in der Türkei ergänzt werden und wird für Männer und Frauen angeboten (Jonker 2002).

  1. Daher verfügt der Verband auch über Deutsch sprechende Imame bzw.
  2. Imame, die in Deutschland aufgewachsen sind.
  3. In vielen arabischen Moscheen – bspw.
  4. Das Haus der Weisheit, das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB), das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum oder die Al-Nur Moschee – sind Absolventen der ägyptischen Azhar-Universität tätig.

Sie haben entweder islamisches Recht, Koran- oder Hadithwissenschaften (Prophetentradition) oder auch an der Sprachfakultät eine Kombination aus Deutsch und religiösen Fächern studiert. Der Kontakt zu einer Moschee in Deutschland kommt häufig über persönliche Beziehungen zustande, oder die Moscheevereine wenden sich direkt an die Azhar-Universität und fragen nach geeigneten Absolventen.

  • Im Fastenmonat Ramadan, der durch ein besonders intensives Moscheeleben geprägt ist, bemühen sich oft Moscheevereine, die sich ganzjährig keinen fest angestellten Imam leisten können, für diese Zeit einen Imam aus dem Ausland zu verpflichten.
  • Diese Imame haben dadurch die Möglichkeit, weitere Kontakte zu knüpfen, Moscheevereine wie auch Moscheebesucher und -besucherinnen können die Imame kennen lernen und manchmal ergibt sich daraus eine Festanstellung.

Das Aufgabenspektrum der Imame Studien über Imame in Deutschland und in anderen europäischen Staaten zeigen, dass das Aufgabenspektrum der Imame hier größer ist als in den Herkunftsländern der muslimischen Einwanderer. In der Regel wird dies auf die Diasporasituation und die dadurch veränderte soziale Rolle der Moscheen zurückgeführt, die in Form multifunktionaler Gemeindezentren oder als „Bürgerhaus für die unmittelbare und weitere Nachbarschaft” (Leggewie/Jost/Rech 2002) versuchen, den zusätzlichen Bedürfnissen der muslimischen Zugewanderten in der Fremde bzw.

in einer nichtmuslimischen Umgebung gerecht zu werden. Teilweise ist die Ausweitung der Moscheefunktionen auch als eine Annäherung an kirchliches Gemeindeleben interpretiert worden (Jonker 1999, 138). Die Rolle und die Aufgaben, die ein Imam nun übernimmt, sind abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Gemeinde, der konkreten Ausgestaltung der Moschee oder des Gebetsraumes sowie von seinem beruflichen Status, d.h.

ob er ehrenamtlich oder hauptberuflich als Imam fungiert. Eine Rolle spielt zudem, ob neben dem Imam noch andere Personen in der Moschee aktiv sind und einzelne Aufgaben übernehmen (ausführlicher dazu siehe Kamp im Druck). Vor diesem Hintergrund erklären sich die Reaktionen der Imame, mit denen ich in Berlin und anderen deutschen Städten Gespräche geführt habe, auf die Frage nach ihren Aufgaben.

Antworten wie „viele” oder „es gibt mehr Aufgaben als Zeit” waren typisch und die meisten beschrieben den Arbeitsalltag eines Imam als 24-Stunden-Job, weil sich die Menschen zu jeder Tageszeit mit ihren Problemen an sie wendeten. Neben der Leitung des Gemeinschaftsgebets und der Freitagspredigt listeten sie eine ganze Reihe anderer Tätigkeiten auf: Religions-, Koran- und Sprachunterricht (Türkisch oder Arabisch) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das Halten von Vorträgen, die Beantwortung religionsbezogener Fragen der Gläubigen, zudem Beratung zur Bewältigung alltäglicher Lebensprobleme, Streitschlichtung und Mediation bei Familienproblemen, die Durchführung von islamischen Eheschließungen und Scheidungen, Gefangenen- und Krankenbesuche, Totenwaschung und Totengebet, Trauerbegleitung, Repräsentation der Moschee oder Öffentlichkeitsarbeit, interreligiöse Dialogaktivitäten und die Begleitung von Pilgergruppen auf der Pilgerfahrt nach Mekka.

Nicht jeder meiner Gesprächspartner hat alle hier aufgezählten Tätigkeiten genannt, doch die meisten haben insgesamt mehr Pflichten aufgezählt, als sie in ihrem jeweiligen Umfeld und Alltag tatsächlich übernehmen (können). Während die Leitung des Gemeinschaftsgebetes zu den alltäglichen Aufgaben eines Imam gehört und zusammen mit der Freitagspredigt und den verschiedenen Formen des Unterrichtens den Tages- und Wochenablauf eines Imam prägen, sind andere Tätigkeiten saisonal bedingt, wie bspw.

  1. Die Begleitung von Pilgergruppen, oder stark abhängig von dem Bedarf der Gemeinde, wie z.B.
  2. Gefängnis- und Krankenhausseelsorge, und werden daher unterschiedlich häufig ausgeführt.
  3. Beispielsweise war ein türkischer Imam bereits ein Dutzend Mal als Pilgerführer tätig, andere Imame jedoch noch nie, oder ein ägyptischer Imam zählte auch Gefangenenseelsorge zu seinen Tätigkeiten, doch auf Nachfrage stellte sich heraus, dass dies in den drei Jahren seiner Arbeit in Berlin nur ein bis zwei Mal vorgekommen ist und somit eine sehr untergeordnete Rolle spielte.

Bei Imamen, die ihren Lebensunterhalt mit anderen Berufen bestreiten und nur ehrenamtlich in einer Moschee aktiv sind, ist es nicht selbstverständlich, täglich in der Moschee anwesend zu sein. So sind einige fast ausschließlich freitags und am Wochenende in der Moschee und ihre Aufgaben beschränken sich auf die Leitung des Gebets an diesen Tagen, die Freitagspredigt und den religiösen Unterricht an ausgewählten Wochentagen.

  • Zwei meiner Gesprächspartner – und dies ist eine Berliner Besonderheit – waren hauptberuflich als Religionslehrer der IFB in öffentlichen Schulen beschäftigt.
  • Während der eine zuvor als Imam gearbeitet hat und immer noch freitags in unterschiedlichen Moscheen der IFB predigt und sich selbst auch als Imam versteht, sieht sich sein Kollege eher als Lehrer – obwohl er zum Zeitpunkt des Gesprächs auch Kinder in einer Moschee unterrichtete und dort gelegentlich die Freitagspredigt übernommen hatte.

So erzählte er, dass diejenigen, die ihn nur aus der Moschee kennen, als Imam wahrnehmen. Trotzdem lehnt er die Anrede Hoca für sich ab. In großen Moscheen teilen sich manchmal mehrere Imame die anfallenden Aufgaben oder ehrenamtliche Helfer übernehmen einzelne Tätigkeiten wie zum Beispiel den Religionsunterricht für Kinder, den Unterricht für deutsche Konvertierte oder die Öffentlichkeitsarbeit.

  • Ob und in welchem Maße der Imam Kontakt zu Moscheebesucherinnen hat, hängt unter anderem davon ab, ob es eine Frauengruppe oder eine Religionslehrerin in der Moschee gibt und sich die Frauen mit ihren religiösen Fragen an sie wenden können (siehe Spielhaus in diesem Band).
  • Nicht zuletzt entscheiden auch die Qualifikationen eines Imam wie z.B.

seine Deutschkenntnisse darüber, ob er Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit leisten oder an interreligiösen Dialogaktivitäten teilnehmen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist Imam Taha Elmoursi (29) von der Al-Nur Moschee. Die Al-Nur Moschee ist mehrfach ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten und ihrem Imam Salim El Rafei wurde die Wiedereinreise nach Deutschland untersagt.

  • Seit ungefähr zwei Jahren ist Imam Taha dort ehrenamtlich tätig.
  • Er hat bereits in Ägypten Deutsch gelernt und engagiert sich hier nun im interreligiösen Dialog.
  • So fand im März 2006 zusammen mit Rabbiner Ytzhak Ehrenberg eine Veranstaltung in der Al-Nur Moschee statt und im Mai 2006 war Imam Taha an der Zusammenstellung der Imam-Mannschaft für das symbolträchtige Fußballspiel zwischen Imamen und Pfarrern beteiligt.

Zwar werden auch in anderen Moscheen wie beispielsweise dem IZDB oder dem Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum insbesondere im Ramadan Veranstaltungen organisiert, an denen auch Rabbiner oder Pfarrer teilnehmen. An Stelle der Imame der Zentren nehmen hier jedoch bisher andere Deutsch sprechende, ehrenamtlich Aktive der Moscheegemeinden auf dem Podium Platz.

Imame als Vermittler religiöser Normen und Werte Aufgrund ihrer Rolle als Vermittler religiöser Normen und Werte wird Imamen sowohl von muslimischen Gläubigen als auch von nichtmuslimischer Öffentlichkeit Autorität und damit Einfluss zugeschrieben. Dies entspricht durchaus dem Selbstbild der Imame, mit denen ich gesprochen habe.

Verkürzt gesagt sehen sie sich als diejenigen, die den Menschen den richtigen Islam vermitteln, indem sie predigen, unterrichten und den Menschen Rat für eine in religiös-moralischer Hinsicht korrekte Lebensweise geben. Der Rat eines Imam hat jedoch keine bindende Kraft.

Insofern hängt es entscheidend von dem Ratsuchenden ab, ob er den Rat eines Imam akzeptiert. Neben dem lokalen Imam sind die Familie, Freunde und Bekannte, eine reichhaltige islamische Literatur, Predigtaufnahmen berühmter Prediger, die auch in den hiesigen Moscheen verkauft werden, das Internet und andere Medien wichtige Quellen und Ratgeber, die von den Gläubigen in religiösen Fragen konsultiert werden.

Diese Situation ist den Imamen bewusst. Gefragt nach der gesellschaftlichen Rolle und dem Verhältnis des Imams zur Gemeinde, formulierten einige meiner Berliner Gesprächspartner unter anderem, dass der Rat eines Imam nur ein guter Rat von einem erfahrenen an einen unerfahrenen Mann sei, dass ein Imam nur denjenigen gegenüber Einfluss habe, die er persönlich kenne und dass ein Imam mit den Menschen leben, an ihren Sorgen und Freuden teilhaben müsse, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, damit sie sich an ihn als Autorität wenden.

  1. Auch sei es wichtig, dass, trotz der vielfältigen Quellen für islamisches Wissen, die Leute „an der Hand” eines Gelehrten studierten, damit dieser gegebenenfalls ein falsches Verständnis der islamischen Lehre korrigieren könne.
  2. Deutschkenntnisse: Kritik und Selbstkritik Die eingangs geschilderte Kritik an den ausländischen Imamen ist nicht völlig neu.

Bereits in den 1980er Jahren wurde die Einstellung von Imamen aus dem Ausland unter sicherheitspolitischen Aspekten kritisiert (Blumenwitz 1985). Heute, gut zwei Jahrzehnte später, stehen neben sicherheitspolitischen Erwägungen vor allem integrationspolitische Aspekte zur Diskussion: Imamen wird vorgeworfen, nicht (ausreichend) Deutsch zu sprechen, sich hinsichtlich der Lebensumstände in Deutschland nicht auszukennen und einen Islam zu vermitteln, der auf die Herkunftsländer und nicht auf Deutschland ausgerichtet ist.

Dabei wird diese Kritik nicht nur von der nichtmuslimischen Öffentlichkeit geübt, sondern auch innerhalb der Gemeinden bzw. der muslimischen Organisationen, und es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, Imame in Deutschland auszubilden. In meinen Gesprächen mit den Imamen kam auch diese Problematik zur Sprache, denn je nach Zusammensetzung der Gemeinde sind Imame ganz konkret mit dem Sprachproblem konfrontiert, wenn sie auf Dolmetscher angewiesen sind, um mit den Gläubigen zu kommunizieren.

Außerdem wird in einigen Berliner Moscheen die arabische Freitagspredigt von Helfern simultan ins Deutsche übersetzt, weil Konvertierte, Muslime und Musliminnen aus nichtarabischen Ländern und junge arabischstämmige muslimische Gläubige, die hier aufgewachsen sind, auf die Übersetzung angewiesen sind und die Moscheen auf diesen Bedarf reagieren müssen.

  • Die Imame sprachen überraschend selbstkritisch über ihre Deutschkenntnisse.
  • So erklärte mir ein ägyptischer Imam auf die Frage nach Änderungswünschen hinsichtlich seiner Arbeit, dass er gerne Deutsch sprechen können würde und selbst Imame, die Deutsch sprechen, wollten sich sprachlich verbessern.
  • Teilweise besuchen meine Gesprächspartner auch Deutschkurse oder lernen privat Deutsch, weil sich dies besser mit ihrem Arbeitsalltag verbinden lässt.

Letztlich befürworteten sie grundsätzlich den Aufbau von Ausbildungseinrichtungen für muslimische Religionsgelehrte in Deutschland. Ein türkischer Imam fragte jedoch danach, wer eine solche Ausbildung organisieren solle und äußerte sich skeptisch, ob sich die auf Spendenbasis finanzierten Moscheevereine überhaupt einen in Deutschland universitär ausgebildeten Imam leisten könnten.

Ein so ausgebildeter Imam würde ein anderen Akademikern vergleichbares Gehalt erwarten und kaum zu den bislang üblichen niedrigen Gehältern oder gar ehrenamtlich arbeiten wollen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation der Imame in Deutschland im Zuge der öffentlichen Diskussion und des Generationenwechsels innerhalb der Moscheegemeinden verändern wird.

Vorläufig bleiben die Moscheevereine darauf angewiesen, Imame aus dem Ausland bzw. Imame, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben, einzustellen.Literatur

Blumenwitz, Dieter (1985): Aufenthaltsgenehmigungen für Imame in Deutschland. In: CIBEDO-Texte, Nr.35, S.2–13. Boender, Welmoet/Meryem Kanmaz (2002): Imams in the Netherlands and Islam teachers in Flanders. In: Wasif A.R. Shadid/Pieter S. van Koningsveld (Hrsg.): Intercultural relations and religious authorities. Muslims in the European Union. Leuven, S.169–180. Cekin, Ahmet: Stellung der Imame. Eine vergleichende Rollenanalyse der Imame in der Türkei und in Deutschland. Tübingen, Diss.2003. El Battiui, Mohamed/Firouzeh Nahavandi/Meryem Kanmaz (2004): Mosquées, imams et professeurs de religion islamique en Belgique. État de la question et enjeux. Brüssel. Jonker, Gerdien (2002): Eine Wellenlänge zu Gott: Der Verband der Islamischen Kulturzentren in Europa. Bielefeld. Jonker, Gerdien (1999): Von der Mehrheit zur Minderheit. Die Verortung der islamischen Gemeinden im deutschen Umfeld. In: dies. (Hrsg.): Kern und Rand. Religiöse Minderheiten aus der Türkei in Deutschland. Berlin, S.131–146. Kamp, Melanie (im Druck): Prayer leader, counselor, teacher, social worker, and public relations officer – on the roles and functions of imams in Germany. In: Jörn Thielmann/Ala Al-Hamarneh (Hrsg.): Islam and Muslims in Germany. Leiden u.a. Kroissenbrunner, Sabine (2001): Türkische Imame in Wien. Wien. Leggewie, Claus/Angela Joost/Stefan Rech (2002): Nützliche Moscheekonflikte? Lackmustest auf praktische Religionsfreiheit. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg.47, Nr.7, S.812–821.

Melanie Kamp ist Islamwissenschaftlerin, assoziiert am Zentrum moderner Orient. Sie arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation über muslimische religiöse Autoritäten in Deutschland. Der Artikel basiert auf den Ergebnissen ihrer Feldforschung.

Was ist Ghusl im Islam?

Ganzkörperwaschung zur Herstellung der rituellen Reinheit ; obligatorisch nach dem Geschlechtsverkehr, bei der Frau auch nach der Menstruation; vor dem Freitagsgebet (Djuma) und den Gottesdiensten der Feiertage vorgeschrieben. Bei Wassermangel darf zur rituellen Reinigung Sand verwendet werden.